29.11.2024, 2725 Zeichen
Klagenfurt (OTS) - Aus Sicht der Wirtschaft liegen die Gegenrezepte
schon lange auf dem
Tisch. Eines der größten Probleme sind die Lohnnebenkosten.
„Österreichs Unternehmen produzieren Top-Qualität, aber zu teuer.
Wollen wir international mithalten, dürfen wir uns nicht länger aus
dem Markt preisen“, fordert WK-Präsident Jürgen Mandl eine spürbare
Senkung. Ebenso wichtig sind aber Steueranreize für die auf dem Boden
liegenden Investitionen, mahnt Mandl: „Wollen wir Wachstum, müssen
wir Anreize für Investitionen setzen: z.B. durch einen
Investitionsfreibetrag oder eine auf 15 Prozent reduzierte KÖSt für
Investoren, die neu nach Österreich kommen. Das schafft neue
Arbeitsplätze und kostet das Finanzministerium keinen Cent.“
Leistung & Arbeit aufwerten
Schon seit Monaten kämpft Mandl gegen den würgenden Fachkräftemangel,
der trotz steigender Arbeitslosigkeit ein Hemmschuh bleibt:
Nichtarbeit ist zu attraktiv, viele entscheiden sich für Teilzeit,
steuerliche Anreize für mehr Engagement fehlen. Deshalb müsse der
Unterschied zwischen Teilzeit- und Vollzeitarbeit größer sein,
Mehrarbeit müsse sich - etwa durch steuerfreie Überstunden - mehr
lohnen. „Und wer in der Pension noch etwas dazuverdienen und sein
Know-how weitergeben will, soll das ohne Steuern und Abgaben tun
können“, verlangt Mandl.
Koalitionsverhandlungen: „Die Zeit läuft!“
An die rund 300 Koalitionsverhandler richtete Mandl den Appell,
weltanschauliche Hürden beiseite zu räumen und rasch zu
wirklichkeitskonformen Maßnahmen zu kommen: „Ideologische
Scheuklappen dürfen Reformen nicht blockieren. Eine stabile Regierung
muss jetzt schleunigst Maßnahmen umsetzen, etwa gegen die
überbordende Bürokratie, gegen weiter steigende Staatsausgaben und
für neues Wachstum!“ Keinesfalls werde man aus der Krise
herauskommen, indem (noch) weniger gearbeitet werde als bisher und
Menschen wie Betriebe noch stärker mit Steuern und Abgaben belastet
würden. Mandl: „Als Unternehmer wissen wir: Budgetlöcher gehen nicht
weg, weil man oben mehr Geld hineinschüttet. Österreich hat nicht zu
wenig Einnahmen, sondern zu hohe Ausgaben mit falschen Schwerpunkten.
Das muss aufhören.“
Mut ist gefragt
Die nächste Regierung müsse daher mutige Entscheidungen treffen,
fordert Mandl: „Die Wirtschaft kann auf einen Befreiungsschlag nicht
länger warten, wie die täglichen Hiobsbotschaften eindrucksvoll
zeigen. Wir wollen entschlossenes, an der wirtschaftlichen
Wirklichkeit und nicht an ideologischen Hirngespinsten orientiertes
Gegensteuern ohne Zaudern und Zögern. Mit einem Weiter-wie-bisher,
faulen Kompromissen und nicht mehr sichtbaren kleinsten Nennern
werden wir scheitern. Und die gewohnte Lebensqualität und soziale
Sicherheit in Österreich gleich mit. Das muss allen Beteiligten klar
sein.“
kapitalmarkt-stimme.at daily voice 57/365: Hört (und seht) mal, welch tolle Jobs die Kapitalmarktunternehmen anzubieten haben
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