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13.10.2021

Verschobene Börsenzyklen. Wir an der Börse sind, so ehrlich muss man sein, auch nur Menschen. Unfassbar, aber wahr. Und wir Menschen tun uns mit Abläufen leicht, wenn wir sie bereits im Vorfeld kennen oder zumindest abschätzen. Solche regelbasierten Prozesse nennt man übrigens Algorithmen. Diese Bezeichnung wird zwar überwiegend im Computerhandel als Kernvokabel benutzt, es gibt sie aber überall. Schon gar und sehr wohl in uns Menschen selbst. Beispielsweise ist jeder systematische Prozess in unserem Körper nichts anderes als ein Algorithmus. Quasi, von der Verdauung bis zur Impfreaktion, Algos überall.

Die BörsianerInnen sind daher auch an den Börsen selbst auf der Suche nach diesen geübten Prozessen oder Regelmäßigkeiten. Die Börsenweisheiten, die man, genauso wie den Bauernkalender, immer dann herauskramt, wenn guter Rat teuer ist, sind voll von Ihnen. Es gibt sogar ganze Studienzweige an Universitäten, die sich diesen Analogien widmen, um dem Stein der Weisen, wann man am besten kauft oder verkauft, endlich ein Stück abschlagen zu können. Fast schon romantisch, mit welcher Inbrunst hier noch immer nach diesen Mustern geforscht wird, obwohl diese schon längst von Computern errechnet und großen Investmentbanken als Münze für den Betrieb des Börsen-Wurlitzer dienen, um auch genau dadurch die davor ermittelten Erkenntnisse wieder zu verschleifen. Ein Spiel mehr. Nicht mehr. Doch heuer sind in dieses Spiel wieder ein paar altbekannte „Freunde“ eingetreten. Die Pandemie, die Irrationalit&aum l;t der Zinslandschaften und die Geopolitik haben die Schatzkiste alter Erfahrungen am Dachboden der Börsen wieder kurzfristig geöffnet.

Da ist einmal die „Urlaubssaison“. Vor etlichen Jahren war der Sommer wirklich zum Urlauben da, und zwar für fast Alle. Daher auch an den Börsen zu dieser Zeit wenig los. Computer gabs auch relativ wenige, die alleine handeln konnten, während man in Jesolo den Sonnenschutzfaktor samt Sandgeschmack testen konnte. Heuer gabs dieses Feeling plötzlich wieder. Jeder wollte die Freiheit nach der Impfdosis genießen. Juli und August wurde von Abwesenheitsassistenzmeldungen überhäuft. Und, wenn schon denn schon, auch der September war heuer ein Urlaubsmonat. Die Börsen haben es bestätigt. Erkennbar am öfters geringeren Umsatz bei höherer Volatilität. Erklärt durch die schon zuvor erwähnten Computer, die ihre Algos munter weiterlaufen ließen und bei weniger Marktteilnehmern halt auch weniger Gegenwehr erhielten. Viel hin und her… (… diese Börsenweisheit gilt übrigens nur für Diejenigen, die Börsenspesen bezahlen … Nachtigall).

Ein anderes Momentum ist an den Börsen die „Winter-Saisonalität“. Die Zeit der Bilanzvorbereitung tritt in die Märkte ein. Institutionelle Anleger wie Versicherungen denken daran, sich vielleicht noch vom einen oder anderen Einzelrisiko zu befreien, um relativ ungestört ins Jahresende zu gehen. Andere nehmen gerade das Gegenteil ins Visier um in einem erfolgreichen Börsenjahr nicht unterinvestiert da zu stehen. In solchen Phasen „gewinnen“ fast immer die fundamental gut abgesicherten Dividendenpapiere. „Vorstandszyklen“ nannte man früher solche Effekte. Gewinnwarnungen dagegen haben in dieser Phase zumeist weit schlimmere Entwicklungen als zu Jahresbeginn. Genau derselbe Grund - Bilanzieren heißt ja auch Rede und Antwort stehen.

Ach ja, und genau ein Faktor der Winter-Saisonalität fällt uns gerade mächtig ins Kreuz. Jener der steigenden Energierohstoffpreise. Gerade weil es an den Energiemärkten fast immer nur um Ein- bis Mehr-Jahresverträge geht und diese überwiegend im jeweils ersten Quartal fixiert werden, ist der aktuelle Preisanstieg super unangenehm. Ist zwar kein großer Fall für die heurige Bilanz. Die hat man ja bereits im Jänner oder Februar quasi eingekauft. Aber 2022 fängt am 1.1. an, und der Winter wird da erst so richtig frisch. So ein massiver Anstieg der Energiepreise importiert daher den Stress ungebremst in den Jahresbeginn. Schluss mit Winterruhe. Die börsennotierten Versorger werden dadurch kurzfristig zur am meisten beobachteten Branche. Spannend wie das an uns Alle kommuniziert werden wird.

Ach ja, ein Rohstoff ist in der ganzen Preisspirale noch nicht wirklich vorgekommen (und wird es hoffentlich noch lange nicht sein). Wasser. Reines Trinkwasser ist eines der seltensten Güter auf unserem Planeten. Wetten, die Börsen kommen auch noch drauf.

(Der Input von Wolfgang Matejka für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 13.10.)




 

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    Die BörsianerInnen sind daher auch an den Börsen selbst auf der Suche nach diesen geübten Prozessen oder Regelmäßigkeiten. Die Börsenweisheiten, die man, genauso wie den Bauernkalender, immer dann herauskramt, wenn guter Rat teuer ist, sind voll von Ihnen. Es gibt sogar ganze Studienzweige an Universitäten, die sich diesen Analogien widmen, um dem Stein der Weisen, wann man am besten kauft oder verkauft, endlich ein Stück abschlagen zu können. Fast schon romantisch, mit welcher Inbrunst hier noch immer nach diesen Mustern geforscht wird, obwohl diese schon längst von Computern errechnet und großen Investmentbanken als Münze für den Betrieb des Börsen-Wurlitzer dienen, um auch genau dadurch die davor ermittelten Erkenntnisse wieder zu verschleifen. Ein Spiel mehr. Nicht mehr. Doch heuer sind in dieses Spiel wieder ein paar altbekannte „Freunde“ eingetreten. Die Pandemie, die Irrationalit&aum l;t der Zinslandschaften und die Geopolitik haben die Schatzkiste alter Erfahrungen am Dachboden der Börsen wieder kurzfristig geöffnet.

    Da ist einmal die „Urlaubssaison“. Vor etlichen Jahren war der Sommer wirklich zum Urlauben da, und zwar für fast Alle. Daher auch an den Börsen zu dieser Zeit wenig los. Computer gabs auch relativ wenige, die alleine handeln konnten, während man in Jesolo den Sonnenschutzfaktor samt Sandgeschmack testen konnte. Heuer gabs dieses Feeling plötzlich wieder. Jeder wollte die Freiheit nach der Impfdosis genießen. Juli und August wurde von Abwesenheitsassistenzmeldungen überhäuft. Und, wenn schon denn schon, auch der September war heuer ein Urlaubsmonat. Die Börsen haben es bestätigt. Erkennbar am öfters geringeren Umsatz bei höherer Volatilität. Erklärt durch die schon zuvor erwähnten Computer, die ihre Algos munter weiterlaufen ließen und bei weniger Marktteilnehmern halt auch weniger Gegenwehr erhielten. Viel hin und her… (… diese Börsenweisheit gilt übrigens nur für Diejenigen, die Börsenspesen bezahlen … Nachtigall).

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    Ach ja, und genau ein Faktor der Winter-Saisonalität fällt uns gerade mächtig ins Kreuz. Jener der steigenden Energierohstoffpreise. Gerade weil es an den Energiemärkten fast immer nur um Ein- bis Mehr-Jahresverträge geht und diese überwiegend im jeweils ersten Quartal fixiert werden, ist der aktuelle Preisanstieg super unangenehm. Ist zwar kein großer Fall für die heurige Bilanz. Die hat man ja bereits im Jänner oder Februar quasi eingekauft. Aber 2022 fängt am 1.1. an, und der Winter wird da erst so richtig frisch. So ein massiver Anstieg der Energiepreise importiert daher den Stress ungebremst in den Jahresbeginn. Schluss mit Winterruhe. Die börsennotierten Versorger werden dadurch kurzfristig zur am meisten beobachteten Branche. Spannend wie das an uns Alle kommuniziert werden wird.

    Ach ja, ein Rohstoff ist in der ganzen Preisspirale noch nicht wirklich vorgekommen (und wird es hoffentlich noch lange nicht sein). Wasser. Reines Trinkwasser ist eines der seltensten Güter auf unserem Planeten. Wetten, die Börsen kommen auch noch drauf.

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