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Alten- und Pflegeheime: Abgeltung der Mehrkosten für coronabedingte Maßnahmen nötig

03.07.2020
Wien (OTS) - „Die Zeit des Corona-Lockdowns stellte die Alten- und Pflegeheime vor besondere Herausforderungen, die zum Teil bis heute andauern. Die Einrichtungen haben während der vergangenen Monate unter verschärften Bedingungen Höchstleistungen erbracht, die einerseits die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihre Leistungsgrenzen brachten, andererseits auch die Unternehmen an ihre finanziellen Grenzen“, betont Martin Hoff, stellvertretender Obmann des Fachverbandes der Gesundheitsbetriebe und Vorsitzender des Fachausschusses Pflege in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Da die Mehrkosten nicht durch die regulären Tagsätze gedeckt werden können, stehen nun viele Alten- und Pflegeheime, insbesondere die kleineren, vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Hoff: „Es braucht für diese Branche daher die rasche Auszahlung der im COVID-19-Zweckzuschussgesetz formulierten Refundierung der Mehrkosten durch die Bundesländer.“
Wie die dramatische Entwicklung in anderen Ländern gezeigt hat, kann gerade im Bereich der Pflege und Betreuung hochgefährdeter Risikogruppen und älterer Menschen, ein Ausbruch der Krankheit zu einer unmittelbaren Überlastung des gesamten Gesundheitssystems führen. „Dass dieses Szenario in Österreich verhindert werden konnte, ist dem unermüdlichen Einsatz aller Beschäftigen in den Pflegeeinrichtungen - Führungskräften und Mitarbeitern - zu verdanken. Die dafür notwendigen, individuellen Lösungen halfen mit, eine Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern, waren jedoch mit enormem Mehraufwand und hohen Zusatzkosten verbunden,“ erläutert Hoff.
Diese in den geltenden Verrechnungsverträgen nicht abgebildeten Mehrkosten betreffen v.a. Personalkosten - Mehrleistungsstunden und Überstunden, zusätzliches Leihpersonal als Ersatz für erkrankte Mitarbeiter oder solche in Quarantäne und insbesondere bereits in Kollektivverträgen vereinbarten „Coronaprämien“.
Da die Pflegeheime auch die erforderlichen zusätzlichen Schutzausrüstungen und weiteres Material wie Desinfektionsmittel zum überwiegenden Teil selbst besorgen und bezahlen mussten, sind auch dafür erhebliche Zusatzkosten angefallen. Dies gilt auch für die zahlreichen organisatorischen Begleitmaßnahmen, wie Besuchs- und Schleusendienste, Testungen und erschwerte Speisenversorgung. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Pressekonferenz von Volksanwalt Bernhard Achitz vom 1.7. verwiesen.
„Um diese Zusatzleistungen während der COVID 19-Krise rasch abzugelten und die damit flächendeckende Versorgung durch die heimischen Alten- und Pflegeheime weiterhin zu sichern, ist ein rasches und umfassendes Handeln der Verwaltungen in den einzelnen Bundesländern essentiell, damit die vom Bund bereitgestellten Finanzmittel die Betriebe zeitnahe erreichen“, unterstreicht Hoff abschließend. (PWK320/ES)
 

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