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Live aus einer Privatbank - Kathrein Privatbank gibt via Interviews Einblick

Knapp 50 Prozent der verwalteten Assets der Kathrein Privatbank sind bereits nachhaltig. Die Tendenz sei weiter stark steigend, sagt Vorstand  Stefan Neubauer im Quartals-Check, in dem wir auch die Frage Value vs. Growth diskutieren.  

Alles Gute in 2021! Vor dem Jahreswechsel ein kurzer Rückblick bitte. 2020 war ja ein Jahr, das an den Märkten - von Ultimo zu Ultimo gesehen - als ganz normales Jahr durchgehen kann. Ist es eine Lessons Learned daraus, dass man künftige Verwerfungen einfach durchtauchen soll? 

Unser maßgeschneiderter Beratungsansatz basiert darauf, eine strategische Allokation zu wählen, die unsere Kunden auch in turbulenten Marktphasen ruhig schlafen lässt. Vor allem bei Krisen ohne historische Vergleichs-Szenarien, wie Corona, wird bei uns jedoch auch in Zukunft immer Risikomanagement Priorität haben. So haben wir die Aktien- und High-Yield Anleihen Quoten während der volatilen Phase der Krise taktisch reduziert. Möglicherweise verzichtet man so in Summe auf einige Performance-Punkte, nichtsdestotrotz steht ein optimiertes Risiko-Ertragsverhältnis zu jeder Zeit im Vordergrund. 

In welchen Situationen konntet Ihr 2020 Mehrwert für die Kunden rausholen?

Die Kathrein Privatbank steht für erstklassigen Kundenservice und persönliche Beratung auf allerhöchstem Niveau. Als sich im März die Kurse der Märkte auf Talfahrt begaben, waren wir rund um die Uhr aus dem Homeoffice für unsere Kunden und Geschäftspartner erreichbar.  Eine enge Kundenbeziehung und Vertrauen sind die Grundlage für erfolgreiches Private  Banking, dadurch waren wir in der Lage, Panik bei unseren Kunden zu vermeiden. Für mutige Kunden ergaben sich in dieser Phase Gelegenheiten, ihr Portfolio günstig aufzustocken.

Corona hat uns nicht davon abgehalten, die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Produktportfolios voranzutreiben. 2020 stand im Zeichen eines besonderen Fokus auf nachhaltige Veranlagungen. Wir freuen uns sehr, unseren Kunden nun eine völlig nachhaltige Vermögensverwaltung anbieten zu können. Dabei stützen wir uns auf eine fast zehnjährige Expertise bei nachhaltigen Veranlagungen in unserem Haus. Ein weiterer Ausdruck unseres Know-hows ist unser neuer Emerging Markets Local Currency Fonds, den wir ebenfalls unter Einhaltung strengster Nachhaltigkeitskriterien aufgelegt haben.  Zu guter letzt haben wir unser Angebot um maßgeschneiderte Zertifikate erweitert, die auch in einem schwierigen Marktumfeld attraktive Auszahlungsprofile ermöglichen.

Wer im März in Panik verkaufte, hat eine Performancelücke aufgerissen, die man so schnell nicht wieder aufholen kann. Letztendlich ist wohl jeder Kunde Selbstentscheider und muss gut schlafen können. Und freilich war man als Bank im März ebenso im Blindflug, hat aber Erfahrung aus anderen Krisen. Doch jede Krise ist anders. Wie geht man als Private Banker mit „Kundenwunsch vs. vor Fehler bewahren“ um?

Wir kennen unsere Kunden, verstehen Ihre Wünsche, Sorgen und Ziele. Andererseits arbeiten wir mit internationalen Research-Häusern zusammen, strukturieren unsere Investments nach quantitativen Modellen und halten uns stets am neusten Stand. Dieses Spannungsfeld aus Emotionalität und Rationalität ist eine der Kern-Herausforderungen im Private Banking. Eine enge Kundenbeziehung ist unerlässlich, um individuelle Beratung anbieten zu können. Durch intensiven Austausch können wir unsere Kunden treffsicher beraten, ohne sie zu bevormunden. Letztendlich entscheidet natürlich der Kunde.

2020 war zudem ein Jahr der Sparpläne. Ist so etwas auch bei der betuchten Klientel einer Privatbank Thema, um den Cost Averaging Effekt mitzunehmen? 

Es ist ein Produkt, das wir unseren Kunden gerne anbieten und das gerade in dieser Zeit sehr geschätzt wird. Denn Investieren ist das neue Sparen. In der überwiegenden Mehrzahl werden Sparpläne für Kinder, Enkel oder andere Familienmitglieder abgeschlossen. Wir empfehlen unseren Kunden generell zum stufenweisen Einstieg in die Kapitalmärkte.

Und: Wir beide hatten ja die Quartalsinterviews für das 1. Halbjahr 2020 gemacht, dann hat Vorstandskollege und CEO Willi Celeda das Q3 übernommen. Er sagte mir, dass er sich 2020 neu aufgestellt hat. War das als Manager nötig? Selbst auch neu aufgestellt?

Wir alle kennen den Spruch: Stillstand bedeutet Rückschritt. Diese Worte könnten aktueller und zeitgemäßer nicht sein. Wir befinden uns nicht nur aufgrund von Corona in einer sehr herausfordernden und schnelllebigen Zeit. Deshalb ist es wichtig mit dem Tempo des technologischen Wandels, der Digitalisierung, der Mega-Trends und der rasenden Entwicklung an den globalen Märkten schrittzuhalten. Dies gelingt uns durch Veränderungsfreude statt Veränderungsfrust. Wir sind neugierig, sehen und nutzen täglich neue Wege und Chancen, um Private Banking für unsere Kunden zu einem Erlebnis zu machen. So arbeiten wir ständig an der Verbesserung unseres digitalen Angebots sowie an neuen Produktideen, wie Private Equity, Zertifikaten und strukturierten Lösungen im Bereich unserer Diskretionären Vermögensverwaltung und im hauseigenen Asset Management. Meine wichtigste Erkenntnis der letzten einsamen Home-Office Monate ist, dass ich beeindruckt bin wie gut digitale Kommunikation - als Krisenlösung - funktioniert und wie schnell wir uns als Indus­trie an diese neue Situation gewöhnt haben. Jedoch führt sie mir zugleich noch deutlicher vor Augen, wie wichtig persönlicher Austausch und soziale Kontakte auch im Berufsumfeld sind – ich freue mich jedenfalls schon sehr, meine Kollegen wieder täglich im Büro treffen zu können.

Bevor ich in Richtung 2021 wechsle, noch ein letztes Stichwort zum alten Jahr: Bitte um ein paar Worte zum „Firmenwald in Togo“ …

Wir bieten seit 2011 nachhaltige Veranlagungsmöglichkeiten im Rahmen unserer hauseigenen Asset-Management Lösungen an, weil wir überzeugt sind, dass wir so zu einer besseren Zukunft für die künftigen Generationen beitragen können und zugleich attraktive Renditen erzielt werden können - eine schöne Kombination, wie ich finde. Unser Firmenwald in Togo, in Westafrika, ist ein weiteres Zeichen, dass wir das Thema sehr ernst nehmen und Freude daran haben uns im Bereich der Nachhaltigkeit zu engagieren. Jeder gepflanzte Baum reduziert CO2 in der Atmosphäre, egal wo er auf der Erde gepflanzt wird. Die Bäume, die alle lokale Arten sind und in den kommenden Wochen gepflanzt werden, kompensieren über die gesamte Projektdauer den CO2-Ausstoß von beispielsweise 177 Langstreckenflügen von Wien nach New York. Andererseits schafft der Wald auch Arbeitsplätze vor Ort, da dieser laufend betreut werden muss.

Zum Ausblick: Ich habe vernommen, dass Ihr - was die internationalen Aktienmärkte betrifft - optimistisch ins neue Jahr schaut. 

Vorsichtiger Optimismus ist tatsächlich angebracht, denn neben der berechtigten Hoffnung auf eine wirksame Bekämpfung des Corona-Virus werden auch die Auswirkungen der globalen fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen Aktienmärkte tendenziell unterstützen. Eine uneingeschränkt euphorische Stimmung kann es dennoch nicht geben, denn die ökonomischen Folgewirkungen der Pandemie sind nach wie vor nur schwer abschätzbar. Manche Analysten sehen gerade in dieser Phase ein Risiko für gesteigerte Nervosität an den Märkten, d.h. kleine Ereignisse können leichter hohe Volatilität auslösen. Ob die gestarteten Impfkampagnen tatsächlich so rasch umgesetzt werden können, ist ebenso alles andere als sicher. Aber wir hoffen natürlich, das alles klappt und bleiben für Aktien aktuell übergewichtet.

Was werden die großen Trends aus Eurer Sicht werden? Setzt Ihr z.B. weiter auf ein Comeback der Value-Aktien, wie Willi Celeda schon zuletzt ankündigte, und das ESG-Thema andererseits?

Unser Motto ist: gute Qualität zu guten Preisen. Die enorme Outperformance der Tech-Aktien in 2020 ist durchaus vergleichbar mit der Tech-Blase im Jahr 2000: Damals wie heute waren technologielastige Unternehmen (Growth-Aktien) im Vergleich zu Value-Aktien deutlich überbewertet. Seit Oktober letzten Jahres beobachten wir jedoch eine Renaissance der Old Economy und damit einhergehende Preiserholungen bei Value-Shares. Jedoch Vorsicht, nicht jeder Growth-Titel ist überbewertet, nicht jede Value-Aktie ein lohnendes Investment. Tendenziell sehen wir zyklische Value-Titel als besonders attraktiv an, da diese von der konjunkturellen Erholung profitieren sollten. 

Wir glauben an Nachhaltigkeit, und das aus absoluter Überzeugung. ESG ist der Mega-Trend. Nicht zuletzt aufgrund des globalen politischen Rückenwinds (Stichwort EU und Neo-US-Präsident Joe Biden) und dem Verlangen von immer mehr Menschen, einen positiven Beitrag für eine bessere Zukunft zu leisten. In den letzten Jahren haben nachhaltige Veranlagungen sogar besser als der Markt abgeschnitten. Wesentlich ist dabei, genau zu analysieren, ob Unternehmen tatsächlich den ESG-Kriterien entsprechen oder ob „Green-Washing“ betrieben wird. Knapp 50 Prozent unserer verwalteten Assets sind bereits nachhaltig – Tendenz stark steigend.

Habt Ihr anlässlich des ATX-30ers auch ein paar Gedanken zum Wiener Markt?

Wir sind froh, dass Anleger nach dem massiven Kurssturz im letzten Jahr wieder auf den Geschmack des ATX gekommen sind und die Qualität unserer großartigen österreichischen Unternehmen schätzen. Dieser verzeichnet seit dem Herbst eine beachtliche Outperformance gegenüber der meisten Märkte und repräsentiert die aktuelle Sektor-Rotation von Wachstums- zu Qualitäts-Aktien der Old-Economy.

Bitte noch kurz wieder ein paar Worte zu Anleihen, Gold, Immobilien und Bitcoin.

Sowohl Gold als auch Immobilien gehören neben Unternehmensbeteiligungen zu einem gut diversifizierten Portfolio dazu. Gerade diese beiden Real-Werte profitieren nach wie vor vom globalen Niedrigzinsumfeld und haben auch in der Krise bewiesen, dass sie Stabilität ins Portfolio bringen. Genauso wie sichere Staatsanleihen, die jedoch kaum noch Ertrag erwirtschaften. Wir sind daher in Emerging Markets Lokalwährungsanleihen übergewichtet und erwarten uns in den nächsten Monaten attraktive Rendite-Chancen. Der wiederentfachte Bitcoin Hype zeigt, dass Anleger täglich aufgrund der hohen Preise bei realen Werten wie Gold und Immobilien nach neuen Chancen suchen. Mich erinnert es ein wenig an Sportwetten - hier ist höchste Vorsicht angebracht. 

Abschließend: Physisch, digital oder hybrid? Wie wird der Kundenkontakt künftig stattfinden?

Die Zukunft des Private Banking liegt auch nach Corona im persönlichen Kontakt mit unseren Kunden. Die digitalen Möglichkeiten unterstützen uns dabei noch effizienter zu beraten. Die Kathrein Privatbank bestreitet auch hier neue Wege und wird es Kunden ermöglichen, neben den klassischen digitalen Kanälen bei Bedarf über unser E-Banking via Video-Chats und Screen-Sharing Funktion mit uns zu kommunizieren und Dokumente rasch und sicher digital 

zu verwalten. Für Kunden, die flexibel bleiben und uns von überall aus jederzeit erreichen  möchten, ist dieser neue hybride Beratungsansatz nicht mehr wegzudenken. 

Text:  Christian Drastil   

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Aus dem Börse Social Magazine #48
(Dezember 2020)





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