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18.06.2019

S-Immo-HV (2). Stellen wir zu Beginn der HV gleich das Kräfteverhältnis fest: 9,098.380 Aktien fand ich zum Zeitpunkt meines Reinschauens im Anwesenheitsverzeichnis, die der ERSTE Asset Managment GmbH zugeordnet waren. Laut dem AR-Vorsitzenden waren es 9,166.854 Aktien. Davon sollen 6,598.233 Aktien (zuerst wurde eine unwesentlich höhere Zahl genannt, aber diese hier dürfte die richtigere sein, sie wurde bei der Abstimmung verlesen) der VIG gehören. Dann waren da noch die 166.389 Aktien der Privatstiftung der Sparkasse Krems und die 79.500 Aktien der Sparkasse Oberösterreich KAG. Größte anwesende Aktionärin war die Immofinanz AG mt 19,499.434 Aktien. Drittstärkste Aktionärin war Government of Norway mit 1,877.327 Stück, viertgrößte war Ntovelo Limited aus Larnaca mit 1,573.841 Stück. Interessanterweise besitzen auch einige natürliche Personen sechsstellige Stückzahlen. Diese Personen sind mir überwiegend nicht näher bekannt, sie könnten also wirklich Private sein. Für mich interessantes Detail: Ein auf Golfreisen spezialisiertes österreichisches Reisebüro besitzt auch 200.000 Aktien. Wie gesagt, S-Immo war einmal ein typisches Papier für Aktiensparer. Da hatten vielleicht einige Anleger das Glück, gerade zur richtigen Zeit mehr Geld in ihren Aktiensparplan mit dem richtigen Papier stecken zu können. Und irgendwann kommt man dann drauf, dass es sich ausgezahlt hat. Um gleich die Spannung zu nehmen: Mit der Immofinanz müssen bei den heiklen zwei Abstimmungspunkten rund 6,8 Mio. Aktien zusätzlich gestimmt haben, da müssen größere darunter sein, sonst kämen sie nicht auf so eine hohe Stückzahl. Die ERSTE hat jedenfalls definitiv dagegengestimmt, das wurde auch verlautbart. Mit der ERSTE gegen den Antrag gestimmt haben zusätzlich rund 6,3 Mio. Aktien. Auch hier müssen größere Investoren dabei gewesen sein. Durch das Zusammenfassen vieler Stimmen in "Gruppenkarten" lässt sich nicht so leicht feststellen, wer hinter den Stimmen steht. Nur bei den Widersprüchen zu Protokoll haben sich einige mit ihren Stimmkartennummern exponiert. Da habe ich abseits der Immofinanz keine der großen Gesellschaften erkennen können. Die Spannung war also bis zum Schluss gewährleistet, wie die Großen abstimmen und ob die Kleinen Zünglein an der Waage sein können. Wobei ich natürlich sagen muss: Es steht jedem frei, für JA oder NEIN zu stimmen, es gibt keine "Guten" oder "Bösen", und selbst die Großen außerhalb der beiden Blöcke waren sich nicht einig und haben je etwa zur Hälfte dafür und dagegen gestimmt. Der Aktionär ist der Souverän, er kann herrschen, wie es ihm beliebt. One share - one vote. Außer die Immofinanz, die ist halt auf 15% beschränkt. Aber das ginge jedem Aktionär der S-Immo so, der mehr als 15% an der Gesellschaft besitzt. Die 15%-Beschränkung haben wir ja nicht aus Jux eingeführt.

Die offiziellen Abstimmungsergebnisse erfahren Sie unter https://www.simmoag.at/fileadmin/redakteur/Investor_Relations/Hauptversammlung/2019/S-IMMO-AG-Abstimmergebnisse.pdf, die heikelsten Abstimmungen waren zu 7a und 7b. Die Einzelabstimmungen über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats haben wir einem zornigen Aktionär zu verdanken, der offenbar vergeblich versucht hatte, einen Einzelabschluss zu bekommen, jedoch nicht ernst genug genommen worden war. Gerne haben wir diese gefühlte halbe Stunde nicht geopfert, weil wir schon müde und hungrig waren, aber das Recht, eine Einzelabstimmung zu begehren, steht jedem anwesenden Aktionär zu.

Zu Beginn der HV erfuhren wir vom Frauenanteil in den verschiedenen Managementebenen, mit 37,5% Frauenanteil im Aufsichtsrat hätten wir einen Spitzenwert im ATX. Aufgrund der Umstellung der betrieblichen Pensionsversicherung sei an Vejdovszky ein Barwert von 960.916 Euro als Einmalerbetrag ausbezahlt worden. 2018 sei ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen, es sei der S-Immo wieder gelungen, sowohl ihre Substanz als auch ihre Ertragskraft zu stärken. Die Geschäftspolitik, nachhaltig Liegenschaften in deutschen Städten anzukaufen, diese Entscheidung habe man im richtigen Zeitraum getroffen, das werde auch in Zukunft die Grundlage für unsere Erträge sein.

Vejdovszky kündigte eine "sehr spannende Hauptversammlung" an. Er beruhigte uns aber: Draußen habe es 35 Grad, eine durchschnittliche Klimaanlage schaffe es, innen eine um 6 Grad niedrigere Temperatur als die Außentemperatur zu schaffen. Ich glaube aber, dass es innen kühler als 29 Grad war, die Klimaanlage im Marriott dürfte besser sein. Danke dafür, bei so einer angenehmen Temperatur läßt sich eine hitzige HV aushalten! Vejdovszky betonte, dass die S-Immo mittlerweile einen Inneren Wert von 21,25 Euro habe. Das Ergebnis pro Aktie habe 2018 3,08 Euro betragen. Meine Meinung: Das ist phänomenal! KGV unter 7 bei einer Immoaktie! WENN das nachhaltig erzielbar wäre, wäre die Aktie auch auf diesem Niveau ein klarer Kauf. Aber wir wissen alle, dass jeder Blick in die Zukunft mit Unsicherheiten behaftet ist.

Der deutsche Markt trage am meisten zu unserem Ergebnis bei. Die S-Immo habe vor 2,5 Jahren mit dem Kauf von Aktien von Immofinanz und CA-Immo begonnen, das Paket habe mittlerweile einen Buchwert von 452 Mio. Euro. Per 12.6. seien wir incl. Dividendenerträgen bereits mit 128 Mio. Euro im Plus, das sei für unsere Gesellschaft ein schöner Erfolg. Vejdovszky sagte, er verwende ungern das Wort "All-Time-High", weil es suggeriere, dass es nicht noch höher gehen könne. Vejdovszky sprach die "ordentliche IR-Arbeit" an, "dass uns auch die Kapitalmärkte vertrauen". Mit der Dividende wolle man "etwas zurückgeben". Anmerkung: Auch wenn die Dividenden der Konkurrenz zuletzt etwas höher waren, waren die Aktionäre mit etwa 3,5% Dividendenrendite (70 Cents pro Aktie) bei S-Immo durchaus zufrieden. Wir wissen ja alle: Am Sparbuch gibt es 0%, manche müssen sogar noch dafür bezahlen, dass die Bank ihr Geld nimmt. So wie auch die S-Immo, aber es wurde uns versichert, dass es hohe Freigrenzen pro Bank gäbe, und S-Immo schaffe es, hier möglichst wenig zu zahlen. Ich spüre irgendwie, der Kauffinger der S-Immo zuckt schon ungeduldig, ein paar Immofinanz-Aktien werden sie sich wohl noch gönnen, um sich vom Cash-Ballast zu befreien. Zur Zeit dürfte (jetzt sehen wir die Immofinanz wieder positiv) auch dort nicht die schlechteste Zeit zum Nachkaufen sein. Berthold Berger hat ja dem S-Immo-Vorstand voriges Jahr schon untersagt, auf diesem Kursniveau die Immofinanz-Aktien zu versilbern, d.h. Bergers Sanktus haben sie wohl, bei Immofinanz aufzustocken. Ich bin sowieso dafür.
S Immo ( Akt. Indikation:  19,60 /19,68, 0,12%)

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 18.06.)


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Bildnachweis

1. S Immo-Vorstand Ernst Vejdovszky, Credit: Thomas Smetana , (© Aussender)   >> Öffnen auf photaq.com



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