23.03.2026, 3186 Zeichen
Maven ist kein Pilotprojekt mehr. Das KI-Waffensystem von Palantir wird noch vor Ende des Fiskaljahres im September offiziell als "Program of Record" des Pentagon eingestuft — eine bürokratische Klassifizierung, die langfristige Finanzierung sichert und die Einführung in allen Teilstreitkräften verbindlich macht. Die Aktie legte heute Morgen rund 5 Prozent zu.
Was die Einstufung bedeutet
Ein Brief von Vizeverteidigungsminister Steve Feinberg vom 9. März weist Militärkommandeure an, Maven entsprechend einzustufen. Die Aufsicht über das Programm wechselt innerhalb von 30 Tagen von der National Geospatial Intelligence Agency zum Chief Digital AI Office des Pentagon, während die Army künftige Verträge abwickelt.
Der praktische Unterschied zur bisherigen Situation ist erheblich: Statt kurzfristiger Überbrückungsverträge, wie sie für frühe Technologieprojekte typisch sind, erhält Palantir nun einen strukturierten Rahmen innerhalb der langfristigen US-Verteidigungsinfrastruktur. Maven verarbeitet Gefechtsdaten und identifiziert Ziele — das System gilt bereits als primäres KI-Betriebssystem des US-Militärs.
Eine potenzielle Komplikation: Maven stützt sich auf Anthropics Claude-KI, und das Pentagon hat Anthropic kürzlich als Lieferkettenrisiko eingestuft, nachdem es Streit um Sicherheitsvorgaben gab. Wie sich das auf die weitere Entwicklung des Programms auswirkt, ist noch offen.
Bewertung bleibt das zentrale Problem
Wedbush-Analyst Dan Ives bekräftigte heute sein "Outperform"-Rating und hält ein Kursziel von 230 Dollar binnen Jahresfrist aufrecht. Seine These: Palantir verankert sich gezielt in den höchstpriorisierten Regierungsprojekten, um überproportional von den am besten finanzierten Programmen zu profitieren.
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Die Bewertungsfrage bleibt trotzdem ungelöst. Palantir kommt auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 87 — der höchste Wert im S&P 500. Zum Vergleich: Als ChatGPT Ende 2022 erschien, notierte die Aktie bei rund 6 Dollar. Seitdem hat sich der Kurs auf etwa 150 Dollar verzwanzigfacht. Die Marktkapitalisierung von 368 Milliarden Dollar entspricht in etwa dem kombinierten Börsenwert von Salesforce und SAP.
Auftragsbestand wächst stark
Im vierten Quartal stieg der noch nicht umsatzwirksame Auftragsbestand um 62 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar — ein Zuwachs von 1,6 Milliarden Dollar allein in diesem Quartal. Ein wesentlicher Teil davon dürfte auf einen Milliarden-Dollar-Softwarevertrag mit dem Department of Homeland Security zurückgehen, der gemessen am Quartalsumsatz von 1,4 Milliarden Dollar erhebliches Gewicht hat. Analysten rechnen damit, dass Palantir den Umsatz bis 2028 auf knapp 15 Milliarden Dollar steigert.
Die nächsten Quartalszahlen folgen am 11. Mai 2026.
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