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Corona: Handelsverband präsentiert 3-Punkte-Plan zur Entlastung mitarbeiterintensiver Unternehmen mit Kundenkontakt

20.10.2020
Wien (OTS) - Die Grippesaison 2020 steht kurz bevor, die aktuelle Situation ist jedoch nicht annähernd vergleichbar mit den letzten Jahren. Immer mehr Händler klagen über einen massiven Anstieg an Covid-bezogenen Mitarbeitsausfällen. Die Hintergründe sind vielschichtig, drei Szenarien lassen sich unterscheiden. Hierfür hat der Handelsverband ein effizientes, praxisnahes Lösungspaket erarbeitet.
Zwtl.: Forderung 1: "Verdachtsfälle ohne Symptome" im Handel schnell & kostenfrei testen
Der derzeit häufigste Fall: Mitarbeiter, die mit einem Verdachtsfall oder einer Kategorie-1-Person in engerem Kontakt waren und dadurch selbst zu "Verdachtsfällen ohne Symptome" für die Handelsunternehmen werden.
Derzeit wird formal nur unterschieden zwischen:
Covid-19 positiven Fällen;\nVerdachtsfällen (mit Symptomen);\nKategorie-1-Kontaktpersonen (K1);\nKategorie-2- Kontaktpersonen (K2).\n Jedoch besteht vor allem in kundenintensiven Branchen für die Unternehmen bereits bei Kontakt eines Mitarbeiters mit einer Verdachtsperson oder eine K1-Person starke Unsicherheit, weshalb der Handelsverband eine Ausdehnung des Testbereichs auf diese "Verdachtsfälle ohne Symptome" in Branchen mit viel Kundenkontakt fordert.
"Aktuell gibt es für diese ‚Verdachtsfälle ohne Symptome‘ weder einen Kostenersatz für die Zeiten einer Freistellung noch eine kostenlose Covid-Testmöglichkeit. Die Situation ist untragbar. Einerseits wollen wir natürlich den bestmöglichen Schutz aller Mitarbeiter und Kunden gewährleisten, andererseits ist in diesen Fällen eine Freistellung aller Mitarbeiter unter Entgeltfortzahlung schlicht unfinanzierbar", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Die Testungen müssen schnell und kostenlos bereits bei engerem Kontakt mit Infektionsverdächtigen (K1) oder Verdachtsfällen gewährt werden und das Testergebnis sollte nach max. 24 Stunden vorliegen, damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer so schnell wie möglich Gewissheit haben. Alternativ sollten den Unternehmen Corona-Schnelltests kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, die von einem Arbeitsmediziner im besten Fall vor Ort durchgeführt werden könnten.
Zwtl.: Forderung 2: Vorzeitiges Ende der Quarantäne bei negativem Testergebnis ermöglichen (Freitesten)
Wenn ein Handelsmitarbeiter an Covid-19 erkrankt, wird von den Behörden oftmals vorschnell die gesamte Belegschaft in 10-tägige Quarantäne geschickt, obwohl nur bei Nichteinhaltung des Mindestabstands und längerem Kontakt unter den Kollegen eine Absonderung erfolgen müsste (sogenannte Kategorie-1-Kontaktpersonen). Ein vorzeitiger Abbruch der Quarantäne bei Vorliegen negativer Testergebnisse ist derzeit jedoch nicht möglich. Aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Zahl an Kontaktpersonen und der damit verbundenen Quarantäne berichten immer mehr Handelsbetriebe über fehlende Mitarbeiter.
Daher fordert der Handelsverband, dass Beschäftigte nach zwei negativen Tests innerhalb von 48 Stunden wieder in die Arbeit zurückkehren dürfen ("Freitesten"). Hierbei geht es natürlich nicht um tatsächlich erkrankte Personen, sondern ausschließlich um Kategorie-1-Kontaktpersonen, die keine Symptome aufweisen.
Zwtl.: Forderung 3: Einrichtung einer "Covid Fast Lane" für Handelsmitarbeiter
Hinzu kommt: Verdachtsfälle, also Personen mit bestimmten Symptomen, warten oft mehrere Tage auf die Durchführung des Covid-Tests und dann auch noch tagelang auf das Testergebnis. Hierfür fordert der Handelsverband die dringende Einrichtung einer Fast Lane für Handelsmitarbeiter, um die täglich anfallenden Arbeitsprozesse im Handel nicht zu gefährden. Darüber hinaus muss bundesweit einheitlich bei einer Testung von Verdachtspersonen umgehend ein vorläufiger Absonderungsbescheid erlassen werden, damit der Dienstgeber jedenfalls zur Geltendmachung einer Verdienstentgangsentschädigung berechtigt ist.
 

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