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Gesundheits- und Krankenpflege, der größte Gesundheitsberuf, wird in der Führungsetage zunehmend männlich

09.03.2021
Wien (OTS) - In Österreich ist der Pflegeberuf, nach wie vor, überwiegend weiblich. Konkret lag der Frauenanteil im Jahr 2019 in stationären Einrichtungen (z.B. Krankenhäuser oder Altenpflege) bei 84%, in der mobilen Betreuung und Pflege sogar bei 91%.
Jedoch ergab eine Erhebung des Karl Landsteiner Instituts für Human Factors & Human Resources im Gesundheitswesen im November 2020, dass Frauen in der Führungsetage von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen vergleichsweise geringer zu finden sind: In 233 Krankenanstalten in Österreich waren durchschnittlich nur knapp 71% der Stellen für Pflegedirektor*innen an Frauen vergeben. Besonders gering war der Frauenanteil in Führungspositionen in Therapiezentren mit 50%, in Sonderkrankenanstalten mit 60% sowie in Rehazentren und -kliniken mit 64%.
Diese Ergebnisse zeigen, dass Frauen im 21. Jahrhundert noch immer an ihre „gläsernen Decke“ stoßen, wenn es darum geht, Karriereziele zu erreichen. Offensichtlich sind Hürden wie die Mehrfachbelastungen sowie Teilzeitarbeit bedingt durch familiäre Betreuungsaufgaben noch immer nicht überwunden, die echte Chancengleichheit bei karriererelevanten Aus- und Weiterbildungen mehr Theorie als Praxis. Nicht zuletzt wird die Führungsautorität von Frauen noch immer von vielen traditionell Denkenden in Frage gestellt.
Mit all diesen Faktoren haben männliche Mitarbeiter in Pflegeberufen bei ihrer Karriereplanung weitaus weniger zu kämpfen.
Zudem konnte in den letzten Jahren ein abnehmendes Interesse von Pflegepersonen an Führungspositionen im Pflegebereich beobachtet werden. Anstatt Karriere anzustreben steigt das Interesse an Spezialgebieten, wie etwa die Pflege von Menschen, die an onkologischen Erkrankungen leiden oder die Versorgung chronischer Wunden.
Um diese sich abzeichnenden Tendenzen mit Fakten belegen zu können, läuft aktuell bis 31. März 2021 unter [www.pflege-barometer.at] (http://www.pflege-barometer.at) eine Befragung für Angehörige des Pflegemanagements. Durchgeführt wird diese Befragung in einer Kooperation des Karl Landsteiner Institutes für Human Factors & Human Resources, EUCUSA und health care communication. Informationen dazu auch unter www.kli-hr.at. Das „Führungskräftebarometer Pflege“ erhob bereits im Jahr 2016 wertvolle Daten bei dieser Zielgruppe. Durch die Ergebnisse 2021 und den Vergleich mit den Ergebnissen von 2016 sollten sich Trends und Stagnationen in der Entwicklung zeigen und Ansätze für die Attraktivierung der Führungsposition für Frauen erkennen lassen. Erste Daten werden im Mai 2021 veröffentlicht.
 

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