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„profil“: Casinos - Interne Prüfung laut Sazka-Chef „Persilscheinbericht“

25.01.2020
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, äußerte sich der Chef der tschechischen Sazka-Gruppe in einer Zeugeneinvernahme bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft äußerst kritisch zum Bericht einer internen Untersuchung bei der Casinos Austria AG (Casag). Als ihm eine Passage des von der Anwaltskanzlei Schima Mayer Starlinger erstellten Berichts mit Angaben des mittlerweile abberufenen Casag-Finanzvorstands Peter Sidlo vorgehalten wurde, gab Chvatal zu Protokoll: „Ich habe den Persilscheinbericht von Schima gelesen und bleibe bei meiner Aussage.“
Chvatal vermutet politische Beweggründe hinter der Sidlo-Bestellung. Seiner Aussage nach ging die Nominierung des langjährigen FPÖ-Bezirksrats folgendermaßen vonstatten: „Glatz-Kremsner war fixer CEO, Sazka schlug Skopek als COO vor ... und dann kam aus dem Blauen Mag. Sidlo auf Vorschlag von Mag. Neumann. Ich fragte nach, in welchem Bereich von Novomatic Mag. Sidlo tätig sei, worauf Neumann antwortete ‚in keinem‘. Er stehe der FPÖ nahe und deshalb sei seine Nominierung die beste Lösung für das Unternehmen. Das widersprach unserer Ansicht und der bis vor kurzem artikulierten Ansicht der Novomatic diametral. Zu diesem Zeitpunkt wurde es das erste Mal offensichtlich, dass die Politik zurück im Unternehmen Casag war. Meine Reaktion war es, gegenüber Dr. Rothensteiner zu eskalieren. Ich sagte zu ihm: ‚Walter, das kann nicht sein.‘ Dr. Rothensteiner meinte, wir müssten es akzeptieren, Sidlo sei ein Muss.“
Im Rahmen der internen Untersuchung machte Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner Angaben zu einer Notiz, die er nach einem Telefonat mit dem damaligen ÖVP-Finanzminister Hartwig Löger angefertigt hatte. Aus der Notiz war hervorgegangen, dass Löger mit Novomatic-Alleinaktionär Johann Graf „konferiert“ hätte und dieser „irgendeinen Hintergrund Deal mit den Blauen“ gehabt hätte. Dazu sagte Rothensteiner im Rahmen der internen Untersuchung: „Ich hatte den Eindruck, dass BM Löger selbst keine nähere Kenntnis davon hatte, was er (oder ich in meinen Worten) als ‚Hintergrunddeal mit den Blauen‘ bezeichnete. Deshalb fragte ich ihn auch nicht näher.“
Im internen Untersuchungsbericht folgert die Anwaltskanzlei, dass kein Korruptionsdelikt gegeben sein könne, da der „derzeit bekannte Inhalt des Telefonats“ keinen Schluss darauf zulasse, dass einer der beiden Gesprächsteilnehmer wusste, um welchen Deal es sich handelte.
 

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