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Verbund-CEO Anzengruber über die Dauerkarte in 25 Jahren ATX, den Schwenk zu E.On und den Free Float (25 Jahre ATX)

Autor:
25 Jahre ATX

Rund um "25 Jahre ATX" haben wir im Dezember 2015 und Jänner 2016 eine grossangelegte Audioproduktion mit dem Ziel einer Fest-CD gemacht. Infos unter http://www.boerse-social.com/25jahreatx . Hier täglich ein Interview transkribiert. Wichtig: Diese Interviews wurden nicht für Print gemacht.

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About: Für die CD-Produktion http://www.boerse-social.com/25jahreatx wurden 33 Telefon-Interviews geführt. Hier täglich ein Interview transkribiert. Heute: Wolfgang Anzengruber, Verbund. Wichtig: Diese Interviews wurden nicht für Print gemacht, die Transkripte sind ein Versuch. Die Audio-Version des Anzengruber-Interviews findet man unter: 25 Jahre ATX: Verbund war von Anfang an dabei – "Wir sehen das sehr, sehr positiv!"  ; das CD-Set samt Shirt in der "Ich war dabei!"-Version hatte am 28.2. bereits 89 Besteller (HIER die Namen der Besteller und die Details des Angebots). 

Frage (Peter Heinrich): Bitte um kurze Vorstellung.

Wolfgang Anzengruber: Wolfgang Anzengruber, CEO Verbund. Der Verbund ist ein Energieversorger und an der Österreichischen Börse und im ATX notiert.
 
Der ATX startete mit 17 Titeln, Wienerberger, OMV, RHI und Verbund waren alle 25 Jahre ohne Unterbrechung im ATX. Wie sehen Sie denn die Kapitalmarktszene Österreichs? Sie sehen das ja nicht nur aus der Sicht vom Verbund, Sie hatten ja auch mehrfache Managementposten inne, ua bei Palfinger oder ABB zB..
 
Zuerst auch einmal von unserer Seite herzliche Gratulation dem Österreichischen ATX zum 25-Jahr Jubiläum. Also wir sehen die Österreichische Börse und den ATX natürlich sehr, sehr positiv. Er ist ja doch ein Indikator der Österreichischen Wirtschaftstätigkeit oder der Unternehmertätigkeit und ich glaube, mit allen diesen Entwicklungen der letzten Jahre oder Jahrzehnte hat sich der ATX in diesen 25 Jahren recht gut geschlagen. Wir sehen das als eines jener Unternehmen, das von Anfang an mit dabei war, als sehr, sehr positiv, weil es doch einen wesentlichen Teil der Österreichischen Wirtschaft repräsentiert und deshalb glaube ich -  wünschen wir ihm - dass die nächsten 25 Jahre im ATX auch entsprechend erfolgreich verlaufen.
 
Also Sie klingen recht positiv. Wenn Sie jetzt 10 Punkte vergeben können, 10 Punkte ist top, wieviele Punkte würden Sie denn der Wiener Börse und dem ATX geben?
 
Das ist eine schwierige Frage, insbesondere deshalb, wenn man die Börse in sich alleine betrachtet, dann kann sicher so an die 8,9 Punkte rangehen. Wenn man natürlich das gesamte Umfeld betrachtet, dann hat auch der ATX oder die Wiener Börse einige durchaus herausfordernde Phasen miterlebt.
 
Wenn Verbund Geld braucht, reicht dazu die Präsenz in Österreich aus für Kapitalmaßnahmen?
 
Grundsätzlich sind wir hier notiert, vom Prinzip her ja, nichts desto trotz können wir uns nicht ausschließlich auf eine Visibilität  auf der Österreichischen Börse reduzieren, dh, wir sind durchaus auch mit Roadshows in anderen Ländern und auch über dem Atlantik unterwegs, um auch unseren Wert, unseren Titel entsprechend zu repräsentieren, zu informieren und auch darzustellen. Also ich glaube, das nur in der österreichischen Szene alleine zu tun, wäre zu wenig.
 
Ich glaube, dazu sind Sie auch zu groß. Wenn Sie Roadshows machen, wo gehen Sie da hin? Frankfurt, London, Hong Kong, New York?
 
Also Hong Kong ist nicht dabei, aber Frankfurt, London, Paris, USA, New York, dann auch teilweise Kanada, dh also das sind die wesentlichen Märkte, in denen wir auftreten, teilweise auch in Mailand natürlich, aber auch teilweise auf anderen, an skandinavischen Plätzen, aber die Hauptthemen sind Frankfurt, London, Paris und New York. Das sind jene Standorte, wo wir regelmäßig auf Roadshows unterwegs sind.
 
Wie sehen Sie denn die internationale Wahrnehmung? Wir haben jetzt schon mehrere Interviews geführt und der eine oder andere sagte, „wenn es irgendwo in Osteuropa knirscht, wird die Wiener Börse gleich mitverhaftet sozusagen“.
 
Das war ein bisschen das Schicksal der Österreichischen Börse in den letzten Jahren. Anfang der 2000er Jahre - sehr stark mit der Ostöffnung, mit der Ostentwicklung - , glaube ich, war gerade der ATX ein sehr interessanter Index, weil er doch gezeigt hat, wie diese Länder sich entwickeln, wurde dann mit 2007/2008 natürlich aufgrund der Entwicklungen im Südosteuropäischen Raum etwas abgestraft und hat an Bedeutung in dieser Zeit verloren. Ich gehe aber schon davon aus, dass man wieder an die alten Erfolge anschließen wird können, wenngleich Südosteuropa noch immer nicht diese Attraktivität darstellt, die sie da in der ersten Hälfte der 2000er Jahre gehabt hat.
 
Kennen Sie so die eine oder andere Börsenanekdote rund um den Kapitalmarkt?
 
Weniger, ich kann mich erinnern, als ich noch bei Palfinger war, das war die erste Hälfte der 2000er Jahre, da gibt es immer wieder den Vergleich mit dem Deutschen Aktienindex, mit dem DAX, und da war also gerade die Österreichische Börse, die da knapp an der 5000er ATX_Grenze einmal geschrammt ist, eine Börse, die sich zu diesem Zeitpunkt sehr gut entwickelt hat und damit also auch eine sehr attraktive war, nicht nur für österreichische Unternehmen, sondern auch für internationale Anleger.
 
Zurück zum Verbund, Sie müssen doch bei sehr vielen nachhaltigen Investments oder nachhaltigen Stiftungen sehr beliebt sein?
 
Ich glaube, das sind wir auch. Hier ist auf der einen Seite ganz klar von unserem Portfolio diese erneuerbare, oder die fast 100% mittlerweile schon erneuerbare Energieerzeugung ist also gerade für Nachhaltigkeitsfonds für diese Themenbereiche glaube ich ein sehr interessanter Wert. Hier ist vielleicht beim Verbund der kleine Wermutstropfen drinnen, dass der Free Float vom Verbund nicht allzu groß ist, sodaß er hier von der Wahrnehmung bei internationalen Anlegern einen gewissen kleinen Nachteil hat, also wir versuchen das durch intensive Betreuung dieser  Märkte auch teilweise wettzumachen, aber für uns ist gerade die Börse und die Sichtbarkeit an der Börse ganz ein wichtiges Instrumentarium für die weitere Entwicklung und auch für die Darstellung am Markt.
 
Wie groß ist Ihr free float?
 
Unser Free fFoat ist, wenn man ihn normal rechnen würde, unter 20 Prozent, dh, er wird bei ungefähr 17, 18 Prozent liegen und hier täte schon ein bisserl ein größerer Free Float recht gut.
 
Wie viel des Stromes von Österreich decken Sie eigentlich mit dem Verbund ab?
 
Grundsätzlich von unserer Erzeugungsseite her deckt der Verbund mit seinen ca. 120 Wasserkraftwerken, die sich sowohl in Österreich aus auch im Süddeutschen Raum befinden, in etwa derzeit 40 Prozent des Österreichischen Strombedarfes ab.
 
Sie sind die Marktmacht, kann man schon sagen.
 
Naja, es ist natürlich schon eine große Position. Wir sind Marktführer, aber wir sehen ja unseren Markt nicht auf Österreich begrenzt, es ist der Europäische Markt und insbesondere der Deutsche Markt – der Deutsche Markt ist für uns quasi der wichtigste Auslandsmarkt, der ist im wesentlichen fast so groß wie der Österreichische Markt für uns. Es ist eine Preiszone, ein Marktgebiet und ich glaube, das ist für uns schon eine wichtige Positionierung und da sind wir weit weg, wenn man den Deutschen Markt dazu zählt, der ja 10 mal so groß wie der österreichische Markt, dann sind die Größenverhältnisse schon wieder in einem sehr normalen Umfeld.
 
Vielleicht nochmal einen Blick in die Vergangenheit. Verbund setzte ja auf Internationalisierung, so ab 2000, ab 2010 wieder auf die Märkte Österreich, Deutschland, bzw. Bayern. Warum dieser Wandel auf diese Kernmärkte?
 
Es war insbesondere ebenfalls in der ersten  Hälfte der 2000-er Jahre doch geprägt rückwirkend auch von einer Blasenbildung im Elektrizitätsmarkt, dh man hatte sehr, sehr hohe Strompreise, es war eine sehr boomende Entwicklung, insbesondere auch in Südosteuropa, aber nicht nur dort und Verbund war zu diesem Zeitpunkt glaube ich auch relativ gut positioniert im türkischen Markt zum Beispiel. Wir haben aber doch gesehen, dass wir aufgrund der Veränderungen an den Strommärkten und die befinden sich ja im wesentlichen seit 2007/2008 im massiven Umbruch, hier unsere Kräfte besser zu investieren am Deutschen Markt und das war also auch in diesem Asset Swap, den wir damals mit der E.ON durchgeführt haben glaube ich für uns eine sehr wichtige Entscheidung. Wir haben in unserem Kerngebiet Wasserkrafterzeugung unser Portfolio erweitern können, haben unsere Position am Deutschen Markt gestärkt und haben damals auch unsere Auslandsaktivitäten in der Türkei, aber dann auch in weiterer Folge in Frankreich und Italien zurückgenommen und konzentrieren uns auf diesen Regionalmarkt, der heute Österreich, Deutschland, teilweise Schweiz, Norditalien, auch ein Handelsbereich ist, aber mit Assets sind wir Großteils mit wenigen Ausnahmen auf diese Märkte jetzt konzentriert.
 
Österreich hatte ja noch nie Atomstrom. Wie hat denn Atomausstieg Deutschlands Ihr Geschäft beeinflusst?
 
Das war durchaus eine durchwachsene Situation. Österreich hatte ja damals im Jahr 1978, wenn ich das jetzt recht sehe, also im Zuge einer Volksabstimmung sich gegen die Öffnung des Atomkraftwerkes Zwentendorf entschieden, war ein bisschen in einem anderen politischen Umfeld damals. Der angekündigte Ausstieg aus der Nuklearenergie in Deutschland, der durch Fukushima initiiert war, hat kurzfristig auch eine Preissteigerung an den Strombörsenmärkten nach sich gezogen, hat sich aber relativ schnell wieder verflacht durch die doch sehr, sehr große Förderung für erneuerbare Energien, die in Deutschland stattgefunden hat. Ich glaube, für uns ist dieses Marktgebiet Deutschland/Österreich ein sehr wichtiges. Wir sind natürlich auch betroffen von diesem Atomausstieg, insbesondere auch deshalb, weil er nicht ausreichend koordiniert war mit Österreich, aber ich glaube, in weiterer Folge werden diese Märkte noch viel, viel enger zusammenspielen als sie es bisher getan haben. 
 
Sie sagten ja vorhin dem ATX alles Gute, auf zu den nächsten 25 Jahren. Was müsste denn da passieren an Bedingungen, dass das auch wirklich eintritt: ATX 50 Jahre. Es ändert sich ja so viel. Fintechs, Banken implodieren, Neue kommen auf den Markt, Google hat eine Banklizenz, Facebook ... irgendwie scheint sich ja alles zu digitalisieren.
 
Ich glaube das ist der Zug der Zeit. Hier wird die Digitalisierung auch im Kapitalmarkt oder in den Aktienmärkten eine weitere Rolle spielen, dennoch glaube ich, dass ein nationaler Wert oder nationaler Index immer auch ein repräsentatives Bespiel ist füir die Wirtschaftsentwicklung in diesem Lande. Nichtsdestotrotz glaube ich geht es auch um Rahmenbedingungen. Es geht um Rahmenbedingungen steuerlicher Natur, die die Entwicklung von Aktienmärkten oder von Börsen begünstigt oder weniger begünstigt. Das ist also die Zinsentwicklung, die wir derzeit in den USA sehen, vielleicht doch die Attraktivität der Europäischen Börsen und damit auch der Wiener Börse weiter steigern kann und ich glaube, der ATX hat schon Potenzial, weil ich nach wie vor überzeugt bin, auch Südosteuropa wird wieder kommen und dann glaube ich, kann der ATX auch wieder zu alten Stärken finden.
 

Siehe auch:

(02.03.2016)



ATX
Akt. Indikation:  2213.80 / 2214.00
Uhrzeit:  15:07:12
Veränderung zu letztem SK:  2.84%
Letzter SK:  2152.79 ( 1.19%)

Facebook
Akt. Indikation:  216.80 / 217.05
Uhrzeit:  15:06:29
Veränderung zu letztem SK:  -1.71%
Letzter SK:  220.70 ( 1.52%)

Palfinger
Akt. Indikation:  19.14 / 19.34
Uhrzeit:  14:34:23
Veränderung zu letztem SK:  1.26%
Letzter SK:  19.00 ( 4.97%)

RHI Letzter SK:  19.00 ( 0.28%)
Verbund
Akt. Indikation:  39.28 / 39.42
Uhrzeit:  15:03:26
Veränderung zu letztem SK:  2.26%
Letzter SK:  38.48 ( 2.72%)

Wienerberger
Akt. Indikation:  18.42 / 18.47
Uhrzeit:  15:05:39
Veränderung zu letztem SK:  -0.40%
Letzter SK:  18.52 ( 0.82%)



 

Bildnachweis

1. Wolfgang Anzengruber, Vorstand Verbund

Aktien auf dem Radar:Wienerberger, Österreichische Post, Addiko Bank, Warimpex, Porr, Kapsch TrafficCom, DO&CO, Mayr-Melnhof, Polytec, EVN, FACC, Flughafen Wien, Immofinanz, Marinomed Biotech, Palfinger, Semperit, S Immo, Stadlauer Malzfabrik AG, SAP, Deutsche Bank, RWE, Vonovia SE, Bayer, Deutsche Post, Lufthansa, MTU Aero Engines, Wirecard, Alibaba Group Holding, BASF.


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Wolfgang Anzengruber, Vorstand Verbund


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    About: Für die CD-Produktion http://www.boerse-social.com/25jahreatx wurden 33 Telefon-Interviews geführt. Hier täglich ein Interview transkribiert. Heute: Wolfgang Anzengruber, Verbund. Wichtig: Diese Interviews wurden nicht für Print gemacht, die Transkripte sind ein Versuch. Die Audio-Version des Anzengruber-Interviews findet man unter: 25 Jahre ATX: Verbund war von Anfang an dabei – "Wir sehen das sehr, sehr positiv!"  ; das CD-Set samt Shirt in der "Ich war dabei!"-Version hatte am 28.2. bereits 89 Besteller (HIER die Namen der Besteller und die Details des Angebots). 

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    Zuerst auch einmal von unserer Seite herzliche Gratulation dem Österreichischen ATX zum 25-Jahr Jubiläum. Also wir sehen die Österreichische Börse und den ATX natürlich sehr, sehr positiv. Er ist ja doch ein Indikator der Österreichischen Wirtschaftstätigkeit oder der Unternehmertätigkeit und ich glaube, mit allen diesen Entwicklungen der letzten Jahre oder Jahrzehnte hat sich der ATX in diesen 25 Jahren recht gut geschlagen. Wir sehen das als eines jener Unternehmen, das von Anfang an mit dabei war, als sehr, sehr positiv, weil es doch einen wesentlichen Teil der Österreichischen Wirtschaft repräsentiert und deshalb glaube ich -  wünschen wir ihm - dass die nächsten 25 Jahre im ATX auch entsprechend erfolgreich verlaufen.
     
    Also Sie klingen recht positiv. Wenn Sie jetzt 10 Punkte vergeben können, 10 Punkte ist top, wieviele Punkte würden Sie denn der Wiener Börse und dem ATX geben?
     
    Das ist eine schwierige Frage, insbesondere deshalb, wenn man die Börse in sich alleine betrachtet, dann kann sicher so an die 8,9 Punkte rangehen. Wenn man natürlich das gesamte Umfeld betrachtet, dann hat auch der ATX oder die Wiener Börse einige durchaus herausfordernde Phasen miterlebt.
     
    Wenn Verbund Geld braucht, reicht dazu die Präsenz in Österreich aus für Kapitalmaßnahmen?
     
    Grundsätzlich sind wir hier notiert, vom Prinzip her ja, nichts desto trotz können wir uns nicht ausschließlich auf eine Visibilität  auf der Österreichischen Börse reduzieren, dh, wir sind durchaus auch mit Roadshows in anderen Ländern und auch über dem Atlantik unterwegs, um auch unseren Wert, unseren Titel entsprechend zu repräsentieren, zu informieren und auch darzustellen. Also ich glaube, das nur in der österreichischen Szene alleine zu tun, wäre zu wenig.
     
    Ich glaube, dazu sind Sie auch zu groß. Wenn Sie Roadshows machen, wo gehen Sie da hin? Frankfurt, London, Hong Kong, New York?
     
    Also Hong Kong ist nicht dabei, aber Frankfurt, London, Paris, USA, New York, dann auch teilweise Kanada, dh also das sind die wesentlichen Märkte, in denen wir auftreten, teilweise auch in Mailand natürlich, aber auch teilweise auf anderen, an skandinavischen Plätzen, aber die Hauptthemen sind Frankfurt, London, Paris und New York. Das sind jene Standorte, wo wir regelmäßig auf Roadshows unterwegs sind.
     
    Wie sehen Sie denn die internationale Wahrnehmung? Wir haben jetzt schon mehrere Interviews geführt und der eine oder andere sagte, „wenn es irgendwo in Osteuropa knirscht, wird die Wiener Börse gleich mitverhaftet sozusagen“.
     
    Das war ein bisschen das Schicksal der Österreichischen Börse in den letzten Jahren. Anfang der 2000er Jahre - sehr stark mit der Ostöffnung, mit der Ostentwicklung - , glaube ich, war gerade der ATX ein sehr interessanter Index, weil er doch gezeigt hat, wie diese Länder sich entwickeln, wurde dann mit 2007/2008 natürlich aufgrund der Entwicklungen im Südosteuropäischen Raum etwas abgestraft und hat an Bedeutung in dieser Zeit verloren. Ich gehe aber schon davon aus, dass man wieder an die alten Erfolge anschließen wird können, wenngleich Südosteuropa noch immer nicht diese Attraktivität darstellt, die sie da in der ersten Hälfte der 2000er Jahre gehabt hat.
     
    Kennen Sie so die eine oder andere Börsenanekdote rund um den Kapitalmarkt?
     
    Weniger, ich kann mich erinnern, als ich noch bei Palfinger war, das war die erste Hälfte der 2000er Jahre, da gibt es immer wieder den Vergleich mit dem Deutschen Aktienindex, mit dem DAX, und da war also gerade die Österreichische Börse, die da knapp an der 5000er ATX_Grenze einmal geschrammt ist, eine Börse, die sich zu diesem Zeitpunkt sehr gut entwickelt hat und damit also auch eine sehr attraktive war, nicht nur für österreichische Unternehmen, sondern auch für internationale Anleger.
     
    Zurück zum Verbund, Sie müssen doch bei sehr vielen nachhaltigen Investments oder nachhaltigen Stiftungen sehr beliebt sein?
     
    Ich glaube, das sind wir auch. Hier ist auf der einen Seite ganz klar von unserem Portfolio diese erneuerbare, oder die fast 100% mittlerweile schon erneuerbare Energieerzeugung ist also gerade für Nachhaltigkeitsfonds für diese Themenbereiche glaube ich ein sehr interessanter Wert. Hier ist vielleicht beim Verbund der kleine Wermutstropfen drinnen, dass der Free Float vom Verbund nicht allzu groß ist, sodaß er hier von der Wahrnehmung bei internationalen Anlegern einen gewissen kleinen Nachteil hat, also wir versuchen das durch intensive Betreuung dieser  Märkte auch teilweise wettzumachen, aber für uns ist gerade die Börse und die Sichtbarkeit an der Börse ganz ein wichtiges Instrumentarium für die weitere Entwicklung und auch für die Darstellung am Markt.
     
    Wie groß ist Ihr free float?
     
    Unser Free fFoat ist, wenn man ihn normal rechnen würde, unter 20 Prozent, dh, er wird bei ungefähr 17, 18 Prozent liegen und hier täte schon ein bisserl ein größerer Free Float recht gut.
     
    Wie viel des Stromes von Österreich decken Sie eigentlich mit dem Verbund ab?
     
    Grundsätzlich von unserer Erzeugungsseite her deckt der Verbund mit seinen ca. 120 Wasserkraftwerken, die sich sowohl in Österreich aus auch im Süddeutschen Raum befinden, in etwa derzeit 40 Prozent des Österreichischen Strombedarfes ab.
     
    Sie sind die Marktmacht, kann man schon sagen.
     
    Naja, es ist natürlich schon eine große Position. Wir sind Marktführer, aber wir sehen ja unseren Markt nicht auf Österreich begrenzt, es ist der Europäische Markt und insbesondere der Deutsche Markt – der Deutsche Markt ist für uns quasi der wichtigste Auslandsmarkt, der ist im wesentlichen fast so groß wie der Österreichische Markt für uns. Es ist eine Preiszone, ein Marktgebiet und ich glaube, das ist für uns schon eine wichtige Positionierung und da sind wir weit weg, wenn man den Deutschen Markt dazu zählt, der ja 10 mal so groß wie der österreichische Markt, dann sind die Größenverhältnisse schon wieder in einem sehr normalen Umfeld.
     
    Vielleicht nochmal einen Blick in die Vergangenheit. Verbund setzte ja auf Internationalisierung, so ab 2000, ab 2010 wieder auf die Märkte Österreich, Deutschland, bzw. Bayern. Warum dieser Wandel auf diese Kernmärkte?
     
    Es war insbesondere ebenfalls in der ersten  Hälfte der 2000-er Jahre doch geprägt rückwirkend auch von einer Blasenbildung im Elektrizitätsmarkt, dh man hatte sehr, sehr hohe Strompreise, es war eine sehr boomende Entwicklung, insbesondere auch in Südosteuropa, aber nicht nur dort und Verbund war zu diesem Zeitpunkt glaube ich auch relativ gut positioniert im türkischen Markt zum Beispiel. Wir haben aber doch gesehen, dass wir aufgrund der Veränderungen an den Strommärkten und die befinden sich ja im wesentlichen seit 2007/2008 im massiven Umbruch, hier unsere Kräfte besser zu investieren am Deutschen Markt und das war also auch in diesem Asset Swap, den wir damals mit der E.ON durchgeführt haben glaube ich für uns eine sehr wichtige Entscheidung. Wir haben in unserem Kerngebiet Wasserkrafterzeugung unser Portfolio erweitern können, haben unsere Position am Deutschen Markt gestärkt und haben damals auch unsere Auslandsaktivitäten in der Türkei, aber dann auch in weiterer Folge in Frankreich und Italien zurückgenommen und konzentrieren uns auf diesen Regionalmarkt, der heute Österreich, Deutschland, teilweise Schweiz, Norditalien, auch ein Handelsbereich ist, aber mit Assets sind wir Großteils mit wenigen Ausnahmen auf diese Märkte jetzt konzentriert.
     
    Österreich hatte ja noch nie Atomstrom. Wie hat denn Atomausstieg Deutschlands Ihr Geschäft beeinflusst?
     
    Das war durchaus eine durchwachsene Situation. Österreich hatte ja damals im Jahr 1978, wenn ich das jetzt recht sehe, also im Zuge einer Volksabstimmung sich gegen die Öffnung des Atomkraftwerkes Zwentendorf entschieden, war ein bisschen in einem anderen politischen Umfeld damals. Der angekündigte Ausstieg aus der Nuklearenergie in Deutschland, der durch Fukushima initiiert war, hat kurzfristig auch eine Preissteigerung an den Strombörsenmärkten nach sich gezogen, hat sich aber relativ schnell wieder verflacht durch die doch sehr, sehr große Förderung für erneuerbare Energien, die in Deutschland stattgefunden hat. Ich glaube, für uns ist dieses Marktgebiet Deutschland/Österreich ein sehr wichtiges. Wir sind natürlich auch betroffen von diesem Atomausstieg, insbesondere auch deshalb, weil er nicht ausreichend koordiniert war mit Österreich, aber ich glaube, in weiterer Folge werden diese Märkte noch viel, viel enger zusammenspielen als sie es bisher getan haben. 
     
    Sie sagten ja vorhin dem ATX alles Gute, auf zu den nächsten 25 Jahren. Was müsste denn da passieren an Bedingungen, dass das auch wirklich eintritt: ATX 50 Jahre. Es ändert sich ja so viel. Fintechs, Banken implodieren, Neue kommen auf den Markt, Google hat eine Banklizenz, Facebook ... irgendwie scheint sich ja alles zu digitalisieren.
     
    Ich glaube das ist der Zug der Zeit. Hier wird die Digitalisierung auch im Kapitalmarkt oder in den Aktienmärkten eine weitere Rolle spielen, dennoch glaube ich, dass ein nationaler Wert oder nationaler Index immer auch ein repräsentatives Bespiel ist füir die Wirtschaftsentwicklung in diesem Lande. Nichtsdestotrotz glaube ich geht es auch um Rahmenbedingungen. Es geht um Rahmenbedingungen steuerlicher Natur, die die Entwicklung von Aktienmärkten oder von Börsen begünstigt oder weniger begünstigt. Das ist also die Zinsentwicklung, die wir derzeit in den USA sehen, vielleicht doch die Attraktivität der Europäischen Börsen und damit auch der Wiener Börse weiter steigern kann und ich glaube, der ATX hat schon Potenzial, weil ich nach wie vor überzeugt bin, auch Südosteuropa wird wieder kommen und dann glaube ich, kann der ATX auch wieder zu alten Stärken finden.
     

    Siehe auch:

    (02.03.2016)



    ATX
    Akt. Indikation:  2213.80 / 2214.00
    Uhrzeit:  15:07:12
    Veränderung zu letztem SK:  2.84%
    Letzter SK:  2152.79 ( 1.19%)

    Facebook
    Akt. Indikation:  216.80 / 217.05
    Uhrzeit:  15:06:29
    Veränderung zu letztem SK:  -1.71%
    Letzter SK:  220.70 ( 1.52%)

    Palfinger
    Akt. Indikation:  19.14 / 19.34
    Uhrzeit:  14:34:23
    Veränderung zu letztem SK:  1.26%
    Letzter SK:  19.00 ( 4.97%)

    RHI Letzter SK:  19.00 ( 0.28%)
    Verbund
    Akt. Indikation:  39.28 / 39.42
    Uhrzeit:  15:03:26
    Veränderung zu letztem SK:  2.26%
    Letzter SK:  38.48 ( 2.72%)

    Wienerberger
    Akt. Indikation:  18.42 / 18.47
    Uhrzeit:  15:05:39
    Veränderung zu letztem SK:  -0.40%
    Letzter SK:  18.52 ( 0.82%)



     

    Bildnachweis

    1. Wolfgang Anzengruber, Vorstand Verbund

    Aktien auf dem Radar:Wienerberger, Österreichische Post, Addiko Bank, Warimpex, Porr, Kapsch TrafficCom, DO&CO, Mayr-Melnhof, Polytec, EVN, FACC, Flughafen Wien, Immofinanz, Marinomed Biotech, Palfinger, Semperit, S Immo, Stadlauer Malzfabrik AG, SAP, Deutsche Bank, RWE, Vonovia SE, Bayer, Deutsche Post, Lufthansa, MTU Aero Engines, Wirecard, Alibaba Group Holding, BASF.


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