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Raiffeisen-Börsebericht: Investoren warten ab, was vonseiten der Politik noch kommt

22.09.2022, 3840 Zeichen

Aus dem aktuellen Börsebericht von Raiffeisen Research: "Die Rekordstände bei den Energiepreisen Ende August haben nachhaltige Wellen in Wirtschaft und Politik geschlagen. Auch, wenn nun um einiges niedriger, befinden sich Strom- und Gaspreise immer noch auf für Industrie und Haushalte unerträglichen Niveaus. Gleichzeitig fallen die Aktien der Versorger-Unternehmen, die ihre Stromproduktion zu diesen Preisen verkaufen. Warum?

Die Politik kam weiter unter Zugzwang und in den letzten Wochen kam eine Welle von Maßnahmen ins Rollen. In Österreich wurde der größte Teil des Haushaltsverbrauchs mit einem Preisdeckel von EUR 100 je Megawattstunde (MWh) versehen, wobei die Versorger die Differenz vom Staat ersetzt bekommen. Auf europäischer Ebene wurden Anfang September Pläne präsentiert, die noch diesen Monat von den Mitgliedsstaaten abgesegnet werden sollen.

Neben Zielen für die Reduktion des Spitzenverbrauchs von Strom in der Früh und abends sowie einer Unterstützung für die aufgeblasenen Derivatpositionen der Stromerzeuger stechen auf EU-Ebene besonders zwei Maßnahmen hervor: Der Solidaritätsbeitrag für Öl- & Gas-Unternehmen und eine Umsatzobergrenze für die Stromerzeuger, die von den hohen, Gaspreis getriebenen Strompreisen besonders profitieren, da sie keine oder billige fossile Energieträger nutzen (sogenannte inframarginale Stromerzeugung). So wird über den Winter der Umsatz bei EUR 180/MWh gedeckelt, alles darüber geht in die Staatskassen, um Hilfsmaßnahmen zu finanzieren. Das betrifft vor allem kurzfristige Verkäufe und die Umsätze des ersten Quartals 2023. Dabei sei festgehalten, dass dies noch immer ein sehr guter Preis ist angesichts der minimalen Gestehungskosten bei Wasserkraft und erneuerbaren Energien.

Jedoch kündigte Kommissionspräsidentin von der Leyen in ihrer Rede eine umfassende Strommarktreform an, die auf eine Entkopplung der Strompreise von den Gaspreisen abzielt. Dies läutet einen mittelfristigen Paradigmenwechsel am europäischen Strommarkt nach der kommenden Wintersaison 2022/23 ein. Wenn Gaskraftwerke nicht mehr preisbestimmend wären, sondern etwa Kohlekraftwerke, könnte der Großhandelspreis um mehr als die Hälfte fallen, aus heutiger Sicht bis etwa auf das Niveau der Winterumsatzobergrenze. Das wäre, wie gesagt, ein gutes Niveau und immer noch ausreichend, um sowohl Dividenden als auch Investitionen in erneuerbare Energien zu finanzieren. Während die Energievorräte für den Winter 2022/23 relativ gesichert scheinen, werden nächstes Jahr weitere Maßnahmen notwendig sein, welche die langfristige Entwöhnung von fossilen Energieträgern unterstützend begleiten sollen. Denn auch, wenn die Nachfrage preisbedingt sinkt, werden die Kosten für Energie so schnell nicht auf alte Niveaus zurückgehen.

Der Aktienmarkt goutiert das bislang nicht. Die Aktien von Wasserkrafterzeugern oder anderen Versorgern, die inframarginale Produktionskapazitäten haben, reflektieren bei Weitem nicht das Ertragspotenzial der Umsatzobergrenze. Die Aktie von EVN handelt zu weniger als dem Wert ihrer Beteiligung an Verbund. Die Investoren warten ab, was vonseiten der Politik noch kommt, denn die Lage bleibt angespannt und weitere nationale Eindämmungsmaßnahmen sind nicht ausgeschlossen.

In der Zwischenzeit treiben die Energiekosten nicht nur die Inflation, sondern drohen auch das Konsumklima einzutrüben. Zudem können nicht alle Industriebetriebe die gestiegenen Kosten vollständig weitergeben oder die Produktionsprozesse zeitgerecht umstellen. Einige Staaten haben bereits angekündigt, auch den Energiebedarf der Industrieunternehmen zu subventionieren bzw. die Preise zu deckeln. Es droht ein Flickenteppich an Maßnahmen, die mehr oder weniger schnell wirken. Wie die Beispiele Ford oder Lenzing zeigen, reagiert der Markt äußerst nervös und mit hohen Ausschlägen auf Änderungen der Gewinnprognosen."



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