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Österreichische Wirtschaft läuft immer noch überdurchschnittlich gut

15.04.2019

Das Konjunkturklima in Österreich hat sich Ende des ersten Quartals 2019 weiter eingetrübt. „Der Rückgang des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator vom Allzeithoch von 4,6 Punkten zum Jahreswechsel 2017/18 setzte sich im März fort. Mit 2,4 Punkten erreicht der aktuelle Indikator nur mehr den niedrigsten Wert seit Herbst 2016“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt: „Damit übertrifft der Indikator jedoch weiter seinen langfristigen Mittelwert. Die Dynamik flacht sich zwar ab, die österreichische Wirtschaft läuft aber immer noch überdurchschnittlich gut. Von einem bevorstehenden Einbruch der Konjunktur oder gar einer Krise kann damit keine Rede sein.“

Der aktuelle Indikator unterstreicht eine Fortsetzung der unterschiedlichen Entwicklung von Inlands- und Auslandskonjunktur. „Der erneute Rückgang des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators im März ist ausschließlich auf die Außenhandelskomponenten der heimischen Wirtschaft zurückzuführen. Die Konjunkturstimmung in den unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen im Inland hat sich dagegen nach der Abschwächung im Jahresverlauf 2018 zu Beginn des Frühlings auf einem hohen Niveau stabilisiert“, so Bruckbauer.

Die gute Lage am Arbeitsmarkt hat die Stimmung der heimischen Konsumenten Ende des ersten Quartals 2019 sogar wieder etwas verbessert, nachdem in den vergangenen Monaten die Verunsicherung durch das stärker fordernde internationale Umfeld durchgeschlagen hatte. Dadurch haben sich auch die optimistischen Geschäftseinschätzungen des Dienstleistungssektors stabilisiert. Zudem hält angesichts der vollen Auftragsbücher die Hochstimmung am Bau unvermindert an.

Die Belastungen durch die internationale Konjunktur nehmen jedoch vorerst weiter zu. Konkret ist der Rückgang des Indikators etwa zu gleichen Teilen auf die Verschlechterung des internationalen Exportumfelds sowie den in Folge nachlassenden Optimismus in der exportorientierten Industrie zurückzuführen. Der mit dem österreichischen Außenhandel gewichtete globale Exportstimmungsindikator ist im März auf den niedrigsten Wert seit dem Frühjahr 2016 zurückgegangen und liegt damit auch erstmals seitdem unter dem langjährigen Mittelwert. In der Folge ist auch die Stimmung in der heimischen Industrie unter diesen gefallen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres ist der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator auf durchschnittlich 2,5 Punkte zurückgegangen. Dieser Wert steht im Einklang mit einem Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent im Jahresvergleich für das erste Quartal 2019.

2019 wird das Wirtschaftswachstum in Österreich weiterhin ganz wesentlich vom privaten Konsum getragen werden. Ein kräftiges Beschäftigungswachstum, die gestiegene Lohndynamik und leichte fiskalische Impulse durch die Einführung des Familienbonus Plus werden das Konsumwachstum unterstützen und annähernd auf Vorjahresniveau halten können. Die Investitionstätigkeit wird dagegen spürbar an Schwung verlieren. Der anhaltend hohen Dynamik der Bauinvestitionen steht im Ausrüstungsbereich ein voraussichtlich geringeres Tempo bei Erweiterungen gegenüber.

Doch angesichts der weiterhin überdurchschnittlich hohen Kapazitätsauslastung ist 2019 mit keinem Einbruch der Investitionstätigkeit zu rechnen, obwohl die geringere Auslandsnachfrage belasten wird. Zumindest einige der bestehenden Unsicherheiten auf europäischer Ebene, wie zum Beispiel der Brexit, sollten sich ab Mitte 2019 mildern. Auch wenn damit das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte wieder etwas stärker als zu Jahresbeginn ausfallen dürfte, ist 2019 mit einem deutlich niedrigeren Anstieg des BIP als im Vorjahr zu rechnen. „Angesichts der zu Jahresbeginn langsamer laufenden Konjunktur erwarten wir für das Gesamtjahr 2019 nunmehr einen deutlichen Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 1,4 Prozent nach 2,7 Prozent im Vorjahr. Mit der voraussichtlichen Abkühlung der US-Konjunktur kommt 2020 ein weiterer Störfaktor hinzu, sodass der Anstieg des BIP in Österreich nur 1,3 Prozent betragen dürfte“, meint Pudschedl.

„Die aktuelle Schwäche der Weltwirtschaft ist die 18. dieser Art seit 1960 und nur eine, nämlich jene von 2008, führte in eine Krise. Die anderen 17 Schwächeperioden endeten nach einigen Quartalen schwächeren Wachstums mit einem erneuten Durchstarten der globalen Wirtschaft. Und genau dies können wir auch diesmal erwarten“, meint Bruckbauer und ergänzt: „Spätestens 2021 können wir wieder mit höheren Wachstumszahlen rechnen und dann sollte es auch zu kleinen Zinsschritten nach oben kommen.“ Bis Ende 2020 erwarten die Ökonomen der UniCredit Bank Austria hingegen unveränderte Leitzinsen der Europäischen Zentralbank – geschuldet der schwächeren Konjunktur und den niedrigen Inflationsaussichten. Die Inflation im Euroraum wird voraussichtlich von durchschnittlich 1,8 Prozent 2018 auf nur noch 1,4 Prozent 2019 sinken. In Österreich ist zwar erneut mit einer Inflationsrate über jener im Euroraum zu rechnen, mit 1,7 Prozent wird die Teuerung 2019 aber auch unter dem Vorjahreswert von 2,0 Prozent zu liegen kommen.

Der langsamere Konjunkturverlauf wird sich in den kommenden Monaten auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt auswirken. Die derzeit noch starke Beschäftigungsdynamik mit einem jährlichen Plus von 2,1 Prozent im ersten Quartal 2019 wird sich in den kommenden Monaten verlangsamen. In der Folge wird sich die Arbeitslosenquote, die in den ersten drei Monaten saisonbereinigt bei 7,3 Prozent lag, nicht mehr weiter verbessern. „Mit 7,3 Prozent wird die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2019 spürbar unter den 7,7 Prozent von 2018 liegen. Das Tempo des Rückgangs wird damit jedoch langsamer ausfallen als im Vorjahr und für 2020 ist angesichts der schwächeren Wachstumsaussichten keine Verbesserung der Arbeitslosenquote mehr in Sicht“, so Pudschedl. Der langsamere Anstieg der Beschäftigung wird gerade ausreichen, um das steigende Arbeitskräftepotenzial unterzubringen.


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1. Konsum, Verbraucher, einkaufen, Supermarkt, Waren, Regal, Lebensmittel, http://www.shutterstock.com/de/pic-155054024/stock-photo-kuala-lumpur-malaysia-june-sogo-supermarket-june-in-kuala-lumpur-malaysia-sogo.html, 06photo / Shutterstock.com , (© www.shutterstock.com)   >> Öffnen auf photaq.com

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Autor
Christine Petzwinkler
Börse Social Network/Magazine


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Das Konjunkturklima in Österreich hat sich Ende des ersten Quartals 2019 weiter eingetrübt. „Der Rückgang des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator vom Allzeithoch von 4,6 Punkten zum Jahreswechsel 2017/18 setzte sich im März fort. Mit 2,4 Punkten erreicht der aktuelle Indikator nur mehr den niedrigsten Wert seit Herbst 2016“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt: „Damit übertrifft der Indikator jedoch weiter seinen langfristigen Mittelwert. Die Dynamik flacht sich zwar ab, die österreichische Wirtschaft läuft aber immer noch überdurchschnittlich gut. Von einem bevorstehenden Einbruch der Konjunktur oder gar einer Krise kann damit keine Rede sein.“

Der aktuelle Indikator unterstreicht eine Fortsetzung der unterschiedlichen Entwicklung von Inlands- und Auslandskonjunktur. „Der erneute Rückgang des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators im März ist ausschließlich auf die Außenhandelskomponenten der heimischen Wirtschaft zurückzuführen. Die Konjunkturstimmung in den unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen im Inland hat sich dagegen nach der Abschwächung im Jahresverlauf 2018 zu Beginn des Frühlings auf einem hohen Niveau stabilisiert“, so Bruckbauer.

Die gute Lage am Arbeitsmarkt hat die Stimmung der heimischen Konsumenten Ende des ersten Quartals 2019 sogar wieder etwas verbessert, nachdem in den vergangenen Monaten die Verunsicherung durch das stärker fordernde internationale Umfeld durchgeschlagen hatte. Dadurch haben sich auch die optimistischen Geschäftseinschätzungen des Dienstleistungssektors stabilisiert. Zudem hält angesichts der vollen Auftragsbücher die Hochstimmung am Bau unvermindert an.

Die Belastungen durch die internationale Konjunktur nehmen jedoch vorerst weiter zu. Konkret ist der Rückgang des Indikators etwa zu gleichen Teilen auf die Verschlechterung des internationalen Exportumfelds sowie den in Folge nachlassenden Optimismus in der exportorientierten Industrie zurückzuführen. Der mit dem österreichischen Außenhandel gewichtete globale Exportstimmungsindikator ist im März auf den niedrigsten Wert seit dem Frühjahr 2016 zurückgegangen und liegt damit auch erstmals seitdem unter dem langjährigen Mittelwert. In der Folge ist auch die Stimmung in der heimischen Industrie unter diesen gefallen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres ist der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator auf durchschnittlich 2,5 Punkte zurückgegangen. Dieser Wert steht im Einklang mit einem Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent im Jahresvergleich für das erste Quartal 2019.

2019 wird das Wirtschaftswachstum in Österreich weiterhin ganz wesentlich vom privaten Konsum getragen werden. Ein kräftiges Beschäftigungswachstum, die gestiegene Lohndynamik und leichte fiskalische Impulse durch die Einführung des Familienbonus Plus werden das Konsumwachstum unterstützen und annähernd auf Vorjahresniveau halten können. Die Investitionstätigkeit wird dagegen spürbar an Schwung verlieren. Der anhaltend hohen Dynamik der Bauinvestitionen steht im Ausrüstungsbereich ein voraussichtlich geringeres Tempo bei Erweiterungen gegenüber.

Doch angesichts der weiterhin überdurchschnittlich hohen Kapazitätsauslastung ist 2019 mit keinem Einbruch der Investitionstätigkeit zu rechnen, obwohl die geringere Auslandsnachfrage belasten wird. Zumindest einige der bestehenden Unsicherheiten auf europäischer Ebene, wie zum Beispiel der Brexit, sollten sich ab Mitte 2019 mildern. Auch wenn damit das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte wieder etwas stärker als zu Jahresbeginn ausfallen dürfte, ist 2019 mit einem deutlich niedrigeren Anstieg des BIP als im Vorjahr zu rechnen. „Angesichts der zu Jahresbeginn langsamer laufenden Konjunktur erwarten wir für das Gesamtjahr 2019 nunmehr einen deutlichen Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 1,4 Prozent nach 2,7 Prozent im Vorjahr. Mit der voraussichtlichen Abkühlung der US-Konjunktur kommt 2020 ein weiterer Störfaktor hinzu, sodass der Anstieg des BIP in Österreich nur 1,3 Prozent betragen dürfte“, meint Pudschedl.

„Die aktuelle Schwäche der Weltwirtschaft ist die 18. dieser Art seit 1960 und nur eine, nämlich jene von 2008, führte in eine Krise. Die anderen 17 Schwächeperioden endeten nach einigen Quartalen schwächeren Wachstums mit einem erneuten Durchstarten der globalen Wirtschaft. Und genau dies können wir auch diesmal erwarten“, meint Bruckbauer und ergänzt: „Spätestens 2021 können wir wieder mit höheren Wachstumszahlen rechnen und dann sollte es auch zu kleinen Zinsschritten nach oben kommen.“ Bis Ende 2020 erwarten die Ökonomen der UniCredit Bank Austria hingegen unveränderte Leitzinsen der Europäischen Zentralbank – geschuldet der schwächeren Konjunktur und den niedrigen Inflationsaussichten. Die Inflation im Euroraum wird voraussichtlich von durchschnittlich 1,8 Prozent 2018 auf nur noch 1,4 Prozent 2019 sinken. In Österreich ist zwar erneut mit einer Inflationsrate über jener im Euroraum zu rechnen, mit 1,7 Prozent wird die Teuerung 2019 aber auch unter dem Vorjahreswert von 2,0 Prozent zu liegen kommen.

Der langsamere Konjunkturverlauf wird sich in den kommenden Monaten auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt auswirken. Die derzeit noch starke Beschäftigungsdynamik mit einem jährlichen Plus von 2,1 Prozent im ersten Quartal 2019 wird sich in den kommenden Monaten verlangsamen. In der Folge wird sich die Arbeitslosenquote, die in den ersten drei Monaten saisonbereinigt bei 7,3 Prozent lag, nicht mehr weiter verbessern. „Mit 7,3 Prozent wird die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2019 spürbar unter den 7,7 Prozent von 2018 liegen. Das Tempo des Rückgangs wird damit jedoch langsamer ausfallen als im Vorjahr und für 2020 ist angesichts der schwächeren Wachstumsaussichten keine Verbesserung der Arbeitslosenquote mehr in Sicht“, so Pudschedl. Der langsamere Anstieg der Beschäftigung wird gerade ausreichen, um das steigende Arbeitskräftepotenzial unterzubringen.


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Christine Petzwinkler
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