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Petschar fordert breite Unterstützung für österreichische Milchwirtschaft

15.10.2021
Wien (OTS) - „Die Ereignisse infolge der Pandemie haben gezeigt, wie wichtig eine gesicherte und nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln ist. Es muss alles unternommen werden, diese nachhaltige Versorgung mit essentiellen Gütern wie Lebensmitteln sicherzustellen“, erklärte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) Dir. Helmut Petschar anlässlich der Generalversammlung der VÖM und forderte dazu die passenden Rahmenbedingungen ein, sowohl für die faire Ausgestaltung des Marktes, aber auch für die weitere Ökologisierung des Sektors. Nur in Zusammenarbeit von Landwirten, Verarbeitern, dem Handel, den Konsumenten und der Politik kann dieses Ziel abgesichert werden.
Schwerpunktthemen der Generalversammlung, an der die Spitzenfunktionäre und Geschäftsführer der österreichischen Milchwirtschaft sowie der Präsident der LKÖ Josef Moosbrugger teilnahmen, waren notwendige Maßnahmen zur Bewältigung der Corona Pandemie und deren Auswirkung auf den Märkten, die Ausgestaltung und Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik, des Green Deals und der Farm to Fork -Strategie der EU, Maßnahmen für mehr Fairness in der Lebensmittelkette, die Fortführung und der weitere Ausbau der Qualitäts-, Tierwohl- und Nachhaltigkeitsstrategie der österreichischen Milchwirtschaft, Maßnahmen in der Lebensmittelpolitik und der Herkunftskennzeichnung, weiters Fragen der Umwelt, Klima- und Abfallpolitik.
In der Generalversammlung wurde Dir. Helmut Petschar für eine weitere Periode als Präsident der VÖM wiedergewählt. Die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter wurde 1994 als Verein zum Zweck der Wahrung der Interessen und Förderung der Milchwirtschaft gegründet und fungiert als Sprachrohr der Milchwirtschaft. Präsident Moosbrugger gratulierte Präs. Petschar zur Wiederwahl und erörterte mit den Vertretern der Milchwirtschaft aktuelle agrarpolitische Themen.
Erfreulich sieht die VÖM, dass die Österreicher aber auch die Kunden im Ausland die Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen, wofür die Milchwirtschaft sehr dankbar ist, dies ermutigt uns diese Strategie weiter auszubauen. Schade ist es allerdings, wenn der Konsument mangels einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung die Herkunft und damit die unterschiedlichen Qualitätsstandards nicht erkennen kann. Damit wird der Beitrag der Konsumenten für eine regionale und klimabewusste Ernährung erschwert, so Petschar, der rasche Fortschritte bei der Herkunftskennzeichnung einfordert.
Kritisch sieht die VÖM einzelne Maßnahmen der Farm to Fork- Strategie der EU, wenn daraus die heimische Produktion beschränkt und zusätzliche Importe mit weit schlechteren Umwelt- und Klimastandards erfolgen, wie dies aus den nunmehr veröffentlichten Evaluierungsstudien hervorgeht. „Wir fordern die Förderung einer nachhaltigen Produktion in der EU, es kann nicht sein, dass heimische Produktion und Wertschöpfung bedenklichen Importen geopfert werden, und nach den Erfahrungen der Corona Krise die Versorgungssicherheit der EU in mehreren Bereichen gefährdet wird, so Petschar.
Notwendig sieht die VÖM die verpflichtende Einführung fairer Handelspraktiken im Zuge der Umsetzung der UTP-Richtlinie in Österreich, wobei der vorgelegte Entwurf bei wichtigen Fragen hinter das Schutzniveau in anderen Ländern, wie z. B. Deutschland, zurückfällt, obwohl die Handelskonzentration in Österreich höher ist und auch zuletzt die Diskussionen mit dem Handel über die Abgeltung der eklatant gestiegenen Kosten die Problematik neuerlich gezeigt haben. Bedauerlich sind auch zwei rechtlich bedenkliche Punkte im österreichischen Vorschlag, die aus einer ideologisch und politisch motivierten Diskussion stammen und zum Nachteil für Vermarktungsgemeinschaften und den gesamten Sektor sind.
„Österreich ist ein Milchland. Die Milchwirtschaft prägt das Gesicht unseres Landes, besonders in den Berg- und benachteiligten Gebieten und sichert die Versorgung mit Lebensmitteln auf höchstem Qualitäts- und Nachhaltigkeitsniveau. Diese Stärken sind weiter auszubauen und dürfen nicht durch falsche Maßnahmen gefährdet werden, wofür wir im nationalen Interesse um Unterstützung und Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen ersuchen“, ergänzte Petschar.
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