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Impact Investing - Corona, Green Deal und mathematische Verzweigungen

In der Mathematik meint Verzweigung oder Bifurkation eine qualitative Zustandsänderung in nichtlinearen Systemen unter Einfluss eines Parameters. Wie passend – als Gesellschaft stehen wir vor dieser Abzweigung, dank Corona etwas beschleunigt, bzw. haben diese bereits hinter uns und nun führt kein Weg mehr zurück. Der Umbau der Gesellschaft in nahezu allen Bereichen ist mit voller Kraft im Gange und auch die Finanzwelt stellt sich nachhaltig um. 

Bifurkation – die Abzweigung liegt schon hinter uns. Corona hat uns allen deutlich vor Augen geführt, wie schnell, umfassend und aus heiterem Himmel, die Weltwirtschaft in die Knie gezwungen werden kann. Hinzu kommen die Krisen, die schon vor Corona vorhanden waren und sich in der Zwischenzeit nicht aufgelöst haben – allen voran der globale Klimawandel, der weiterhin zügig voranschreitet. Es gibt also einiges zu tun für uns als Gesellschaft!

Die Umsetzung des Green Deal der europäischen Union beschäftigt den Großteil der Finanzmarkt-Teilnehmer – sind doch die Budgets der EU-Länder sowie der Unternehmen durch Corona stark belastet. Und so glauben nun viele, dass sich niemand mehr den Green Deal leisten wird können und dieser als politisches Konstrukt gestrichen oder zumindest doch den wirtschaftlichen Realitäten angepasst wird werden müssen – wie auch sein ambitionierter Zeitplan. 

Ich bin hier eindeutig umgekehrter Meinung – nämlich, dass es sich die Gesellschaft im Kollektiv mit all ihren Unternehmen nicht mehr länger wird leisten können, den Green Deal sowie Nachhaltigkeit zu ignorieren.

1.000 Milliarden für Wiederaufbau und Klimaschutz. Die Ziele sind klar definiert: 2050 soll Europa der erste klimaneutrale Kontinent sein. Das funktioniert mit einem „Null-Schadstoffziel“, das durch Reduktion von Schadstoffen in allen Wirtschaftszweigen und mit der Abkehr von Kohle, Öl und Gas sowie der raschen Umstellung auf nachhaltige Mobilität erreicht werden soll. Weitere Ziele sind durch eine saubere und kreislauforientierte Wirtschaft, energie- und ressourcenschonendes Bauen und Renovieren sowie durch faire und umweltfreundlich produzierte Lebensmittel in Bioqualität definiert. Dazu kommt eine Biodiversitätsstrategie bis 2030. Kostenpunkt 1.000 Milliarden Euro bis 2030. 

Österreich will die Klimaneutralität bereits 2040 erreichen. 100 Prozent der Stromversorgung sollen 2030 aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Hurra, ein Umstand, der bei der heimischen Bevölkerung auf breite Zustimmung stößt – und in fünf Jahren soll auch eine emissionsfreie Mobilität erreicht sein.

Green Deal – Untergang oder Neustart? Sicher ist jedenfalls, dass sowohl für den Wiederaufbau der Wirtschaft als auch für den Green Deal beträchtliche Geldmittel erforderlich sind, die nicht nur aus EU- und nationalen Budgets zur Verfügung gestellt werden können. Auch der Beitrag des Kapitalmarkts ist gefragt. Die OeKB hat bei der Begebung eines Sustainability Bonds eine Vorreiterrolle am österreichischen Kapitalmarkt eingenommen und unterstützt die Neukategorisierung von Anlageinstrumenten nach ESG-Kriterien. 

Gleichzeitig entdecken Investoren für sich das Interesse an nachhaltigen Produkten. Immer mehr Kunden fordern nachhaltiges Wirtschaften und umweltfreundliche Produkte ein. Der Ruf nach einer grünen, nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaft ist während der Krise freilich lauter geworden und beschleunigt den Wandel zu einer Green Economy. Die Krise hat auch erneut gezeigt, dass nachhaltige Fonds ihre Performance besser halten konnten. Der Trend zur Outperformance von nachhaltigen Titeln besteht aber nicht nur in der Krise – in fast allen Phasen in den vergangenen zwölf Jahren, seit der SRI Index berechnet wird, schlug er den großen Bruder.

Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt heißt es für uns alle hinsehen, Verantwortung übernehmen für das, was wir alle im Kollektiv erschaffen haben. Wie nun also die Krisen bewältigen? Nun ja, über den Green Deal der EU-Kommission, der sich dem grünen Wiederaufbau der Wirtschaft widmen kann, könnten wir die Wirtschaft wieder auf- und gleichzeitig nachhaltig umbauen und damit auch der Klimakrise begegnen. 

zur Autorin

Susanne Lederer-Pabst. Die Finanzanalystin und gerichtlich beeidete Sachverständige für den Bank- und Börsebereich will nachhaltiges, sozialverträgliches Investieren stärker in den Investmentfokus Institutioneller Investoren rücken. 

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