10.12.2017

Geldanleger waren – zumindest gefühlt – in den letzten Jahren konservativ eingestellt und Innovationen mitunter skeptisch. Wer sich die Mühe macht und genau hinschaut, entdeckt eher das Gegenteil. Trader nehmen innovative Instrumente sehr schnell in ihr Portfolio auf. Optionsscheine, Zertifikate oder Derivate – nur drei Handelsinstrumente, die schnell stärker in den Fokus gerückt sind.

Heute existieren traditionelle Anlageinstrumente und Assets – wie zum Beispiel Aktien oder Rentenpapiere – parallel zu hochdynamischen Anlageformen. CFDs oder Binäre Optionen sind zwei Beispiele hierfür. Und Geld anlegen geht inzwischen auch in 2.0. Social Trading ist ein Trend, der zuerst eher verhalten startete. Inzwischen werden zunehmend mehr Anleger auf dieses „Tool“ aufmerksam.

Von der Erfahrung anderer profitieren

Social Trading ist kein eigenständiges Anlageinstrument. Es handelt sich hierbei vielmehr um die Strategie, von der Erfahrung und den Entscheidungen anderer Trader zu profitieren. Im Kern geht es darum, dass Anleger ihr Portfolio und ihre Anlageentscheidungen offenlegen.

Diese können beispielsweise Einsteiger in ihr eigenes Portfolio übernehmen. Die Offenlegung und Erörterung von Anlageentscheidungen ist keine neue Erfindung. Bisher basierte das Ganze aber darauf, Erfahrungen durch die Bewertung vergangener Entscheidungen zu sammeln. Beim Social Trading können sich Anleger – im Rahmen des Copy Tradings/Mirror Tradings – für Trader entscheiden, deren Portfolio sie kopieren.

Beispiel: Anleger B folgt Trader A. Dieser kauft Aktien der Unternehmen C und D. Durch das „Folgen“ werden diese Wertpapiere automatisch auch ins Portfolio von Anleger A aufgenommen.

Mittlerweile unterstützen verschiedene Plattformen das Social Trading. Unterschiede bestehen etwa bezüglich der handelbaren Assets oder Handelsinstrumente. Auch variieren die Handelsplattformen, welche seitens der Social Trading Anbieter unterstützt werden.

Unterschiede zu anderen Anlagestrategien

Klassische Anlagestrategien beruhen darauf, dass Anleger sich mit Märkten und Handelswerten bzw. deren Entwicklung auseinandersetzen, das Marktumfeld im Auge behalten und Analysen für die Kursverläufe nutzen. Auf Basis der gesammelten Informationen werden dann Anlageentscheidungen getroffen.

Beim Social Trading entfällt diese Vorarbeit. Der Anleger sucht sich passende Trader aus, folgt diesen und „spiegelt“ deren Portfolio. Auf den ersten Blick eine sehr simple Möglichkeit, um in den Bereich der Geldanlagen einzusteigen. Allerdings müssen sich Anleger – speziell Einsteiger – klar werden, was hinter Social Trading steckt.

Im Gegensatz zu selbst gemanagten Depots, die bei Brokern gehalten werden, ist Social Trading nur bei speziellen Anbietern möglich. Letztere arbeiten nur mit einigen Brokern zusammen oder sind brokereigene Plattformen. Bedeutet in der Praxis, dass die Anlagemöglichkeiten letztlich beschränkt sind. Ein ebenfalls großer Unterschied betrifft das Thema Sicherheit und Regulierung.

Während in Deutschland Anlageberater nur unter bestimmten Rahmenbedingungen tätig werden, ist die Kontrolle beim Social Trading weitaus weniger streng. Kein Trader muss vor dem Veröffentlichen seines Portfolios Prüfungen ablegen oder eine Erlaubnis von Behörden einholen.

Risikostreuung: Signalgeber im Detail prüfen

Ein Kernelement klassischer Geldanlagen ist die Risikostreuung. Hierzu setzen Anleger auf Wertpapiere aus verschiedenen Märkten und geben den Assets – entsprechend der eigenen Risikoaffinität – unterschiedlich Gewicht.

Beim Social Trading ist die Risikostreuung eine Herausforderung. Wie stark sich die Vermögensverteilung einsehen lässt, variiert von Plattform zu Plattform. Klar muss an diesem Punkt sein, dass Social Trading Plattformen mit einer nur überschaubaren Zahl an Assets und Tradern ein gewisses Klumpenrisiko darstellen können.

Um Entscheidungen als Follower treffen zu können, sind Anbieter vorzuziehen, die Informationen lückenlos und umfassend zur Verfügung stellen. Um die Qualität der Plattform zu bewerten, ist ein Anbietervergleich – etwa über die Seite brokervergleich.net – in jedem Fall zu empfehlen. Um aus dem Vergleich die nötigen Informationen zu ziehen, muss sich der interessierte Anleger hinsichtlich einiger Punkte im Klaren sein.

  • Handelbare Assets: Je mehr Handelswerte aus verschiedenen Märkten von Signalgebern gehandelt werden können, um so geringer die Gefahr, Risiken einzelner Märkte im Portfolio zu sammeln.
  • Handelsarten: Jede Handelsart bringt unterschiedlichen Risiken mit. Lassen sich nicht nur Optionen oder Forex, sondern auch andere Handelsarten durch die Signalgeber traden, sinkt das Risiko.
  • Demokonto: Gern vernachlässigt, hat ein Testkonto viele Vorteile. Gerade Einsteiger können auf diese Weise unkompliziert und gefahrlos Social Trading kennenlernen und ausprobieren.

Social Trading punktet bei Kosten

Der Trend Social Trading wird immer wieder gern mit gemanagten Kapitalanlagen verglichen. Ob dieser Vergleich zutreffend ist, sei dahingestellt. Wo sich beide Anlageansätze in jedem Fall abheben, sind die Kosten. Je nach Plattform ist eine Mindesteinlage auf das Kundenkonto zu leisten. Diese umfasst im Regelfall nicht mehr als einige hundert Euro. Die Mindesthandelssumme pro Trade ist deutlich geringer.

Gemanagte Kapitalanlagen sind im Vergleich dazu schnell teurer. Und auch bei den Kosten pro Trade bietet Social Trading einige interessante Features – zumal Anleger früher oder später selbst zu Tradern mit Followern werden können. Hierüber lassen sich anschließend zusätzliche Erträge einstreichen.

Fazit: Unterschiede sind bei Social Trading deutlich

Social Trading greift den Gemeinschaftsgedanken auf und überträgt diesen in den Bereich der Geldanlagen. Mittlerweile geht es hierbei nicht mehr um den reinen Informationsaustausch. Speziell das Copy Trading wirkt auf den Einsteiger verlockend. Einfach einigen Tradern „hinterherlaufen“ und schon klingelt die Kasse. Ganz so pauschal und undifferenziert sollte Social Trading nicht betrachtet werden. Es gibt diverse positive Aspekte, die nicht von der Hand zu weisen sind. Auf der anderen Seite gibt es auch beim Social Trading gewisse Risiken. Anlegern muss einfach klar sein, worum es geht – um die richtige Entscheidung treffen zu können.



Random Partner

bmwfw
Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft schafft die bestmöglichen Rahmenbedingungen für Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen und vertritt auf internationaler Ebene die Interessen des Wissenschafts-, des Forschungs- und des Wirtschaftsstandorts Österreich.

>> Besuchen Sie 56 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten



Indizes
ATX 3643 0.40% 3654 0.30% 23:45:10
DAX 13434 1.15% 13469 0.25% 23:45:10
Dow 26072 0.21% 26070 -0.01% 23:45:10
Nikkei 23808 0.19% 23845 0.15% 23:45:10
Gold 1331 -0.38% 1332 0.08% 22:59:59
Bitcoin 11025 0.21% 11753 6.19% 04:03:28


Magazine aktuell

Geschäftsberichte

Social Trading: Unterschiede zu klassischen Anlagestrategien


10.12.2017

Geldanleger waren – zumindest gefühlt – in den letzten Jahren konservativ eingestellt und Innovationen mitunter skeptisch. Wer sich die Mühe macht und genau hinschaut, entdeckt eher das Gegenteil. Trader nehmen innovative Instrumente sehr schnell in ihr Portfolio auf. Optionsscheine, Zertifikate oder Derivate – nur drei Handelsinstrumente, die schnell stärker in den Fokus gerückt sind.

Heute existieren traditionelle Anlageinstrumente und Assets – wie zum Beispiel Aktien oder Rentenpapiere – parallel zu hochdynamischen Anlageformen. CFDs oder Binäre Optionen sind zwei Beispiele hierfür. Und Geld anlegen geht inzwischen auch in 2.0. Social Trading ist ein Trend, der zuerst eher verhalten startete. Inzwischen werden zunehmend mehr Anleger auf dieses „Tool“ aufmerksam.

Von der Erfahrung anderer profitieren

Social Trading ist kein eigenständiges Anlageinstrument. Es handelt sich hierbei vielmehr um die Strategie, von der Erfahrung und den Entscheidungen anderer Trader zu profitieren. Im Kern geht es darum, dass Anleger ihr Portfolio und ihre Anlageentscheidungen offenlegen.

Diese können beispielsweise Einsteiger in ihr eigenes Portfolio übernehmen. Die Offenlegung und Erörterung von Anlageentscheidungen ist keine neue Erfindung. Bisher basierte das Ganze aber darauf, Erfahrungen durch die Bewertung vergangener Entscheidungen zu sammeln. Beim Social Trading können sich Anleger – im Rahmen des Copy Tradings/Mirror Tradings – für Trader entscheiden, deren Portfolio sie kopieren.

Beispiel: Anleger B folgt Trader A. Dieser kauft Aktien der Unternehmen C und D. Durch das „Folgen“ werden diese Wertpapiere automatisch auch ins Portfolio von Anleger A aufgenommen.

Mittlerweile unterstützen verschiedene Plattformen das Social Trading. Unterschiede bestehen etwa bezüglich der handelbaren Assets oder Handelsinstrumente. Auch variieren die Handelsplattformen, welche seitens der Social Trading Anbieter unterstützt werden.

Unterschiede zu anderen Anlagestrategien

Klassische Anlagestrategien beruhen darauf, dass Anleger sich mit Märkten und Handelswerten bzw. deren Entwicklung auseinandersetzen, das Marktumfeld im Auge behalten und Analysen für die Kursverläufe nutzen. Auf Basis der gesammelten Informationen werden dann Anlageentscheidungen getroffen.

Beim Social Trading entfällt diese Vorarbeit. Der Anleger sucht sich passende Trader aus, folgt diesen und „spiegelt“ deren Portfolio. Auf den ersten Blick eine sehr simple Möglichkeit, um in den Bereich der Geldanlagen einzusteigen. Allerdings müssen sich Anleger – speziell Einsteiger – klar werden, was hinter Social Trading steckt.

Im Gegensatz zu selbst gemanagten Depots, die bei Brokern gehalten werden, ist Social Trading nur bei speziellen Anbietern möglich. Letztere arbeiten nur mit einigen Brokern zusammen oder sind brokereigene Plattformen. Bedeutet in der Praxis, dass die Anlagemöglichkeiten letztlich beschränkt sind. Ein ebenfalls großer Unterschied betrifft das Thema Sicherheit und Regulierung.

Während in Deutschland Anlageberater nur unter bestimmten Rahmenbedingungen tätig werden, ist die Kontrolle beim Social Trading weitaus weniger streng. Kein Trader muss vor dem Veröffentlichen seines Portfolios Prüfungen ablegen oder eine Erlaubnis von Behörden einholen.

Risikostreuung: Signalgeber im Detail prüfen

Ein Kernelement klassischer Geldanlagen ist die Risikostreuung. Hierzu setzen Anleger auf Wertpapiere aus verschiedenen Märkten und geben den Assets – entsprechend der eigenen Risikoaffinität – unterschiedlich Gewicht.

Beim Social Trading ist die Risikostreuung eine Herausforderung. Wie stark sich die Vermögensverteilung einsehen lässt, variiert von Plattform zu Plattform. Klar muss an diesem Punkt sein, dass Social Trading Plattformen mit einer nur überschaubaren Zahl an Assets und Tradern ein gewisses Klumpenrisiko darstellen können.

Um Entscheidungen als Follower treffen zu können, sind Anbieter vorzuziehen, die Informationen lückenlos und umfassend zur Verfügung stellen. Um die Qualität der Plattform zu bewerten, ist ein Anbietervergleich – etwa über die Seite brokervergleich.net – in jedem Fall zu empfehlen. Um aus dem Vergleich die nötigen Informationen zu ziehen, muss sich der interessierte Anleger hinsichtlich einiger Punkte im Klaren sein.

  • Handelbare Assets: Je mehr Handelswerte aus verschiedenen Märkten von Signalgebern gehandelt werden können, um so geringer die Gefahr, Risiken einzelner Märkte im Portfolio zu sammeln.
  • Handelsarten: Jede Handelsart bringt unterschiedlichen Risiken mit. Lassen sich nicht nur Optionen oder Forex, sondern auch andere Handelsarten durch die Signalgeber traden, sinkt das Risiko.
  • Demokonto: Gern vernachlässigt, hat ein Testkonto viele Vorteile. Gerade Einsteiger können auf diese Weise unkompliziert und gefahrlos Social Trading kennenlernen und ausprobieren.

Social Trading punktet bei Kosten

Der Trend Social Trading wird immer wieder gern mit gemanagten Kapitalanlagen verglichen. Ob dieser Vergleich zutreffend ist, sei dahingestellt. Wo sich beide Anlageansätze in jedem Fall abheben, sind die Kosten. Je nach Plattform ist eine Mindesteinlage auf das Kundenkonto zu leisten. Diese umfasst im Regelfall nicht mehr als einige hundert Euro. Die Mindesthandelssumme pro Trade ist deutlich geringer.

Gemanagte Kapitalanlagen sind im Vergleich dazu schnell teurer. Und auch bei den Kosten pro Trade bietet Social Trading einige interessante Features – zumal Anleger früher oder später selbst zu Tradern mit Followern werden können. Hierüber lassen sich anschließend zusätzliche Erträge einstreichen.

Fazit: Unterschiede sind bei Social Trading deutlich

Social Trading greift den Gemeinschaftsgedanken auf und überträgt diesen in den Bereich der Geldanlagen. Mittlerweile geht es hierbei nicht mehr um den reinen Informationsaustausch. Speziell das Copy Trading wirkt auf den Einsteiger verlockend. Einfach einigen Tradern „hinterherlaufen“ und schon klingelt die Kasse. Ganz so pauschal und undifferenziert sollte Social Trading nicht betrachtet werden. Es gibt diverse positive Aspekte, die nicht von der Hand zu weisen sind. Auf der anderen Seite gibt es auch beim Social Trading gewisse Risiken. Anlegern muss einfach klar sein, worum es geht – um die richtige Entscheidung treffen zu können.



Random Partner

bmwfw
Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft schafft die bestmöglichen Rahmenbedingungen für Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen und vertritt auf internationaler Ebene die Interessen des Wissenschafts-, des Forschungs- und des Wirtschaftsstandorts Österreich.

>> Besuchen Sie 56 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten



Indizes
ATX 3643 0.40% 3654 0.30% 23:45:10
DAX 13434 1.15% 13469 0.25% 23:45:10
Dow 26072 0.21% 26070 -0.01% 23:45:10
Nikkei 23808 0.19% 23845 0.15% 23:45:10
Gold 1331 -0.38% 1332 0.08% 22:59:59
Bitcoin 11025 0.21% 11753 6.19% 04:03:28


Magazine aktuell

Geschäftsberichte