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EM-Marathon München: Richard Ringer sensationell Europameister (Vienna City Marathon)

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16.08.2022, 9723 Zeichen

Polin Aleksandra Lisowska triumphiert bei den Frauen

Richard Ringer ist bei der Leichtathletik-EM in München mit einem grandiosen Schlussspurt zur Europameisterschafts-Goldmedaille im Marathon gestürmt. Der 33-Jährige triumphierte am Odeonsplatz in München in 2:10:21 Stunden. Erstmals in der Geschichte der Leichtathletik-EM stellt Deutschland damit einen Männer-Sieger im Marathon. Israels Athleten Maru Teferi und Gashau Ayale gewannen in 2:10:23 beziehungsweise 2:10:29 die Silber- und Bronzemedaille. Einen sehr starken vierten Platz belegte der deutsche Rekordhalter Amanal Petros in 2:10:39 vor Nicolas Navarro (Frankreich/2:10:41). In München herrschten für die Läufer Hitze-Bedingungen mit Start-Temperaturen von 25 Grad Celsius beim Männer-Rennen. Es ist nicht zu verstehen, warum die EM-Marathons während der Mittagszeit gelaufen werden mussten.

Tolle Stimmung in München

Bei prächtiger Stimmung vor vielen tausend Zuschauern an der 10-km-Rundstrecke holte Israel den Sieg bei der in die EM integrierte Europa-Cup-Wertung, in der die besten drei Läufer einer Nation gewertet werden. Gesamtzeit 6:31:48 Stunden. Die Silbermedaille ging mit 6:35:52 an Deutschland, Dritter wurde Spanien mit 6:38:44. Mit Europameister Richard Ringer jubelte im Ziel auch seine Lebensgefährtin, die österreichische Läuferin Nada Pauer.

Österreich hatte vor vier Jahren bei der EM in Berlin 2018 in dieser Teamwertung sensationell den dritten Platz geholt. Diesmal fanden die Marathons bei Männern und Frauen leider ohne österreichische Beteiligung statt. Für die nähere und mittlere Zukunft sind Peter Herzog & Co. aber ambitioniert unterwegs.

Sieg für die Polin Lisowska

Das EM-Rennen der Frauen gewann die Polin Aleksandra Lisowska. Sie triumphierte in 2:28:36 Stunden vor Matea Parlov Kostro (Kroatien), die nach 2:28:42 im Ziel war. Dritte wurde die Niederländerin Nienke Brinkmann nach 2:28:52 ganz knapp vor der zeitgleichen Deutschen Miriam Dattke. In ihrem erst dritten Marathonrennen zeigte Miriam Dattke bei den unangenehmen Wetterbedinungen eine herausragende Leistung und konnte sich mit der Goldmedaille in der Team-Wertung trösten. Das deutsche Team gewann die in die EM integrierte Europa-Cup-Wertung, in der die besten drei Läuferinnen einer Nation gewertet werden, mit 7:28:48 Stunden vor den Spanierinnen (7:39:25) und den Polinnen.

Die Gastgebernation präsentierte sich mit vielen starken Leistungen. Hinter Miriam Dattke lief für Deutschland Domenika Mayer in ihrem erst zweiten Marathon auf einen hervorragenden sechsten Platz in 2:29:21. Eine starke Leistung zeigten Deborah und Rabea Schöneborn (SCC Berlin): Deborah belegte Rang zehn in 2:30:35, Rabea wurde Zwölfte mit 2:30:36. Ebenfalls stark schlug sich Katharina Steinruck mit Rang 15 in 2:32:41. Kristina Hendel folgte auf Rang 20 mit 2:35:14.

Marathons zur Mittagszeit – warum?

In München herrschten für die Läufer Hitze-Bedingungen - wobei die Athleten sogar noch etwas Glück hatten, denn an den Tagen zuvor wäre es noch schlimmer gewesen. Im Schatten betrug die Temperatur während der beiden Rennen zwischen 22 und 26 Grad Celsius, in der Sonne war es deutlich wärmer. Manchmal halfen Wolken und ein kühler Wind, doch insgesamt hätten diese Marathonläufe früh morgens oder abends gestartet werden müssen. Entsprechende, monatelange Proteste der deutschen Marathonläufer und auch internationaler Athleten nutzten nichts. Der Europäische Leichtathletik-Verband beharrte - offensichtlich in erster Linie aufgrund von TV-Übertragungszeiten - auf 10.30 Uhr für die Frauen und 11.30 Uhr für die Männer. Zwei Tage vor dem Start gab der Verband stattdessen bekannt, dass während der Rennen eine „Wet Bulb Globe Temperature“ von 19 bis 21 Grad Celsius herrschen würde - wie immer diese errechnet wurde, diese Werte waren fernab der Realität.

Männer-Rennen: Ringer holt zweimal einen Rückstand auf


Wie bei Meisterschaftsrennen im warmen Sommer meist üblich, blieb eine größere Gruppe über die Halbmarathonmarke hinaus zusammen. Rund 20 Läufer hatten diesen Punkt nach 65:16 Minuten erreicht. Noch bei Kilometer 35 (1:48:36) liefen zehn Athleten an der Spitze. Darunter waren auch Richard Ringer und Amanal Petros. In der Folge entwickelte sich eine dramatische Schlussphase. Gut fünf Kilometer vor dem Ziel hatte Richard Ringer den Kontakt zur Spitzengruppe verloren und lag einige Sekunden zurück. Vorne waren noch fünf Athleten im Rennen um den EM-Titel: Neben Amanal Petros, Maru Teferi und Gashau Ayale waren dies noch Nicolas Navarro sowie Ayad Lamdassem (Spanien), der mit 2:06:25 die schnellste Bestzeit im Feld aufwies. Doch knapp drei Kilometer vor dem Ziel hatte Richard Ringer wieder aufgeschlossen und setzte sich sogar an die Spitze.

Dann jedoch verschärften Maru Teferi und Amanal Petros das Tempo und setzten sich ab. Richard Ringer lag erneut zurück und sicherte zunächst Rang drei. Wenige hundert Meter vor dem Ziel brach Amanal Petros ein, so dass Maru Teferi schon wie der sichere Sieger aussah. Während der Wattenscheider immer langsamer wurde und noch auf den undankbaren vierten Rang zurück fiel, wurde Richard Ringer immer schneller. Die Grundschnelligkeit des 5.000-m-EM-Dritten von 2016 half ihm dabei, tatsächlich noch zum Gold zu sprinten.

„Ich musste alles versuchen“

„Es tat eh alles weh, da war es dann auch schon egal. Ich musste alles versuchen. Die Zuschauerunterstützung war toll, die Zuschauer waren mein drittes Bein“, sagte Richard Ringer, der in der langen Historie der Europameisterschaften, die 1934 begann, erst die dritte deutsche Medaille im Männer-Marathon für Deutschland gewann. 1974 war Eckhard Lesse im Trikot der DDR Zweiter, 1986 lief Herbert Steffny auf Rang drei. „Marathon ist eine Wundertüte - du steht am Start und weißt nicht einmal ob du durchkommst“, sagte Richard Ringer. „Das Team hat mich heute motiviert und auch Amanal hat mir geholfen. Als ich am Ende der ersten Gruppe lief, ließ er sich von vorne zurückfallen und fragte ob alles okay ist. Amanal ist so ein lieber Mensch.“

„Im Marathon kann immer alles passieren. Ich bin sehr zufrieden mit dem vierten Platz, der uns ja auch geholfen hat, die Team-Silbermedaille zu gewinnen“, sagte Amanal Petros. „Vielleicht war ich während des Rennens etwas zu aktiv.“

Ergebnisse:

1. Richard Ringer LC Rehlingen 2:10:21
2. Maru Teferi ISR 2:10:23
3. Gashau Ayale ISR 2:10:29
4. Amanal Petros TV Wattenscheid 2:10:39
5. Nicolas Navarro FRA 2:10:41
6. Ayad Lamdassem ESP 2:10:52
7. Yimer Getahun ISR 2:10:56
8. Koen Naert BEL 2:11:28
9. German Amare ISR 2:11:32
10. Michael Gras FRA 2:12:39

Frauen-Rennen: Miriam Dattke glücklich mit Platz vier


Die Frauen hatten im ersten Teil des Rennes noch etwas Glück mit den Wetterbedingungen, denn der Himmel war meist bedeckt und die Temperaturen noch nicht ganz so hoch. 14 Läuferinnen bildeten eine Spitzengruppe, die die Halbmarathonmarke nach 1:14:33 Stunden passierte. In dieser Gruppe waren bis auf Kristina Hendel, die rund eine Minute zurück lag, noch alle deutschen Läuferinnen vertreten. Bald danach fielen Katharina Steinruck als auch Deborah und Rabea Schöneborn zurück. Auch Domenika Mayer verlor den Kontakt zur Spitze, konnte aber wieder heran laufen. „Die Zuschauer haben mir sehr geholfen, dadurch konnte ich das Loch wieder zulaufen“, sagte Domenika Mayer, die in Hannover im April ihr Marathon-Debüt gewonnen hatte.

Neun Läuferinnen blieben bis Kilometer 35 zusammen in der ersten Gruppe, darunter Domenika Mayer und Miriam Dattke. Zwei Kilometer vor dem Ziel kämpften immer noch vier um die Medaillen: Aleksandra Lisowska, Matea Parlov Kostro, Nienke Brinkmann und Miriam Dattke, die zeitweilig auch führte. Auf der sehr langen letzten Geraden forcierte dann Aleksandra Lisowska das Tempo und setzte sich entscheidend ab. Hinter Matea Parlov Kostro kämpfte Miriam Dattke bis zum letzten Meter um die Bronzemedaille. Angefeuert von den Zuschauern kam sie noch einmal ganz dicht an Nienke Brinkmann heran, doch es reichte am Ende nicht ganz.

„Das ist unglaublich für mich, das hätte ich vor dem Start nicht für möglich gehalten - und ich kann es jetzt auch noch nicht glauben“, sagte Aleksandra Lisowska, die im vergangenen Jahr den polnischen Rekord auf 2:26:08 geschraubt hatte.

„Ich bin sehr glücklich mit dem vierten Platz, auch wenn ich die Medaille so knapp verpasst habe. Mehr ging am Ende nicht, wir konnten ja beide nicht mehr - das war wie zwei LKWs auf der Autobahn“, sagte Miriam Dattke, die im vergangenen Jahr noch Pech hatte, weil ihr geplantes Marathon-Debüt in Dresden verletzungsbedingt ausfiel. Dann kam sie in Valencia im Dezember aufgrund von Magenproblemen nicht ins Ziel. In Sevilla lief sie schließlich im Februar 2:26:50 Stunden und nun folgte Rang vier bei der EM. „Ich hoffe, dass ich in der Zukunft noch eine Chance habe, eine Einzel-Medaille bei einer EM zu gewinnen“, sagte Miriam Dattke. Dreimal hat eine deutsche Läuferin bisher bei einer EM eine Marathon-Medaille gewinnen können: 2002 wurde in München Luminita Zaituc Zweite vor Sonja Oberem, und 2006 gewann Ulrike Maisch sensationell die Goldmedaille.

Ergebnisse:

1. Aleksandra Lisowska POL 2:28:36
2. Matea Parlov Kostro KRO 2:28:42
3. Nienke Brinkmann NED 2:28:52
4. Miriam Dattke LG Telis Finanz Regensburg 2:28:52
5. Giovanna Eis ITA 2:29:06
6. Domenika Mayer LG Telis Finanz Regensburg 2:29:21
7. Fionnuala McCormack IRL 2:29:25
8. Hanne Verbruggen BEL 2:29:44
9. Fabienne Schlumpf SUI 2:30:17
10. Deborah Schöneborn SCC Berlin 2:30:35
11. Rabea Schöneborn SCC Berlin 2:30:36
15. Katharina Steinruck Eintracht Frankfurt 2:32:41
20. Kristina Hendel LG Braunschweig 2:35:14

VCM News / Text: race-news-service.com – JW, AM 

Im Original hier erschienen: EM-Marathon München: Richard Ringer sensationell Europameister



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    EM-Marathon München: Richard Ringer sensationell Europameister (Vienna City Marathon)


    16.08.2022, 9723 Zeichen

    Polin Aleksandra Lisowska triumphiert bei den Frauen

    Richard Ringer ist bei der Leichtathletik-EM in München mit einem grandiosen Schlussspurt zur Europameisterschafts-Goldmedaille im Marathon gestürmt. Der 33-Jährige triumphierte am Odeonsplatz in München in 2:10:21 Stunden. Erstmals in der Geschichte der Leichtathletik-EM stellt Deutschland damit einen Männer-Sieger im Marathon. Israels Athleten Maru Teferi und Gashau Ayale gewannen in 2:10:23 beziehungsweise 2:10:29 die Silber- und Bronzemedaille. Einen sehr starken vierten Platz belegte der deutsche Rekordhalter Amanal Petros in 2:10:39 vor Nicolas Navarro (Frankreich/2:10:41). In München herrschten für die Läufer Hitze-Bedingungen mit Start-Temperaturen von 25 Grad Celsius beim Männer-Rennen. Es ist nicht zu verstehen, warum die EM-Marathons während der Mittagszeit gelaufen werden mussten.

    Tolle Stimmung in München

    Bei prächtiger Stimmung vor vielen tausend Zuschauern an der 10-km-Rundstrecke holte Israel den Sieg bei der in die EM integrierte Europa-Cup-Wertung, in der die besten drei Läufer einer Nation gewertet werden. Gesamtzeit 6:31:48 Stunden. Die Silbermedaille ging mit 6:35:52 an Deutschland, Dritter wurde Spanien mit 6:38:44. Mit Europameister Richard Ringer jubelte im Ziel auch seine Lebensgefährtin, die österreichische Läuferin Nada Pauer.

    Österreich hatte vor vier Jahren bei der EM in Berlin 2018 in dieser Teamwertung sensationell den dritten Platz geholt. Diesmal fanden die Marathons bei Männern und Frauen leider ohne österreichische Beteiligung statt. Für die nähere und mittlere Zukunft sind Peter Herzog & Co. aber ambitioniert unterwegs.

    Sieg für die Polin Lisowska

    Das EM-Rennen der Frauen gewann die Polin Aleksandra Lisowska. Sie triumphierte in 2:28:36 Stunden vor Matea Parlov Kostro (Kroatien), die nach 2:28:42 im Ziel war. Dritte wurde die Niederländerin Nienke Brinkmann nach 2:28:52 ganz knapp vor der zeitgleichen Deutschen Miriam Dattke. In ihrem erst dritten Marathonrennen zeigte Miriam Dattke bei den unangenehmen Wetterbedinungen eine herausragende Leistung und konnte sich mit der Goldmedaille in der Team-Wertung trösten. Das deutsche Team gewann die in die EM integrierte Europa-Cup-Wertung, in der die besten drei Läuferinnen einer Nation gewertet werden, mit 7:28:48 Stunden vor den Spanierinnen (7:39:25) und den Polinnen.

    Die Gastgebernation präsentierte sich mit vielen starken Leistungen. Hinter Miriam Dattke lief für Deutschland Domenika Mayer in ihrem erst zweiten Marathon auf einen hervorragenden sechsten Platz in 2:29:21. Eine starke Leistung zeigten Deborah und Rabea Schöneborn (SCC Berlin): Deborah belegte Rang zehn in 2:30:35, Rabea wurde Zwölfte mit 2:30:36. Ebenfalls stark schlug sich Katharina Steinruck mit Rang 15 in 2:32:41. Kristina Hendel folgte auf Rang 20 mit 2:35:14.

    Marathons zur Mittagszeit – warum?

    In München herrschten für die Läufer Hitze-Bedingungen - wobei die Athleten sogar noch etwas Glück hatten, denn an den Tagen zuvor wäre es noch schlimmer gewesen. Im Schatten betrug die Temperatur während der beiden Rennen zwischen 22 und 26 Grad Celsius, in der Sonne war es deutlich wärmer. Manchmal halfen Wolken und ein kühler Wind, doch insgesamt hätten diese Marathonläufe früh morgens oder abends gestartet werden müssen. Entsprechende, monatelange Proteste der deutschen Marathonläufer und auch internationaler Athleten nutzten nichts. Der Europäische Leichtathletik-Verband beharrte - offensichtlich in erster Linie aufgrund von TV-Übertragungszeiten - auf 10.30 Uhr für die Frauen und 11.30 Uhr für die Männer. Zwei Tage vor dem Start gab der Verband stattdessen bekannt, dass während der Rennen eine „Wet Bulb Globe Temperature“ von 19 bis 21 Grad Celsius herrschen würde - wie immer diese errechnet wurde, diese Werte waren fernab der Realität.

    Männer-Rennen: Ringer holt zweimal einen Rückstand auf


    Wie bei Meisterschaftsrennen im warmen Sommer meist üblich, blieb eine größere Gruppe über die Halbmarathonmarke hinaus zusammen. Rund 20 Läufer hatten diesen Punkt nach 65:16 Minuten erreicht. Noch bei Kilometer 35 (1:48:36) liefen zehn Athleten an der Spitze. Darunter waren auch Richard Ringer und Amanal Petros. In der Folge entwickelte sich eine dramatische Schlussphase. Gut fünf Kilometer vor dem Ziel hatte Richard Ringer den Kontakt zur Spitzengruppe verloren und lag einige Sekunden zurück. Vorne waren noch fünf Athleten im Rennen um den EM-Titel: Neben Amanal Petros, Maru Teferi und Gashau Ayale waren dies noch Nicolas Navarro sowie Ayad Lamdassem (Spanien), der mit 2:06:25 die schnellste Bestzeit im Feld aufwies. Doch knapp drei Kilometer vor dem Ziel hatte Richard Ringer wieder aufgeschlossen und setzte sich sogar an die Spitze.

    Dann jedoch verschärften Maru Teferi und Amanal Petros das Tempo und setzten sich ab. Richard Ringer lag erneut zurück und sicherte zunächst Rang drei. Wenige hundert Meter vor dem Ziel brach Amanal Petros ein, so dass Maru Teferi schon wie der sichere Sieger aussah. Während der Wattenscheider immer langsamer wurde und noch auf den undankbaren vierten Rang zurück fiel, wurde Richard Ringer immer schneller. Die Grundschnelligkeit des 5.000-m-EM-Dritten von 2016 half ihm dabei, tatsächlich noch zum Gold zu sprinten.

    „Ich musste alles versuchen“

    „Es tat eh alles weh, da war es dann auch schon egal. Ich musste alles versuchen. Die Zuschauerunterstützung war toll, die Zuschauer waren mein drittes Bein“, sagte Richard Ringer, der in der langen Historie der Europameisterschaften, die 1934 begann, erst die dritte deutsche Medaille im Männer-Marathon für Deutschland gewann. 1974 war Eckhard Lesse im Trikot der DDR Zweiter, 1986 lief Herbert Steffny auf Rang drei. „Marathon ist eine Wundertüte - du steht am Start und weißt nicht einmal ob du durchkommst“, sagte Richard Ringer. „Das Team hat mich heute motiviert und auch Amanal hat mir geholfen. Als ich am Ende der ersten Gruppe lief, ließ er sich von vorne zurückfallen und fragte ob alles okay ist. Amanal ist so ein lieber Mensch.“

    „Im Marathon kann immer alles passieren. Ich bin sehr zufrieden mit dem vierten Platz, der uns ja auch geholfen hat, die Team-Silbermedaille zu gewinnen“, sagte Amanal Petros. „Vielleicht war ich während des Rennens etwas zu aktiv.“

    Ergebnisse:

    1. Richard Ringer LC Rehlingen 2:10:21
    2. Maru Teferi ISR 2:10:23
    3. Gashau Ayale ISR 2:10:29
    4. Amanal Petros TV Wattenscheid 2:10:39
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    Die Frauen hatten im ersten Teil des Rennes noch etwas Glück mit den Wetterbedingungen, denn der Himmel war meist bedeckt und die Temperaturen noch nicht ganz so hoch. 14 Läuferinnen bildeten eine Spitzengruppe, die die Halbmarathonmarke nach 1:14:33 Stunden passierte. In dieser Gruppe waren bis auf Kristina Hendel, die rund eine Minute zurück lag, noch alle deutschen Läuferinnen vertreten. Bald danach fielen Katharina Steinruck als auch Deborah und Rabea Schöneborn zurück. Auch Domenika Mayer verlor den Kontakt zur Spitze, konnte aber wieder heran laufen. „Die Zuschauer haben mir sehr geholfen, dadurch konnte ich das Loch wieder zulaufen“, sagte Domenika Mayer, die in Hannover im April ihr Marathon-Debüt gewonnen hatte.

    Neun Läuferinnen blieben bis Kilometer 35 zusammen in der ersten Gruppe, darunter Domenika Mayer und Miriam Dattke. Zwei Kilometer vor dem Ziel kämpften immer noch vier um die Medaillen: Aleksandra Lisowska, Matea Parlov Kostro, Nienke Brinkmann und Miriam Dattke, die zeitweilig auch führte. Auf der sehr langen letzten Geraden forcierte dann Aleksandra Lisowska das Tempo und setzte sich entscheidend ab. Hinter Matea Parlov Kostro kämpfte Miriam Dattke bis zum letzten Meter um die Bronzemedaille. Angefeuert von den Zuschauern kam sie noch einmal ganz dicht an Nienke Brinkmann heran, doch es reichte am Ende nicht ganz.

    „Das ist unglaublich für mich, das hätte ich vor dem Start nicht für möglich gehalten - und ich kann es jetzt auch noch nicht glauben“, sagte Aleksandra Lisowska, die im vergangenen Jahr den polnischen Rekord auf 2:26:08 geschraubt hatte.

    „Ich bin sehr glücklich mit dem vierten Platz, auch wenn ich die Medaille so knapp verpasst habe. Mehr ging am Ende nicht, wir konnten ja beide nicht mehr - das war wie zwei LKWs auf der Autobahn“, sagte Miriam Dattke, die im vergangenen Jahr noch Pech hatte, weil ihr geplantes Marathon-Debüt in Dresden verletzungsbedingt ausfiel. Dann kam sie in Valencia im Dezember aufgrund von Magenproblemen nicht ins Ziel. In Sevilla lief sie schließlich im Februar 2:26:50 Stunden und nun folgte Rang vier bei der EM. „Ich hoffe, dass ich in der Zukunft noch eine Chance habe, eine Einzel-Medaille bei einer EM zu gewinnen“, sagte Miriam Dattke. Dreimal hat eine deutsche Läuferin bisher bei einer EM eine Marathon-Medaille gewinnen können: 2002 wurde in München Luminita Zaituc Zweite vor Sonja Oberem, und 2006 gewann Ulrike Maisch sensationell die Goldmedaille.

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    1. Aleksandra Lisowska POL 2:28:36
    2. Matea Parlov Kostro KRO 2:28:42
    3. Nienke Brinkmann NED 2:28:52
    4. Miriam Dattke LG Telis Finanz Regensburg 2:28:52
    5. Giovanna Eis ITA 2:29:06
    6. Domenika Mayer LG Telis Finanz Regensburg 2:29:21
    7. Fionnuala McCormack IRL 2:29:25
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    10. Deborah Schöneborn SCC Berlin 2:30:35
    11. Rabea Schöneborn SCC Berlin 2:30:36
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