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Ann Steele u.a. über den Unwillen nicht-europäischer Investoren, in Europa zu investieren (Günter Luntsch)

Bild: © diverse photaq, Erde Globus Welt Holz

Ann Steele: GB unterbewertet. Am 14.11.19 hatte ich Gelegenheit, in kleinstem Rahmen mit Ann Steele zu sprechen. Sie verwaltet unter anderem den Threadneedle (Lux) Pan European Equities, zu dem der Zugang limitiert ist: "For professional investors only", aber um die Fonds geht es hier nicht, vielmehr möchte ich ihre Ansichten (GB wird den Brexit überstehen, der Wirtschaft wird es nicht schlecht gehen) und ihre Investmentstrategie vermitteln. Die Gespräche wurden in englischer Sprache geführt. Wo ich unsicher war, ob ich es richtig verstanden habe, habe ich nachgefragt, es sollte also höchstens dort zu Verständnisfehlern gekommen sein, wo ich nicht unsicher war. Ich hoffe aber, dass alles richtig ist, ich habe es nach bestem Wissen und Gewissen mitgeschrieben.

Zuallererst sprach Steele über den grundsätzlichen Unwillen anderer Kontinente, in Europa zu investieren, die EU ist in einer Dauerkrise, und die Brexit-Unsicherheiten sind nur noch das Tüpfelchen auf dem I. Aber wir nähern uns dem Turning Point, es bedarf dazu der Hilfe der Politik, dass die Angst vor Investments in Europa endlich ihr Ende findet. Noch ist Europa ungeliebt, und man ist hier unterinvestiert. Steele denkt, dass Trump gegen Ende seiner Laufzeit Dinge tun wird, die er zu tun hat. Ich verstehe das so: dass er endlich sinnvolle Entscheidungen trifft, die die Wirtschaft beidseits des Atlantik beruhigen, z.B. Zölle wieder senken, Wortwahl mäßigen, wir kennen ihn ja als relativ unberechenbar, und ich sage gleich, dass ich diese Zuversicht nicht teile. Aber Trump ist nicht Europas Hauptproblem, das ist immer noch der bevorstehende Brexit.

Sie sprach über die britische Politik, beschrieb die politischen Akteure und teilte uns mit, was von ihnen zu erwarten ist. Sie ist Schottin, outete sich als "Remainer", sie denkt aber nicht, dass Schottland aus dem United Kingdom austreten wird, auch nicht jetzt, wo sich gezeigt hat, dass die Mehrheit der Schotten eigentlich in der EU bleiben will. Sie sagte klar und deutlich, dass es mittlerweile egal ist, ob man Remainer oder Leaver war, die Briten wollen nur, dass diese Ungewissheit endlich ein Ende hat, dass es endlich zu einer klaren Entscheidung kommt und diese auch vollzogen wird.

Diese Ungewissheit hat dazu geführt, dass der britische Aktienmarkt besonders schwach war, insbesondere die Aktien jener Unternehmen, die ihr Geschäft vor allem im britischen Inlandsmarkt machen. 8% bis 12% Dividendenrendite bei "house construction"-Firmen waren die Folge. Das einzige, was man tun musste: Kaufen und geduldig warten! Trump wird es schaffen, dass die internationalen Investoren zurück nach Europa kommen. Anm: Ich weiß jetzt nicht, ob damit Trump positiv oder negativ beschrieben wird.

Steele schwärmte von Louis Vuitton (ISIN FR0000121014), insbesondere von der ungebändigten Kauflust der Asiaten. Sie fragte sich, wie viele Luxustaschen sie wirklich brauchen. Anm: Ich kann das für Wien bestätigen, in der Innenstadt sind Louis-Vuitton-Einkaufstaschen (neben Manner, aber da ist der Inhalt nicht so teuer) die häufigsten in Händen von asiatischen Touristen, vor allem Chinesen.

Als Stockpicker ist für sie die Größe eines Unternehmens nicht wichtig, sie kann frei aus kleinen und großen Gesellschaften wählen. Aber alles wird im Team besprochen. Mit dem Bauwert Sika hat sie 238% "return" bekommen. Nach Teilabschichtung ist es immer noch eine große Position. Es handelt sich um ISIN CH0418792922, in der Tat ein schöner Chart, in 5 Jahren von 50 auf 170 Franken. Wenn man die Geschichte von Sika verfolgt, war Threadneedle ein sehr aktiver Aktionär, der bei der Abwehr des feindlichen Übernahmeangebots half, es hätte auch anders ausgehen können. Unilever hat man zu lange gehalten, man war nicht in Nestlé, aktuell schichtet man um. Obwohl Nestlé zur Zeit offenbar wieder das Hauptziel von Boykottaufrufen in Social Media ist, wegen des Kaufs von Wasser usw., sieht Steele das Unternehmen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit, sie vertraut dem neuen CEO, der von Fresenius kommt, dass Nestlé mehr auf Gesundheit schaut. Sie meinte, dass Nestlé sich bereits von einigen Wasser-Assets getrennt hat. Anm: 2018 wurde das Wassergeschäft in Brasilien verkauft.

Steele mag Adidas, ist aber auch signifikant in Puma investiert, die einen guten neuen CEO haben, der selbst Football-Player war. Auch vom Computerspielunternehmen Ubisoft aus Frankreich hält sie viel. Massive Gewinnwarnungen zwangen den Aktienkurs in die Knie, aber sie brachten mit Verspätung neue Spiele heraus, Steele will etwas aufstocken. Anm: Ich trau mich da nicht drüber, meine Erfahrungen mit Jowood sagen mir, dass ich die Finger von Branchen lassen soll, von denen ich nichts verstehe. Novartis möchte sie etwas aufstocken, von Ryanair ist sie enttäuscht. Unter den größten Zukäufen der letzten Zeit sehe ich im Informatinsfolder weiters Neste aus Finnland, Total und Persimmon (ISIN GB0006825383, größtes Bauunternehmen Großbritanniens nach Börsekapitalisierung, Verfünffachung in 10 Jahren). Übergewichtet hat sie darüber hinaus unter anderem ASML, Shell, L´Oreal, Air Liquide und Allianz.

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 15.11.)

(15.11.2019)



 

Bildnachweis

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