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S Immo-CEO Bruno Ettenauer: "Optimismus ist niemals ein Fehler"

25.10.2021

Bruno Ettenauer ist seit März CEO der S Immo. Der Ex-CEO der CA Immo streut seinem neuen Arbeitgeber Rosen und bleibt dem „Choose Optimism“-Motto seines Vorgängers treu. Den Vorgänger von Bruno Ettenauer, Ernst Vejdovszky, haben wir zum Abschied „Mr. Handschlagqualität“ genannt. Und als solcher gilt auch Ettenauer, seit März neuer CEO der S Immo. Ihm wird hohe Zuverlässigkeit zugeschrieben, was auch durch seine Zeit bei der ähnlich erfolgreichen CA Immo belegt ist. Es gilt bei der S Immo durchaus einiges zu verteidigen, da gab es rund 14 Prozent Return p.a. in den vergangenen Jahren, dazu die stringente Dividendenstrategie. Bereits zum Halbjahr hat man gesehen, dass die Kontinuität auch mit neuem Management bleibt, erneut konnte nennenswert aufgewertet werden, S Immo liegt wieder auf Vorkrisenniveau.

ESG als Chance. Auch ESG wird intern zum immer grösseren Thema und gerade da haben die Immobilien-AGs noch Luft, wie ein unlängst von Raiffeisen Research durchgeführtes Scoring von 34 heimischen Börsenotierten zeigt: Immos sind im Schlussdrittel. Heißt aber im Umkehrschluss: Besser Luft haben, als keine Luft mehr haben. Potenzial für den Aktienkurs ist zusätzlich durch ein Aktienrückkaufprogramm gegeben. Und im Interview rund um „Choose Optimism“ (S Immo bleibt auch unter dem neuen CEO Ettenauer dem Motto treu und unser Header der Aktion, für die wir börsenotierte Unternehmen fragen, warum man für das jeweilige Geschäftsmodell optimistisch sein dürfe) ist er der Meinung, dass gesunder Optimismus in der Immobilienbranche angebracht sei.
Nette Aktivität für Privatanleger. Eine schöne Sache hatte im Juni ihren Ursprung, als von Ettenauer aufgrund des Übernahmeangebots der Immofinanz zu einer Fragestunde, die via Telefonkonferenz durchgeführt wurde, eingeladen wurde. Man richtete sich damit primär an österreichische Privatanleger, die ansonsten nicht regelmäßig die Gelegenheit haben, sich mit dem Management auszutauschen. Ettenauer: „Dies ist auf so hohe Nachfrage gestoßen, dass wir uns dazu entschieden haben, diese Form des Austauschs auch weiterhin anzubieten. Damit gibt es zusätzlich zur Hauptversammlung eine weitere Kontaktmöglichkeit für Private. Am 27. August veröffentlichte S Immo die Halbjahreszahlen und gleich am 30. August um 10:00 Uhr stand der CEO den AktionärInnen bei einer einstündigen Telefonkonferenz Rede und Antwort. Auch in Zukunft soll dieses niederschwellige Modell nach Quartalszahlen eingesetzt werden. Wir haben reingehört und fanden das Setup sehr informativ. 

Choose Optimism. Auf den folgenden drei Seiten finden sich Statements von 24 Börsenotierten zum Thema „Optimistisch für die Investmentstory“. Gefragt haben wir mehr als 24 Unternehmen, freilich auf freiwilliger Basis. Schön, dass wieder so viele geantwortet haben. 

Christine Petzwinkler interviewt Bruno Ettenauer zur Choose Optimism Aktion

Schön, dass die S Immo auch heuer wieder unser Partner bei der Choose Optimism-Initiative ist. Optimismus ist ja grundsätzlich immer zu begrüßen. Darf man jetzt im Abklang der Pandemie (hoffentlich) wieder voll und ganz optimistisch sein?

Optimismus ist niemals ein Fehler – solang er nicht in Naivität abdriftet. Klar ist, dass die Pandemie der Weltwirtschaft einen kräftigen Dämpfer versetzt hat und wir die Auswirkungen in den unterschiedlichsten Bereichen noch lange spüren werden. Konkret auf den Immobilienmarkt bezogen, ist ein gesunder Optimismus sicherlich angebracht. Wir sehen, dass sich auch stark betroffene Branchen wie Hotels oder Retailflächen rascher als gehofft erholen. Und gleichzeitig gibt es – wie bei jeder Krise – Gewinner. Das sind im konkreten Fall sicherlich Wohnimmobilien. Die S Immo ist sehr gut durch die letzten 1,5 Jahre gekommen und hat bereits zum Halbjahr 2021 Zahlen vorgelegt, die auf Vorkrisenniveau liegen. Das macht uns stolz.

Viele Branchen sind derzeit mit Material-Engpässen oder höheren Input-Kosten konfrontiert. Was sind die Herausforderungen der Immobilienwirtschaft?

Das ist in der Tat für viele aktuell ein großes Thema – uns trifft es zum Glück kaum, da wir gerade kein Entwicklungsprojekt in Bau haben. Aber natürlich wieder man sich genau ansehen müssen, wie sich diese Entwicklungen auf Baukosten etc. auswirken. Abgesehen von der Kostenseite stehen natürlich auch Nutzungsfragen im Raum: Wie viel Zeit wird man in Zukunft im Büro verbringen? Worauf legt man in den eigenen vier Wänden wert? Das muss die Immobilienbranche schon jetzt antizipieren.

Und was sind die aktuellen Trends in ihrem Geschäft?

Wie gerade erwähnt, müssen wir unser Geschäft natürlich in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext sehen und versuchen, die Wünsche und Anforderungen unserer Mieterinnen und Mieter rasch zu antizipieren und umzusetzen. Das ist keine neue Herausforderung, das ist man in unserer Branche gewohnt. Ich musste mir auch vor 20 Jahren schon überlegen, welche Funktionen eine Immobilie haben muss, damit sie langfristig am Markt funktioniert. Das Immobiliengeschäft war schon immer langfristig. Das kommt uns aktuell sicherlich zugute, weil wir es als Branche gewöhnt sind, uns rasch an neue Anforderungen und Trends anzupassen.

In den S Immo Quartals-Berichten war zuletzt von positiven Bewertungsergebnissen u.a. in Deutschland die Rede. Die S Immo hat die vergangenen Jahre ein Portfolio von Grundstücksreserven im Berliner Speckgürtel erworben. Wie läuft es? Und wird an der Strategie in Deutschland festgehalten, sind weitere Zukäufe um Berlin und in aufstrebenden deutschen Städten geplant? 

Deutschland ist aktuell nach wie vor ein sehr attraktives Pflaster, der Markt entwickelt sich ausgesprochen dynamisch und liefert damit einen großen Wertsteigerungsbeitrag zu unserem Ergebnis. Die Grundstücksreserven in Berlin profitieren von der in den letzten Monaten weiter gestiegenen Sehnsucht nach Wohnraum im Grünen – der Entwicklungshorizont dieser Projekte ist aber ein langfristiger. Aktuell konzentrieren wir uns vor allem auf den Ankauf von erstklassigen Büroobjekten in CEE, die einen unmittelbaren Ergebnisbeitrag leisten und somit auch die Dividendenfähigkeit der S Immo sichern.

Inwieweit gibt es nach den Bundestagswahlen in Deutschland Befürchtungen hinsichtlich Auswirkungen spezieller politischer Konstellationen auf den Immobilien-Sektor?

Diese Diskussionen sind für uns auf vielen Ebenen schwer nachzuvollziehen. Tatsache ist, dass der Mietpreisdeckel im Frühjahr vom Verfassungsgericht als nichtig erklärt wurde. Wir beobachten die Entwicklungen aber selbstverständlich sehr genau.

Nach dem Verkauf der CA Immo-Beteiligung steht mit dem verfügbaren Kapital, wie sie vorhin bereits erwähnt haben, der Kauf von Immobilien bei der S Immo im Fokus. Wird bereits intensiv Ausschau gehalten und evaluiert?

Ja, wir prüfen aktuell einige sehr spannende Akquisitionsmöglichkeiten in CEE und sind zuversichtlich, dass wir schon bald mehr sagen können.

Die CA Immo-Anteile sind verkauft, welche Optionen prüfen Sie hinsichtlich ihrer Immofinanz-Aktien?

Wir haben im Rahmen des Übernahmeangebots immer wieder betont, dass die gegenseitige Verflechtung, die wir aktuell mit der Immofinanz haben, am Kapitalmarkt nicht goutiert wird. Gleichzeitig ist auch klar, dass eine Entflechtung nicht von heute auf morgen über die Bühne gehen kann – die Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre beider Gesellschaften stehen an erster Stelle und müssen zu jedem Zeitpunkt gewahrt sein. Wir prüfen verschiedene Optionen und sind grundsätzlich für alle vernünftigen Ideen offen.

Und noch ein kurzes Resumee zu ihren ersten Monaten bei der S Immo, bitte. 

Ich kannte die S Immo ja bereits jahrelang als Marktbegleiter und bin mit der Gesellschaft gut vertraut, insofern war es kein Sprung ins kalte Wasser. Das Team ist hochkompetent und hat mich mit offenen Armen aufgenommen – so konnten wir vom ersten Tag weg sehr effizient zusammenarbeiten. Und wenn man als neuer CEO gleich einmal knapp 130 Mio. Euro aufwerten kann, dann kann man sich beim besten Willen nicht beschweren. 

Text: Christian Drastil   Fotos: Oreste Schaller, Andreas-Jakwerth 

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