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Die 50 größten EU-Aktien zahlen im Schnitt 3,7%, im ATX schafft man bereits 5,5% (Wolfgang Matejka)

29.06.2022, 3832 Zeichen



Die letzten Jahre hat sich ein lange Zeit geltender Vergleichsmaßstab an den Kapitalmärkten ins Interesselose verloren, die Divergenz zwischen Anleiherendite und Aktienrendite. Als Anleiherenditen, bestimmt durch Notenbankaktivität, ins Negative fielen und dort jahrelang verharrten, blieb ertragssuchenden Anlegern nichts übrig als in Aktien oder verwandte Investments zu gehen. T.I.N.A. (There Is No Alternative) war geboren. Jetzt geht es TINA mehr und mehr an den Kragen, denn die totgeglaubten Bonds haben ihr Leben wieder gewonnen und machen sich, teilweise wie Zombies am Gängelband der Notenbankerwartungen, auf in ihr neues Leben als gewünschtes Investment. Doch noch ist es nicht so weit, als dass sich die Erträge aus Staatsanleihen mit jenen der Aktien messen können. Inflation, politisches Umfeld, und auch der schwankende Boden auf dem sich die Inflationsberechnungen befinden, sorgen dafür, vorerst noch auf d em sicheren, weil flexibleren Hafen der Aktien zu verweilen.

Und es gibt auch gute Gründe dafür, denn auch die Aktien haben mittlerweile reagiert. Die Dividende als erstklassiges Argument gegen fixe Kuponzahlungen war zwar schon mal stärker positioniert, aber derzeit ist man mit Durchschnittsrenditen gesegnet, die einem echten Schnäppchen gleichkommen. Die 50 größten EU-Aktien zahlen im Schnitt 3,7%, im ATX schafft man bereits 5,5%. Sicher nicht für ewig, vielleicht wird’s 2023 kurz mal weniger werden, aber sobald sich die Gewinnerwartungen wieder erholt haben, und das sollten sie sobald die Energiebedrohung aus Russland verarbeitet ist, werden auch die Dividenden wieder steigen. An dieser Attraktivitätsbalance zu Gunsten der Aktien wird sich daher nicht so schnell etwas ändern. Als Argument für ein Bondinvestment ist aber mit Sicherheit die Suche nach Ruhe und geringerer Volatilität, verbunden mit der Hoffnung, dass es ja dann doch irgendwann wieder bergab mit Inflation & Co gehen sollte im Raum. Gute Absicht, den Early Bird zu füttern, aber auf kurz bis mittelfristige Investitionszeiträume sind die Bondmärkte selbst mittelgroße Spielverderber. Ihnen wohnt eine Analysemöglichkeit inne, die die Inflationserwartungen relativ konkret erkennen lässt. So gibt es an diesen Märkten auch inflationsindexierte Anleihen deren Kupon sich an der jeweiligen Inflationsentwicklung bemisst. Dies sind zumeist Staatsanleihen und sie wurden bis vor Kurzem genau deswegen auch sehr oft von “ganz normalen institutionellen Anleihekäufern“ gekauft, einfach weil es durch die bisherigen Notenbankkäufe am Markt zu wenig der „normalen“ Bullet Bonds gab. Nun bereinigt sich diese verschobene Preiswahrheit am Bondmarkt und lässt dadurch in der Spread-Analyse genauere Inflationsschätzungen zu. Die sehen derzeit in Deutschland in 2 Jahren einen Wert von 4,8%, in 3 Jahren 3% und erst in 5 Jahren 2,7% voraus. In 10 Jahren sollten wir wieder die 2% erreicht haben. Das Ziel der EZB. Wenn man sich nun diese Markterwartungen für seine Investitionsstrategie zugrunde legt, wird man sehr rasch erkennen, dass ein positives Renditebild, nach Inflation, an den Bondmärkten wohl noch einige Zeit ein frommer Wunsch bleiben wird. Genauso erkennt man, dass die Aktivitäten von EZB oder FED noch einiges an Zinserhöhungen hergeben müssten, um nur in die Nähe eines Alternativniveaus zu kommen. Und genau dieser Zins – bzw. abgeleitet daraus dieses Renditeniveau ist kaum einem Wirtschaftswachstum zuträglich. Denn dann wird auch der letzte Euro, den die Firmen noch für Investitionen reserviert haben, dem „Zins-Gott“ geopfert. Egal ob der Ölpreis hoch bleibt oder nicht.

Es wird daher bei einer negativ balancierten Ertrags-Beziehung zwischen Aktien und Anleihen vorerst bleiben müssen. Alles andere sticht sich selbst ins Knie.

(Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 29.06.)



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Bildnachweis

1. Wolfgang Matejka, Wiener Privatbank / Matejka & Partner   >> Öffnen auf photaq.com



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