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Impact Investing - „green recovery“ im Lichte von Corona und „green washing“ als Herausforderung für den Anlegerschutz

23.09.2020

Gerade noch wurde während des Weltwirtschaftsforums in Davos „green finance“ absolut ins Rampenlicht gerückt, um nun wie Schauspieler auf das Ende des aktuellen Akts zu warten, der durch Corona bespielt wird, um danach wieder den Platz im Bühnenlicht erobern zu können. Der aktuelle Akt, ist jedoch noch nicht zu Ende und vermutlich dürfen wir hier eher auf einen gemeinsamen Auftritt hoffen, denn Corona wird so schnell die Weltbühne nicht verlassen.

Viele Trends haben sich durch COVID-19 nochmals deutlich beschleunigt, trifft das auch auf die Sustainable Finance Initiativen der Regulatoren zu? Das ist eine berechtigte Frage und ich denke die Antwort ist: Ja! Spotlight on Green Finance scheint ebenso sicher.

Staatlich gelenkte „green recovery“. Da die bisherigen Fortschritte zur Finanzierung einer nachhaltigeren Wirtschaft nicht schnell genug greifen, vertritt die EU-Kommission jedenfalls die Meinung, dass eine eindrücklichere Strategie für nachhaltige Finanzen erforderlich ist. Zu diesem Zweck wurde im Dezember im Green Deal eine erneuerte Strategie angekündigt. Diese sieht als einen der drei zentralen Punkte vor, den regulatorischen Rahmen so zu stecken, dass sich „grüne Geldanlagen“ positiv für Bürger, Finanzinstitutionen und Unternehmen auswirken.

Auch die ESMA, die Europäische Wertpapier- und Marktaufsicht, hatte im Februar ihre „Strategie für nachhaltige Finanzen“ veröffentlicht, in der sie darlegt, wie sie ESG-Faktoren im gesamten Spektrum ihrer regulatorischen Aktivitäten zu berücksichtigen gedenkt. Diese umfassen die Arbeit an einem einheitlichen Regelwerk mit Standards und Transparenzverpflichtungen sowie die Gewährleistung einer konvergenten aufsichtsrechtlichen Anwendung der EU-Gesetzgebung in jedem EU-Mitgliedsland.  

ESG gewinnt auch national an Fahrt. Die EU schreitet also forsch voran, um ihre Initiativen für nachhaltige Finanzen zu pushen und auch auf nationalen Ebenen gewinnen ESG-Initiativen an Fahrt. Der Zug ist einfach wirklich bereits abgefahren und nicht mehr zu stoppen, Corona wird diese Bewegung langfristig eindeutig befeuern, anstatt sie zu bremsen. Unterdessen sind die Chancen, die diese Pandemie mit sich bringt, offensichtlich – vor allem im viel diskutierten Nutzen für die Umwelt, sowohl kurzfristig, als auch mit dem Potenzial der Nachhaltigkeit. 

Wir sollten diese Chancen nützen, denn jetzt ist die Zeit für sozial verantwortliche und wirkungsvolle Investitionen so richtig gekommen, um die Welt nachhaltig zu verändern! Das sehen auch die Fondsgesellschaften so, denn mittlerweile findet sich kaum mehr eine, die nicht von sich behauptet ESG schon lange als integralen Bestandteil zu berücksichtigen. 

In diesem Zusammenhang scheint wohl auch „greenwashing“ erwähnenswert und es ist die Frage zu stellen, ob sich dieses zum ernsthaften Risiko für Investoren entwickeln könnte?

„green washing“ als Herausforderung für den Anlegerschutz. Ein neuer Bericht der Meta-Aufsicht (International Organization of Securities Commissions) beispielsweise hat nach einer Überprüfung der Eigeninitiativen einzelner Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmer vor allem drei wiederkehrende Problemfelder identifiziert – darunter „green washing“. Neben den voneinander abweichenden Aktivitäten der verschiedenen Regulierungsbehörden, insbesondere im Bereich der Offenlegungspflichten, ist das zweitens das Fehlen gemeinsamer Definitionen nachhaltiger Aktivitäten und drittens eben „greenwashing“ als Herausforderung für den Anlegerschutz. Mit diesen Problemfeldern will sich die IOSCO nun gründlich befassen und richtet dazu eine Task Force für Nachhaltigkeit ein. Diese soll zudem die Koordination relevanter Regulierungs- und Aufsichtsansätze erleichtern, Transparenz und Vergleichbarkeit der ESG-Daten schaffen, die Methoden und Governance der Credit- und ESG-Rating-Agenturen durchleuchten und die Risiken des „greenwashing“ analysieren. Das Thema wird also auf politischer, regulatorischer Ebene mittlerweile sehr ernsthaft betrieben. Gut so!

zur Autorin

Susanne Lederer-Pabst. Die Finanzanalystin und gerichtlich beeidete Sachverständige für den Bank- und Börsebereich will nachhaltiges, sozialverträgliches Investieren stärker in den Investmentfokus Institutioneller Investoren rücken. 

dragonfly.finance bietet umfassende Beratung zu den Themen ‚Nachhaltigkeit‘ und ‚Impact Investing‘ speziell für institutionelle Investoren. office@dragonfly.finance

Aus dem "Börse Social Magazine #43" - 1 Jahr, 12 Augaben, 77 Euro. Ca. 100 Seiten im Monat, ca. 1200 Seiten Print A4


 

Bildnachweis

1. BSM #43



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