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„profil“: Vorwürfe gegen Entwicklungsorganisation Opec Fund

11.08.2022, 1682 Zeichen
Wien (OTS) - Sieben ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Entwicklungsfinanzierungsinstitution Opec Fund For International Development (Ofid) erheben in profil Vorwürfe gegen ihren früheren Arbeitgeber. In Interviews berichten sie von Diskriminierung, Mobbing und sexuellen Übergriffen. Frauen hätten im Opec Fund weniger zu sagen als Männer, homosexuelle Angestellte hätten Angst, sich zu outen, Nicht-Muslime würden gegenüber Muslimen diskriminiert, einfache Angestellte seien oftmals der Willkür ihrer Vorgesetzten ausgesetzt, unliebsame Mitarbeiter würden von heute auf morgen ihrer Aufgaben entbunden und von der internen Kommunikation abgeschnitten. Kritik an der Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien sei ein „Kündigungsgrund“, heißt es.
Vier Frauen berichten von verstörenden Erfahrungen am Arbeitsplatz: Anzügliche Bemerkungen, Einladungen ins Private, versuchte Küsse, Grapschen im Lift und an Schreibtischen, abendliche Chatnachrichten mit expliziten Texten und pornografischen Bildern. Die zunehmende Dominanz saudischer Manager habe zu einer „Islamisierung“ und zu einem „toxischen Arbeitsklima“ geführt.
In einer Stellungnahme gegenüber „profil“ wollte sich der Fonds (nicht zu verwechseln mit dem Opec-Ölkartell) nicht zu „Personalangelegenheiten und anonymen Beschwerden“ äußern, legte aber Wert auf die Feststellung, dass man keinerlei Diskriminierung, Belästigung oder andere Formen von Fehlverhalten dulde. Der Opec Fund sei vielmehr eine „kulturell vielfältige Organisation, die das Recht aller Mitarbeiter anerkenne, unparteiisch, mit Würde und Respekt behandelt zu werden und in einem Umfeld zu arbeiten, das frei von Vorurteilen und Diskriminierung ist“.

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