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Handelsverband begrüßt wichtigen Schritt der EU zu mehr Fair Play auf Online-Plattformen

18.02.2019
Wien (OTS) - Das Europäische Parlament, der Rat und die Europäische Kommission konnten sich Ende letzter Woche auf neue Vorschriften für mehr Fairness und Transparenz für Online-Plattformen einigen.
Verboten sein sollen künftig:
Verbot von plötzlichen, unbegründeten Kontensperrungen: Nach den neuen Vorschriften können digitale Plattformen ein Verkäuferkonto nicht mehr ohne triftigen Grund und ohne Einspruchsmöglichkeiten sperren. Jede Sperrung oder Schließung eines Kontos bzw. Sperrung einzelner Waren muss künftig gegenüber dem betroffenen Unternehmen begründet werden. Zusätzlich muss 30 Tage vor der Schließung eines Kontos eine Warnung ausgesprochen werden. Außerdem müssen Plattformen das betreffende Verkäuferkonto umgehend wieder freischalten, sollte eine Sperrung irrtümlich erfolgt sein;\nGeschäftsbedingungen müssen leicht verfügbar und verständlich sein, Änderungen müssen mindesten 15 Tage vorab angekündigt werden und mögliche Gründe für Sperrungen oder Schließungen transparent angegeben werden;\nMarktplätze und Suchmaschinen müssen die wichtigsten Parameter für das Ranking offenlegen und informieren, wie die Ranking-Position beeinflusst werden kann;\nPlattformen, die nicht nur ein Marktplatz, sondern gleichzeitig auch selbst Verkäufer auf demselben Marktplatz sind, müssen alle Vorteile offenlegen, die sie ihren eigenen Produkten gegenüber jenen Dritter geben;\nFür eine schnellere und wirksamere Beilegung von Streitfällen sollen verpflichtend interne Beschwerdesysteme eingerichtet sowie Mediatoren herangezogen werden. Dadurch sollen Probleme künftig auf unkomplizierte Weise auf außergerichtlichem Wege aus der Welt geschafft werden;\nUnternehmensverbände bekommen die Möglichkeit, Plattformen wegen Nichteinhaltung der Vorschriften vor Gericht zu bringen.\nZwtl.: Wichtige Stärkung von KMU-Händlern gegenüber eCommerce-Marktplätzen
Vor allem kleine und mittelständische Handelsunternehmen sind auf Online-Vermittlungsdienste wie Amazon Marketplace angewiesen, um für Verbraucher überhaupt sichtbar zu sein. Dass diese Händler bei Auseinandersetzungen mit den marktmächtigen Plattformen dann oftmals den Kürzeren ziehen, ist vorprogrammiert.
Unzählige diesbezügliche Händlerbeschwerden, die bei der [Meldestelle] (https://www.handelsverband.at/ecommerce/meldestelle/) des Handelsverbandes eingegangen sind, belegen diese Annahme. Sachverhaltsdarstellungen betroffener Händler waren auch der Auslöser für die Beschwerde des Handelsverbandes bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) gegen Amazon.
"Die großen Plattform-Betreiber profitieren ja auch von den gelisteten Marktplatz-Händlern - etwa durch eine breitere Produktpalette hin zum Konsumenten. Das darf aber keine Einbahnstraße sein", erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes und Beschwerdeführer im Ermittlungsverfahren der BWB gegen Amazon.
Durch die neuen EU-Vorschriften für Plattformen sollen die Beziehungen zu Online-Plattformen für Unternehmen berechenbarer und Probleme schneller behoben werden können. Damit haben die langjährigen bewusstseinsbildenden Initiativen des Handelsverbandes einmal mehr Wirkung gezeigt: die als problematisch aufgezeigten unbegründeten Sperrungen von Händlerkonten werden bald der Vergangenheit angehören.
Zwtl.: Ankündigungsfrist auch bei Sperrungen einzelner Warengruppen fehlt
"Die Begründungspflicht für Schließungen oder Sperrungen von Händlerkonten ist ein ganz wichtiger Schritt Richtung FairCommerce. Denn plötzliche, unangekündigte Sperrungen von Produkten, mit denen viel Umsatz erwirtschaftet wird, sind gerade für kleinere und mittelständische Händler existenzbedrohend", ist Will überzeugt.
"Eine 30-tägige Ankündigungsfrist auch bei Sperrungen einzelner Warengruppen des Händlers und nicht nur bei vollständiger Schließung des Kontos wäre jedoch entscheidend gewesen, um eine mögliche Umgehung der Bestimmungen zu verhindern", relativiert Will.
Der Handelsverband kämpft als freie Interessenvertretung für alle österreichischen Handelsunternehmen weiterhin mit aller Kraft für faire Online-Plattformen und führt hierzu seit Jahren einen intensiven Dialog mit den führenden eCommerce-Marktplätzen.
"Dieser Dialog befreit aber nicht von Regulierungen auf EU- und nationaler Ebene, um ein Fair Play für alle Händler und gute Preise für alle Konsumenten langfristig sicherzustellen", so Rainer Will abschließend.
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