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Profis gegen Amateure - u.a. mit Deutsche Bank, Plug Power, Compleo, Nordex, ... (Andreas Kern)

Vor allem Wachstumsaktien aus dem Technologieumfeld wurden vor dem Hintergrund wachsender Zinsängste verkauft. Interessant ist, wer dabei wo auf der Käufer- bzw. Verkäuferseite stand. Denn daraus mag man durchaus Rückschlüsse auf die Positionierung von Privatanlegern, Hedgefonds und Institutionellen ziehen. Bis zum Ende der letzten Woche traten Hedgefonds an insgesamt zehn Handelstagen in Folge mehrheitlich als Verkäufer bei US-Tech-Aktien auf. Im gleichen Zeitraum waren Retail-Investoren die einzigen (Netto-)Käufer in diesem Segment.

Damoklesschwert steigende Zinsen

Die zur Wochenmitte veröffentlichten US-Verbraucherpreisdaten brachten einmal mehr die Angst vor Inflation und damit auch vor weiter steigenden Zinsen zurück ins Bewusstsein der Börsianer. Growth-Aktien wurden daraufhin fast wahllos aus den Depots geworfen. Nächste Woche werden wir wissen, welche Gruppen da besonders eifrig verkauft haben. Institutionelle Anleger dürften sich aber durch die neuen Daten in ihrer zunehmenden Zurückhaltung gegenüber dem hoch bewerteten Tech-Bereich bestätigt sehen. Interessant ist jedoch, dass inzwischen auch Value-Werte recht deutliche Kursverluste hinnehmen mussten. Es scheint fast so, als ob sich in diesem Jahr doch wieder einige an die alte Börsenweisheit „Sell in May and go away!“ erinnert hätten.

Chancen – gehebelt, nicht gerührt

Eigentlich setzt Jörn Remus ( Nordmann2015 ) in dem von ihm gemanagten wikifolio Nordstern vor allem auf Wachstumsaktien und Trendbranchen wie den Wasserstoffsektor. Dabei zeigt er sich bislang recht flexibel, was die Haltedauer einzelner Positionen anbelangt. Dies dürfte einer der Schlüssel für seinen Erfolg sein. Bei der Entscheidungsfindung nutzt er vor allem die Charttechnik, analysiert das Momentum und wagt sich auch an Hebelprodukte. So bewahrten ihn zuletzt seine Shorts auf DAX, Dow und S&P 500 nicht nur vor nennenswerten Verlusten, sein wikifolio markierte in dieser Woche sogar ein neues Allzeithoch. Dennoch lässt Remus weiter Vorsicht walten. Seine Cash-Quote liegt aktuell bei rund 45 %, was selbst für einen Trading-orientierten Ansatz ein hoher Wert ist. Zu seinen Top-Holdings gehören aktuell Aktien der Deutschen Bank und des Brennstoffzellenspezialisten Plug Power. Außerdem nahm er in dieser Woche den Kreuzfahrtbetreiber Norwegian Cruise Line neu in das wikifolio auf. Mit einer Jahres-Performance von über 55 % und einem Gesamtgewinn von +304 % seit Auflage im Juni 2015 hat Remus den Erfolg seiner Strategie jedenfalls längst unter Beweis gestellt.

„The Special One“

Ein gewisser José Mourinho erhielt einst den Spitznamen „The Special One”. An der Börse sucht Christian Scheid ( Scheid ) nach genau diesen besonderen Gelegenheiten. Entsprechend konzentriert er sich in seinem wikifolio Special Situations auf Sondersituationen, die aus den unterschiedlichsten Kategorien stammen können. Neben klassischen Übernahme- und Squeeze-out-Kandidaten sind darunter auch Aktien mit besonderen Kursverläufen aufgrund des Ein- oder Ausstiegs eines Großaktionärs, Deep-Value-Titel, potenzielle Indexaufsteiger oder Unternehmen, die aufgrund einzelner Ereignisse vor einer Neubewertung stehen. So könnten auch ein bevorstehender Großauftrag oder die Erschließung eines neuen Marktes Gründe für einen Kurssprung sein. Einen Schwerpunkt legt Scheid dabei auf deutsche Nebenwerte, weil gerade bei Mid- und SmallCaps immer wieder Marktineffizienzen zu beobachten sind, die erfahrene Anleger für sich auszunutzen wissen. Aktuell setzt er mit Bayer allerdings auch auf einen echten Giganten. Daneben zieren der Ladesäulenhersteller Compleo und der Windkraftbauer Nordex sein wikifolio, mit dem er im Durchschnitt der letzten Jahre einen Zugewinn von +17,5 % p.a. erzielte. Über das vergangene erbrachte Scheids „besondere“ Strategie sogar eine Rendite von +27,2 %.

„Prognoseanheber in Serie“

Wie heißt es so schön? Prognosen sind mit Unsicherheit behaftet, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Davon lässt sich Stefan Uhl ( smyl ) in seinem wikifolio ForInc TrendInvest jedoch nicht beirren. Er legt nämlich seinen Fokus auf genau jene Unternehmen, die ihre Prognose gerade erhöht haben oder diese demnächst erhöhen könnten („Forecast Increase“). Dabei ist er vorrangig im heimischen Nebenwertebereich unterwegs, wo solche Aktien gerne auch einmal von der Masse der Anleger übersehen werden. Genau darin sieht Uhl seine Chance. Beim Blick auf die Zusammensetzung des wikifolios fällt zudem eine Konzentration auf nur wenige Titel auf. Im Idealfall kann hieraus dann eine deutliche Outperformance resultieren – vorausgesetzt, die erwartete Erhöhung der Guidance tritt tatsächlich ein und wird auch positiv aufgenommen. Mit dem Kochboxenversender HelloFresh nimmt sogar ein „Prognoseanheber in Serie“ das größte Gewicht im wikifolio ein. Es folgen der österreichische IT-Dienstleister S+T und der Verkehrstelematikspezialist IVU Traffic . Ein Blick auf die Performance-Daten belegt den Erfolg der Strategie: Seit dem Start im Dezember 2015 liegt die Gesamtrendite bei über 553 %. Umgerechnet auf das einzelne Jahr errechnet sich daraus eine Durchschnittsperformance von atemberaubenden +40,8 % p.a.

Was kommt?

  • Das sollten Anleger in der nächsten Woche im Auge behalten

Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der Dividendensaison. Allein aus dem DAX werden in der kommenden Woche adidas und SAP (Dienstag), BMW und Vonovia (Mittwoch) sowie die Deutsche Börse (Donnerstag) ihre Ausschüttungen vornehmen. Am Mittwochabend deutscher Zeit steht zudem das nächste Fed-Protokoll zur Veröffentlichung an. Angesichts der neuen Inflationssorgen dürften Anleger hier sehr genau hinschauen.

Im Original hier erschienen: Schwerpunkt der Woche: Profis gegen Amateure

(14.05.2021)



 

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    Vor allem Wachstumsaktien aus dem Technologieumfeld wurden vor dem Hintergrund wachsender Zinsängste verkauft. Interessant ist, wer dabei wo auf der Käufer- bzw. Verkäuferseite stand. Denn daraus mag man durchaus Rückschlüsse auf die Positionierung von Privatanlegern, Hedgefonds und Institutionellen ziehen. Bis zum Ende der letzten Woche traten Hedgefonds an insgesamt zehn Handelstagen in Folge mehrheitlich als Verkäufer bei US-Tech-Aktien auf. Im gleichen Zeitraum waren Retail-Investoren die einzigen (Netto-)Käufer in diesem Segment.

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