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15.05.2019

Helsinki Syndrom. Interessant, wie sich ein falscher Begriff einzig aufgrund der Nennung in einem Film etablieren kann. Ein recht dämlich wirkender Fernsehsprecher verwechselt im Film „Stirb langsam“ Stockholm mit Helsinki und schon wurde das Stockholm Syndrom mit der finnischen Hauptstadt verewigt. Lustig. Was man unter diesem Syndrom versteht, ist ein oft bei Geiselnahmen oder länger andauernden Gewaltverbrechen entstehender positiver Konflikt zwischen Täter und Opfer. Das Opfer verzeiht dem Täter, bzw. sympathisiert sogar mit ihm und seinen Taten. Diese Verhaltensmuster können aber durchaus auch bei politischen Umständen entstehen. Diktatoren haben beispielsweise sehr oft ähnlich geartete Sympathiemuster. Die nordkoreanische Bevölkerung jubelt einem Kim Jong Un sicher nicht allein zu weil er so ein toller Hecht ist, sondern durchaus weil seine Machtposition es fordert. Dass sich die Meinung in die Richtung der Zuneigung dreht passiert damit und zusätzlich macht es alles einfacher. Der große Bruder liebt dich und deswegen liebt man auch den großen Bruder.

Wenn man heute diskutiert, hört man inzwischen immer öfter wie recht Donald Trump doch hat, endlich die Chinesen in die Schranken zu weisen. Jene Chinesen die nichts anderes tun, als tagtäglich unsere intellektuellen Schätze zu entwenden und die verbundene heimische Wirtschaft zu schwächen. Man versteckt sich hinter dem US-Präsidenten mit dem Wunsch nur ja nicht selber dran zu kommen, denn das wäre ja unangenehm. Und diese Rhetorik ist gar nicht mal so abwegig. Es stimmt ja, dass China einen gewaltigen Devisenüberschuss aus den USA holt, weil die US-Konsumenten sich daran gewöhnt haben chinesische Waren zu kaufen. Das will man jetzt wieder zurück haben. Eh klar. Weil die USA beispielsweise die letzten Jahrzehnte immer mehr ausgegeben als eingenommen haben. Leistungsbilanzdefizit nennt man das. Das ist in USA gerade 2,34% negativ. Das letzte Mal war diese Zahl 1991 einen Hauch positiv, danach immer unter Wasser. Die USA brauchen deswegen den Status als „Retter der Welt“, weil dadurch bleibt der US-$ die globale Reservewährung, und die USA können durch Investitionen des Rests der Welt in eben diesen Dollar die eigene Ineffizienz balancieren. Wenn jetzt aber die bösen Chinesen diesem Treiben ein Ende machen, dann geht es ans Eingemachte und dann müssen eben drakonische Methoden her, um zumindest kurzfristig zur Räson zu rufen. „Amerika first“ als Hilferuf.

Das Effizienteste wäre zwar, den gemeinsamen Handel auf Transparenz und globale Partnerschaften zu stellen, also quasi das Gegenteil von allem, was in diesem Fall die letzten Monate propagiert wurde, denn dann könnte man viel besser objektivieren und auch Missbrauch kontrollieren der somit weit weniger auftreten wird als bisher, aber das würde auch die eigenen Schwächen viel mehr enttarnen. Blöd.

Was bleibt, ist die Ohnmacht am Globus sich mit dem einen oder anderen Übel abfinden zu müssen, nur damit es endlich aufhört täglich als Bedrohung zu dominieren. Der Wunsch nach Ruhe um den Preis des Verlustes. Auch das könnte man mit Stockholm Syndrom in Verbindung bringen.

Übrigens wurde das Stockholm Syndrom nach einem mehrtägigen Bankraub mit Geiselnahme erstmalig geprägt. Auch da ging‘s ums Geld.

(Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 15.05.)


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Bildnachweis

1. Wolfgang Matejka



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