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Interview Robert Schittler: Über Charttechnik und die Suche nach einem Finanzpartner (Christian Drastil)

Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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Seit kurzem haben wir jeden Dienstag und Donnerstag "Sir Robert Says" im #gabb, so auch heute zu Zumtobel. "Sir Robert" ist Robert Schittler, Österreichs wohl bekanntester Charttechniker. Hier ein kleinerer Wordrap zum Halbjahr, der dann doch ein Interview wurde ... weil Robert etliche Botschaft hat.

Lieber Robert Schittler, ich nenne Dich "Sir", weil Du auf dem Opening Bell mit Hund einfach wie einer ausgehen hast. Passt das eh?..
Robert Schittler: Klar, einerseits danke für den Titel, zum anderen freue ich mich darüber, da einer mein Vorfahren, Hofrat von Schittlersberg, den Rechnungshof entworfen hat – und am Tag des Staatsbankrotts verstorben ist. Mein Großvater, Reg. Rat Schittler, hat die Geschicke der ÖBB klug gelenkt und viel Gutes getan, und schließlich, da ich hoffentlich für jahrzehntelange korrekte und verlässliche Marktberichterstattung stehe, die dem Einzelnen bei der Orientierung am Markt und bei seinen Investments & Trades hilft.

Deine Marktberichterstattung fußt auf Deiner eigenen Methodik der Technischen Analyse, wie Du sie in Deinem Buch beschrieben hast, für das ich das Vorwort schreiben durfte. Die anderen Parts der Finanzanalyse kommen darin aber auch nicht zu kurz, also die fundamentale und volkswirtschaftliche. Wie passt das zusammen?
Also, ich habe angefangen als Sekundäranalyst,war dann als primärer für den österreichischen Markt zuständig und habe dann als logische Folge zum täglich als geübten Tick-Reading im Market Making und als Sales-Guy mit der Technischen Analyse begonnen, weil sie die Kontrolle über eine große Anzahl an Anlageinstrumenten erlaubt, per Chart, der die Ticks schön übersichtlich zusammenfasst.

Und wie übersichtlich sind die Börsen dieser Tage?
Also, die Limits sind glasklar definiert bei Renditen, Rohstoffen, Aktienindizes und Wechselkursen, es passt aber – ganz auffällig – die augenfällige Stärke an den Aktienmärkten weder zum kolportierten Szenario von wegen Wirtschaftskrise, massiver Welle 2, möglicherweise trotz mangelnder Leistbarkeit dennoch mit Lockdown, noch zum Chart, sondern entspricht eher dem massiven Zuschießen von Liquidität und Euphorie im Einzelhandel. Die Charttechnik deutet für die Aktienmärkte – Stichwort „Diamantformation im Dow – auf die nächste Korrektur hin und weniger auf einen Durchmarsch zu neuen Höchstständen.

Gibt es noch immer viele Vorbehalte gegenüber der Technischen Analyse, so von wegen Esoterik, Hokuspokus und SIrs?
Ja, da ist mir schon viel begegnet an Affront, ja. Dieser ist teils begründet durch MTA, die Market Technicians Association, N.Y., die ich in Österreich vertreten darf, die ebenso wie der UK-Ableger keinen roten Faden publiziert. So gibt es eine Vielzahl an Scharlatanen, die meinen, es gäbe kein klares Reglement. Dieses gibt es, und es ist zwingend logisch. Wenn also jemand sagt, es gäbe keine exakte Regel zum Zeichnen etwa einer Trendlinie, dann holen Sie sich ihr Geld zurück und finden sich ein anderes Seminar, einen anderen Angestellten, einen anderen Finanzberater. Noch ein Wort zur Esoterik: Es gibt in Wien einen Börse-Astrologen, der tatsächlich seit Jahrzehnten eine gute Trefferquote erzielt, und meine Methodik gründet u.a. auf dem Goldenen Schnitt, den sogenannten „Fibonacci-Linien“. Wer diesen als Tatsache anerkennt, sollte sich meine Arbeit zumindest genauer ansehen, und vielleicht mein Buch, „Das Große Buch der Börse“, ergoogeln und darin schmökern; es „entzaubert“ und entstaubt die Welt der Finanzanalyse ganz gewaltig. Der ORF und die Comba haben’s als Industriestandard mit erfrischender Sprache und leicht verständlich für jedermann beschrieben.

Wie funktioniert die Technische Analyse in Kurzfassung?
Jeder Verkauf/Kauf hinterlässt eine Spur am Markt: Preis und Umsatz, zu dem bzw. mit dem der Deal stattgefunden hat. Der Kurs- und Umsatzverlauf illustrieren, wieviel zu welchem Preis noch gekauft bzw. verkauft wird und darüber hinaus die Dynamik des laufenden Handels oder auch, und noch wichtiger, die Veränderung dieser. So sehe ich auf einen Blick, ob, wie vereinfacht in meinen Kursen gesagt, „immer mehr Leute immer noch gerne kaufen – oder zusehends nicht mehr.“ Entsprechend entsteht Handlungsbedarf, sind Käufe oder Verkäufe zu tätigen, müssen Positionen vergrößert, reduziert oder glattgestellt bzw. zumindest abgesichert werden. Wie Craig Johnson, der Chefanalyst von Piper Sandler und Präsident der MTA nicht müde wird, zu sagen: Ob Du beim KGV mit dem „G“ wie Gewinn beginnst, oder mit dem „K“, wie Kurs, beginnst, macht keinen Unterschied.

Und was nimmt der kurzfristige Trader oder sogar langfristige Anleger mit daraus?
Steigen die Kurse nicht mehr so dynamisch wie eben und lassen die Handelsumsätze nach, kaufe ich nicht mehr, sondern sichere mich ab oder plane einen Short, egal, was die anderen sagen.

Wie beurteilst Du die aktuelle Marktlage: Sind die Aktienmärkte Gewinner oder doch die Sicheren Häfen? Du hast gesagt, das charttechnische und auch das medial mit Mittelpunkt stehende Bild spricht für eine weitere Korrektur an den Märkten, aber die Kurse fallen nicht bzw. stagnieren?
Ja, stimmt genau: Da muss man wissen, der Dow ist zur Zeit der Taktgeber der Aktienmärkte, und er und auch der marktbreitere S&P 500 zeigen klar eine Diamantformation, der zweite Hälfte durch eine Korrektur eingeläutet werden sollte, welche das Covid-19-Welle-1-Tief nicht mehr erreichen dürfte. Da bislang das entsprechende Verkaufslimit 1 im Dow, also 24.800, noch hält, gibt es nun zwei Varianten: Erholung bis an die bisher noch nicht erreichte obere Linie des Diamanten bei 28.550 und nachherig entweder Korrektur bis entweder 24.000 oder 20.800 oder Durchmarsch nach oben. Variante 2 wäre nun Range-Trading im engeren Rahmen und danach die Verkaufssignale bei 24.800 bzw. 24.000.

Ein Diamant ist unseren Lesern bekannt und begehrt. Ist er das am Chart auch?
Not so much, da diese rautenförmige Konsolidierung meist großformatig ist, lange andauert und ihr Ausgang bis knapp vor dem bevorstehenden Ausbruch nach oben oder unten nicht bekannt ist. Solch ein Diamant zeigt einen Gleichstand zwischen Geld und Brief, ein temporäres Gleichgewicht zwischen Kaufinteresse und Verkaufsdruck an. Ein Ausbruch nach oben, eine neue Hausse, ist allerdings grundsätzlich schon noch höherer Wahrscheinlichkeit als eine Kurswerthalbierung, wozu es ansonsten käme. Der Dow wäre im bearishen Falle für einen Crash gen‘ 12.150 gut; eben notiert er bei 25.595.

Was bedeutet das für den ATX?
Solange noch bullish mit Chance auf Erreichen von 3030, wenn die Unterstützung bei 2090 hält. Ein Fall darunter indiziert einen solchen Richtung 1850 bis 1520.

Wenn Du das Bild abrundest mit Blick auf Rohstoffe, Wechselkurse und Renten, wie geht es weiter?
Während die Aktienmärkte sich mit der Korrektur Zeit lassen, ist die Flucht in die „Sicheren Häfen“ klar zu sehen: Der EUR Bund Future sieht klar superbullish aus, also nicht nur nach kurzfristig 5 Punkten Plus, sondern insgesamt nach 18, in Worten achtzehn, Punkten an Kurspotenzial, Zielmarke ist 195. Man hat mich übrigens schon einmal verhöhnt, als ich meinte, der Bund werde in 6 Monaten um EUR 6,00 höher notieren. Ich hatte Recht. Den Bund kann man bestens kaufen mit engem Stop oder ein Hebelprodukt erwägen, es gibt interessante am Markt.

Und wie geht es weiter mit Gold und dem Ölpreis weiter? Geben diese beiden eine Indikation in Sachen Flucht zur Sicherheit oder auch Konjunkturerholung?
Well, Gold hat zwar einiges seines Nimbus als Safe Haven eingebüßt, es gibt aber nicht wenige, die Münzen im TV-Handel erstehen oder auch bei lokalen Anbietern, und dann ist da der Chart, der die anziehende Nachfrage erst noch per Überwinden von 1.805 bestätigen müsste, um die Rallye gen‘ 2.250, also über’s aktuelle Allzeit-Hoch hinaus, welches im September 2011 bei 1.920,30 markiert wurde, beginnen zu lassen. Solange diese Bestätigung aussteht, sollte jemand, der noch nicht gekauft hat, die Finger davon lassen! Der Ölpreis war ein mehrfacher Hit zuletzt, wir haben dank der perfekt schön ausgeprägten Keilformation zuerst die „Halbierung“ von 49,90 -> 20,00 mitgenommen und bereits im Voraus die nun dort begonnen habende Erholung gen‘ 40,00 antizipieren können. Auf lange Sicht ist der Chart trotz disruptiver Änderungen im Energiesegment klar bullish, aber auf kurze haben wir uns im engen Bereich 43,50 (Fibonacci-Linie!) – 37,00 (ebenso!) eingesperrt und kaufen bzw. verkaufen entsprechend.

Wordrap: Was ist Dir wichtig?
Meine Familie, die wenigen wirklichen Freunde.

Homeoffice oder Blick auf den Stephansdom?
Ganz klar: Homeoffice.

Wofür stehst Du?
Handschlagsqualität, gute Manieren, glasklare Prognosen.

Was magst Du nicht?
Bullshit-Bingo-Kreuzerl-Lieferungen, Verantwortungslosigkeit.

Was magst Du?
Neue Chancen, Ehrlichkeit, Empathie, Höflichkeit, gute Manieren, Respekt.

Dein größter Fehler?
Ungeduld beim Hören moderner Phrasen und immer neuer Miteinander-Anglizismen.

Dein Hobby?
Logo-& Cover-Design, Sekundärmarkt-Verkäufe aller Art, Bitcoin, Blockchain, Garteln, Smart-City-Projekte, Reparieren von Fahrrädern, Sport (war schon einmal auf Platz 1).

Machst Du aktuell noch anderes als Finanzanalyse?
„Machen“ ist zuviel gesagt, ich würde gerne meinem Freund David Hollands von Above & Beyond bei seinem Herzensprojekt unter die Arme greifen. Ein Finanzpartner oder ein Vehikel zur Finanzierung dieses laut Wyndham Group weltweit einzigartigen Hoteldorf-Franchises, welches zusammen mit Ramada, in Bulgarien als Fünfsterner beginnt, ist gesucht. Anfangs sind bloß EUR 10 Mio gefragt. Damit können wir loslegen. Das ist sehr preiswert bei Inbetrachtnahme der stillen Reserven und der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie von Horwath HTL, Salzburg.

Ihr sucht also einen Finanzpartner oder eine alternative Finanzierungslösung?
Korrekt, beides ist willkommen. Ersteres wäre einfacher im Handling, Zweiteres wohl zeitgemäßer. Also, sollte sich ein Leser melden, bitte an mich weiterschicken. Oder man wendet sich direkt an mich.

Hast Du vielleicht auch ein neues Projekt im Bereich Börse, das Dir am Herzen liegt?
Also, das wird big! Es geht um die „Botschafterschaft“ für die Börsenplätze Österreichs, Ungarns, Polens, Kroatiens, Rumäniens, der Slowakei, Tschechiens, Russlands und eventuell auch der Ukraine. Deren Märkte werden ein wenig mehr in den Fokus des deutschen und Schweizer Traders/Anlegers gerückt, und regelmäßig betreut/gecovert. Mehr davon will ich Dir gerne erzählen (dürfen), wenn wir den „Starterblock“ verlassen.

Dein Lieblingszitat?
„Man kann ohne Hund leben, es macht nur keinen Sinn“, von Woody Allen.
„Was Du für Dich erreichen kannst, versuche auch für Deine Mitmenschen zu erreichen!“, Reg. Rat Schittler.
„Angst kommt von Ignoranz“, Bob Proctor.

(Der Input von Christian Drastil für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 02.07.)

(02.07.2020)



 

Bildnachweis

1. Robert Schittler, vorher: Einen Charttechniker mit Malteser hatten wir bisher nicht, sehr künstlerisch   >> Öffnen auf photaq.com

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    Deine Marktberichterstattung fußt auf Deiner eigenen Methodik der Technischen Analyse, wie Du sie in Deinem Buch beschrieben hast, für das ich das Vorwort schreiben durfte. Die anderen Parts der Finanzanalyse kommen darin aber auch nicht zu kurz, also die fundamentale und volkswirtschaftliche. Wie passt das zusammen?
    Also, ich habe angefangen als Sekundäranalyst,war dann als primärer für den österreichischen Markt zuständig und habe dann als logische Folge zum täglich als geübten Tick-Reading im Market Making und als Sales-Guy mit der Technischen Analyse begonnen, weil sie die Kontrolle über eine große Anzahl an Anlageinstrumenten erlaubt, per Chart, der die Ticks schön übersichtlich zusammenfasst.

    Und wie übersichtlich sind die Börsen dieser Tage?
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    Gibt es noch immer viele Vorbehalte gegenüber der Technischen Analyse, so von wegen Esoterik, Hokuspokus und SIrs?
    Ja, da ist mir schon viel begegnet an Affront, ja. Dieser ist teils begründet durch MTA, die Market Technicians Association, N.Y., die ich in Österreich vertreten darf, die ebenso wie der UK-Ableger keinen roten Faden publiziert. So gibt es eine Vielzahl an Scharlatanen, die meinen, es gäbe kein klares Reglement. Dieses gibt es, und es ist zwingend logisch. Wenn also jemand sagt, es gäbe keine exakte Regel zum Zeichnen etwa einer Trendlinie, dann holen Sie sich ihr Geld zurück und finden sich ein anderes Seminar, einen anderen Angestellten, einen anderen Finanzberater. Noch ein Wort zur Esoterik: Es gibt in Wien einen Börse-Astrologen, der tatsächlich seit Jahrzehnten eine gute Trefferquote erzielt, und meine Methodik gründet u.a. auf dem Goldenen Schnitt, den sogenannten „Fibonacci-Linien“. Wer diesen als Tatsache anerkennt, sollte sich meine Arbeit zumindest genauer ansehen, und vielleicht mein Buch, „Das Große Buch der Börse“, ergoogeln und darin schmökern; es „entzaubert“ und entstaubt die Welt der Finanzanalyse ganz gewaltig. Der ORF und die Comba haben’s als Industriestandard mit erfrischender Sprache und leicht verständlich für jedermann beschrieben.

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    Wenn Du das Bild abrundest mit Blick auf Rohstoffe, Wechselkurse und Renten, wie geht es weiter?
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    (02.07.2020)



     

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