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23.07.2019

STAMAG-HV (1). Meinen ganzen Tagesplan warf die 100. STAMAG-HV am 22.7.19 über den Haufen. Ich rechnete ursprünglich mit einer etwa einstündigen HV ohne besondere Vorkommnisse, siehe die HV des Vorjahres: https://christian-drastil.com/2018/07/26/stadlauer-malzfabrik-hv_1_gedenkminute_fur_dieter_reinhold_gunter_luntsch Nach vielen freundlichen Worten von Management und Aktionären füreinander und für die AG anlässlich des Jubiläums und wirklich familiärer friedlicher Atmosphäre kam aus einem Aktionär wohl alles heraus, was er schon viele Jahre lang sagen wollte, man könnte es als "Vorwürfe" sehen, zugleich aber spürte wohl jeder im Saal, dass ihn eine Art "Hassliebe" mit der AG verbindet, trennen würde er sich wohl nicht so schnell von seinen Aktien, auch wenn sie vielleicht um 50% steigen, er will sie seinen Enkeln vererben. Viele konnten das nachempfinden, viele Aktionäre sind ja auch schon Jahrzehnte dabei. Mit 27 Jahren bin ich wohl einer der jüngsten. Jedenfalls dauerte die HV wegen vieler Glückwünsche, vieler Fragen, ausführlicher Antworten und am Ende einer Art von Streitgespräch sage und schreibe 2 Stunden und 25 Minuten! Das ist für eine HV der Stadlauer Malzfabrik wirklich extrem lange.

Dieser Bericht wird nicht kurz. Wir erfuhren soviel Interessantes über das Malzgeschäft generell und über das Geschäft der Stadlauer Malzfabrik im besonderen, das ich meinen Lesern nicht vorenthalten will. Sie wollen ja wissen, wo die Bestandteile ihres Bieres herkommen. Zuerst einmal muss ich sagen, dass wir wohl gerade während der Ernte zum Stamag-Werk gepilgert sind, es war viel Verkehr auf dem Gelände, Silowägen mit oberösterreichischen, steirischen, ungarischen und rumänischen Kennzeichen behinderten einander. Mit Kulmbacher Kennzeichen sah ich heuer keine schwarzen Audis, sondern einen bescheidenen weißen VW-Golf. Also, ich persönlich täte mir so eine weite Fahrt im Pkw wahrscheinlich nicht an, auch wenn ich einen hätte, aber andererseits: das billigste Bahnticket zweiter Klasse um 100 Euro pro Person und Fahrtrichtung mit 4x Umsteigen pro Strecke ist auch nicht gerade billig. Fünf Leute hin und zurück bringen kostet da trotz aller Strapazen auch 1.000 Euro. Man fragt sich, wer sich da das Umsteigen auf die Bahn leisten kann. Und 11 bis 12 Minuten Umsteigezeit jeweils, bei den gewohnten Verspätungen kann man damit rechnen, dass die in Aussicht gestellten 7 Stunden Fahrtzeit pro Strecke nicht ausreichen. Mit der Bahn haben wir auch beim Transport unserer Produkte zu tun, das ist eine eigene Geschichte, davon später.

Anlässlich der 100. HV wurde uns einiges aus der Geschichte der Stadlauer Malzfabrik erzählt. Auf die Frage eines Aktionärs zu den Investitionen der GmbH im abgelaufenen Jahr und zu den geplanten Investitionen erfuhren wir, dass "bei uns an allen Ecken und Enden gebaut wird", eine Großinvestition sei die "gläserne Backzutatenmanufaktur", daneben gebe es eine Vielzahl an Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Wien und Graz. In Kalsdorf bei Graz habe man einen Großgetreidesilo mit dazugehörigen Förderanlagen erworben, den müsse man auch auf den Stand der Technik bringen, dort werde eine Investition im Millionenbereich stattfinden. Am Standort Wien seien "Dinge geplant, die den Standort Wien vom Augenschein her auch sehr verändern werden, wir werden dann darüber berichten". Anmerkung: Das kann wohl nur ein Zubau sei, denn die meisten Gebäude sind gut in Schuss, und in das Altgebäude "Burg" (ursprünglich zur Zuckerlfabrik Küfferle gehörig) ist der Vorstand ziemlich verliebt, ich kann mir nicht vorstellen, dass etwas abgetragen wird. Einiges auf diesem Grundstück und daneben dürfte schützenswert sein, sogar das Verwaltungsgebäude, ist einer älteren Stellungnahme des Vereins Initiative Denkmalschutz zu entnehmen: http://www.initiative-denkmalschutz.at/index.php/meldungen-nach-bundesland/meldungen-wien/120-wien22/331-stellungnahme-zum-planentwurf-stadlauer-malzfabrik

Staub- und Schallschutz in Graz habe man vornehmen müssen, die Mälzerei rücke vom Rande der Stadt immer weiter ins Zentrum, das erfordere die Anpassung an den Stand der Technik für den Wohnbau. Anmerkung: Ich kenne das Problem, ein niederösterreichisches Lagerhaus war auch einmal so nett, nicht betriebsnotwendige Randgrundstücke für den Wohnbau zur Verfügung zu stellen, danach gab es die ärgsten Scherereien mit den Zuzüglern, die Lärm und Staubentwicklung insbesondere während der Ernte unzumutbar fanden. Weiter: Das seien ausschließlich Investitionen der GmbH. Für die Backwarenfabrik (ident mit gläserner Backzutatenmanufaktur?) seien 15 Mio. Euro budgetiert. Dann ging es um die "Rückverfolgbarkeit", Thema Allergene, kosher, halal, bio, öko, eine ganze Reihe von Entwicklungen, denen wir Rechnung tragen wollen. Das mache chargenweise Produktion erforderlich. Die Vielfalt der Produkte habe enorm zugenommen. Ströck z.B. habe rund 250 Produkte im Sortiment. Auch die Art der Rohstoffe habe sich sehr verändert. Sesam z.B. werde nicht in Österreich angebaut, Sesam müsse importiert werden, die Charge müsse rückverfolgbar sein. Ein guatemaltekischer Dorfbürgermeister könne zwar ein Zertifikat ausstellen, dass dort kein DDT verwendet würde, aber man müsse das kontrollieren, die Kunden vertrauen darauf. Ich glaube, hier fiel ein kleiner Hinweis auf das eigene Labor. Mit abgeschriebenen Anlagen könne man zunächst weiterwurschteln (das ist offenbar kein österreichisches Wort, auch in Kulmbach kennt man das), aber irgendwann gehe es halt nicht mehr, deshalb seien die Investitionen notwendig.

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 23.07.)


 

Bildnachweis

1. #gabb goboersewien



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