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Günstige Refinanzierungslage für Banken und intensiver Wettbewerb auf dem Kreditmarkt

22.01.2020
Wien (OTS) - Einerseits finden die österreichischen Banken aufgrund der Geldpolitik des Eurosystems und der Situation auf dem Geld- und Kapitalmarkt sowie bei den Kundeneinlagen günstige Bedingungen für ihre Refinanzierung vor. Andererseits senkten sie in den letzten Jahren – bedingt durch den starken Wettbewerb auf dem Kreditmarkt – wiederholt die Margen für Neukredite, was die Kreditkunden profitieren lässt, jedoch die Zinserträge der Banken drückt. Das zeigen die Ergebnisse der vierteljährlichen Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum, in der führende Banken nach ihren Einschätzungen gefragt werden.
Seit Mitte 2016 berichten die an der Umfrage teilnehmenden Banken weitgehend von Verbesserungen ihrer Refinanzierungslage über Einlagen sowie auf dem Geldmarkt und auf dem Kapitalmarkt. Die Angaben für das vierte Quartal 2019 und die Erwartungen für das erste Quartal 2020 zeigen unverändert günstige Bedingungen. Auch eine der jüngsten Maßnahmen der Geldpolitik wirkt sich unmittelbar vorteilhaft auf die Banken aus. Seit September 2019 führt das Eurosystem wieder gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte durch, die großen Zuspruch finden. Schon vergangene Auflagen dieser Geschäfte wurden von den Banken in Österreich (und generell im Euroraum) gut angenommen. Neben einer verbesserten Refinanzierung schreiben die Banken diesen geldpolitischen Geschäften positive Auswirkungen auf ihre Liquidität und ihre Profitabilität zu. Die dadurch zusätzlich zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel verwenden die Banken auch für die Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte.
Im Unternehmenskundengeschäft gab es in den Jahren 2016 bis 2018 einen außergewöhnlichen Kreditboom. Seither stagniert die Nachfrage nach Unternehmenskrediten auf hohem Niveau, was auf die schwächere Konjunktur zurückzuführen ist. Im Privatkundengeschäft (Wohnbaukredite sowie Konsum- und sonstige Kredite) hat sich die Kreditnachfrage von Ende 2017 bis Mitte 2019 kaum geändert. Die Umfrageergebnisse für das dritte und vierte Quartal 2019 zeigen allerdings eine moderate Belebung der Nachfrage nach Wohnbaukrediten an – unterstützt vom anhaltend niedrigen Zinsniveau.
Die Banken haben seit Mitte 2016 – in einem Umfeld hoher Liquidität und bedingt durch den starken Wettbewerb auf dem Kreditmarkt – die Margen bei neu vergebenen Unternehmenskrediten und neu vergebenen Wohnbaukrediten an private Haushalte wiederholt gesenkt. Margen sind Aufschläge auf Referenzzinssätze (wie z. B. den Euribor) und bestimmen gemeinsam mit diesen die Höhe der Kreditzinsen. Niedrigere Margen senken die Kreditzinsen und begünstigen die Kreditkunden, drücken aber die Zinserträge der Banken.
Die hierdurch günstigeren Kreditkonditionen kommen allerdings nur Kunden mit entsprechender Bonität zugute. Bei risikoreicheren Unternehmens- und Wohnbaukrediten wurden die Margen nicht gesenkt. Im Kreditgeschäft ist es im Laufe der letzten Jahre damit zu einer immer stärkeren Differenzierung aufgrund der Kreditwürdigkeit der Kreditkunden gekommen. Auch bei Konsum- und sonstigen Krediten an private Haushalte kam es zu keinen Margensenkungen.
Die derzeit im langfristigen Vergleich außergewöhnlich niedrigen Kreditzinsen sind allerdings der Geldpolitik des Eurosystems geschuldet, durch die sich das Zinsniveau seit 2008 deutlich nach unten verschoben hat. Die Zinsen für Neukredite an Unternehmen sowie an private Haushalte für Wohnbau sind seit Oktober 2008 um etwa 4 Prozentpunkte gefallen. Der Referenzzinssatz Euribor, an den viele variabel verzinste Kredite gebunden sind, ist seit Februar 2016 in allen Fristigkeiten negativ.
Restriktiver wurden die Banken hingegen bei den Kreditrichtlinien (interne Kriterien der Banken für die Kreditvergabe) für private Haushalte (Wohnbaukredite sowie Konsum- und sonstige Kredite). Diese wurden 2019 hauptsächlich aufgrund der Risikosituation verschärft. Im Unternehmenskundengeschäft blieben die Kreditrichtlinien schon seit 2017 weitgehend unverändert.
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Die Zentralbanken des Euroraums – in Österreich die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) – führen gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Anfang 2003 viermal jährlich eine Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum durch, um ihren Informationsstand über das Kreditvergabeverhalten der Banken, die Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten, sowie sonstige die Geldpolitik betreffende Themen zu verbessern. Dabei wurden zuletzt 144 führende Banken aus allen Ländern des Euroraums befragt, darunter acht Institute aus Österreich.
Eine ausführliche Darstellung der österreichischen Ergebnisse wird in Statistiken – Daten & Analysen Q1/2020 und vorab auf der OeNB-Website veröffentlicht. Dort finden sich auch weitere Informationen und Daten zu den Österreich-Ergebnissen der Umfrage: www.oenb.at/Geldpolitik/Erhebungen/umfrage-ueber-das-kreditgeschaeft
Die Resultate für den Euroraum werden von der EZB auf ihrer Website publiziert: www.ecb.europa.eu/stats/money/surveys/lend/html/index.en.html
 

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