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Hello bank!-CEO Ernst Huber: Österreich hat immer mehr Kunden vom Kapitalmarkt vertrieben (25 Jahre ATX)

Bild: © Aussender, Ernst Huber, Hello bank!, © Franz Neumayr

Autor:
25 Jahre ATX

Rund um "25 Jahre ATX" haben wir im Dezember 2015 und Jänner 2016 eine grossangelegte Audioproduktion mit dem Ziel einer Fest-CD gemacht. Infos unter http://www.boerse-social.com/25jahreatx . Hier täglich ein Interview transkribiert. Wichtig: Diese Interviews wurden nicht für Print gemacht.

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About: Für die CD-Produktion http://www.boerse-social.com/25jahreatx wurden 33 Telefon-Interviews geführt. Hier täglich ein Interview transkribiert. Heute: Hello bank!-CEO Ernst Huber. Wichtig: Diese Interviews wurden nicht für Print gemacht, die Transkripte sind ein Versuch. Die Audio-Version des Huber-Interviews findet man unter http://goo.gl/cYADHo , das CD-Set samt Shirt in der "Ich war dabei!"-Version hatte am 23.2. bereits 57 Besteller (HIER die Namen der Besteller und die Details des Angebots). 

Frage (Peter Heinrich): Bitte um kurze Vorstellung.

Ernst Huber: Ernst Huber, Vorstandsvorsitzender der Hello bank! in Österreich.
 
Sie haben die Hello bank! mit aufgebaut, früher war das ja eine Maus, hatte eine andere Farbe, einen anderen Namen, direktanlage.at, dann waren Sie Vorstand der Münchner DAB Bank, Börsenradiohörer kennen Sie ja aus Interviews und jetzt nach der Übernahme durch BNP Paribas kamen Sie wieder zurück nach Österreich und leiten die Hello bank! Wann und wie haben Sie begonnen mit Ihren Börsetätigkeiten?
 
Ich persönlich bin schon sehr lange im Wertpapiergeschäft tätig, seinerzeit schon als ich umfassende Bankausbildung erhalten habe vor 20, 25 Jahren, habe ich meine ersten kleineren Aktienpositionen gekauft und ein bisserl Börseluft geschnuppert.
 
Und wie gings dann weiter?
 
Das hat sich dann step by step entwickelt. Ich habe verschiedenste Funktionen innerhalb des Wertpapierbereiches begleitet, ob das im Wertpapierhandel war, ob das auch in der Wertpapierabwicklung war, ob das Ganze auch im Fondsmanagement war, ich habe auch zwei Jahre mal diverse Investmentfonds gemanaged bei einer Salzburger Bank und so hat sich das step by step eben weiter entwickelt. Dazu auch Kundenberatung einige Jahre lang, also wirklich querbeet durch im Wertpapiergeschäft auch.
 
Hat sich die Anlagewelt eigentlich wirklich verändert oder ist im Prinzip alles gleich geblieben? Abstürze gab es ja schon immer, Volatilität, Boomphasen, nur die Akteure sind anders und beliebte Aktien sind auch andere ...
 
Sich eine Aktie zu kaufen, ist nach wie vor eine Beteiligung an einem Unternehmen, an das man hoffentlich auch glaubt und das Zukunftspotenzial oder gute Zukunftsperspektive hat. Summa summarum hat sich natürlich das Ganze schon geändert, vor allem auch für den Privatanleger, wenn man jetzt 20 Jahre zurückschaut und das war auch das Gründungsjahr der jetzigen Hello bank! Österreich, dann ist alles noch sehr manuell vonstatten gegangen. Der Kunde hat eine Wertpapierorder über Telefon oder Telefax aufgegeben, eine Wertpapierorder ist an die Börse gegangen, da hat es auch manuelle Schritte dazwischen gegeben und am nächsten Tag in der Früh hat es dann die Wertpapierausführung oder die Orderausführung dazu gegeben. Das sind Dinge, die sind heute unvorstellbar. Heute muss das Ganze innerhalb weniger Sekunden oder Bruchteilen einer Sekunde funktionieren, das ganze Verhalten hat sich deutlich verändert und wenn man 20 Jahre zurückschaut, 20, 25 Jahre, dann hat es auch nicht diese Masse an Emissionen, an Zertifikaten, auch Hebelzertifikaten gegeben, also hat sich schon verändert, absolut. Auch die Auswahl an Investmentfonds war eine sehr überschaubare, heutzutage haben wir tausende an Investmentfonds, die zur Anlage für Kunden zur Verfügung stehen, aus denen der Kunde auswählen kann und damals hat es halt einige wenige gegeben.
 
Ich habe ein Interview von Ihnen gelesen, dass Sie jetzt mit Hello bank! ein neues Kapitel im Banking aufschlagen wollen. Wie meinen Sie das?
 
Die Hello bank! war ja bis vor einem Jahr, zwei Jahren, rein fokussiert, oder fast ausnahmslos fokussiert auf das Thema Online Brokerage. Was auch immer ganz, ganz wichtig war, in diesem Marktsegment sind wir auch nach wie vor ganz, ganz klarer Marktführer. In Österreich haben wir einen Marktanteil, der sich irgendwo zwischen 70 und 80 Prozent auch bewegt, hier waren wir auch der erste Anbieter am Markt, hier haben wir auch die Innovationen getrieben am österreichischen Markt und wir haben dann begonnen eben vor rund zwei Jahren, ähnlich wie wir es auch in München gemacht haben, das Geschäftsmodell zu erweitern, sich breiter aufzustellen, nicht nur noch auf das Online Brokerage zu setzen, was immer ganz wichtig bleiben wird, sondern einfach auch Basisinstrumente oder Bankprodukte den Kunden anzubieten. Ganz wichtig dabei natürlich das Thema Girokonto, wir haben einfach uns zum Ziel gesetzt, Erstbankverbindung für unsere Kunden zu werden, das ist auch ein tolles Akquisitionsinstrument, um da natürlich den Kunden das gesamte Portfolio, das wir haben, anzubieten. Ob das das Online Brokerage ist, ob das aber auch das Thema Sparen ist oder auch genauso das Thema Kredit, wir wollen einfach eine vollwertige Retailbank sein und unser Ziel ist schlicht und einfach, wir wollen für unsere Kunden auch mehr und mehr die Erstbankverbindung sein.
 
Sind österreichische Anleger anders als die Deutschen? Gibt’s da Unterschiede bei Produkten oder Anlageverhalten?
 
Ich würde sagen, der Österreicher ist dem deutschen Anleger sehr, sehr ähnlich, vielleicht noch ein bisschen konservativer. 
 
Wie sehen Sie denn den österreichischen Kapitalmarkt? Die Wiener Börse kann ja jetzt mit dem ATX 25 Jahre jubilieren. Der ATX wird ja immer so als der kleine Bruder vom DAX bezeichnet. Ist das nicht zu simpel betrachtet oder stimmt sowas doch ein bisschen?
 
Ich würde sagen, das ist ein bisschen schwer diese Frage zu beantworten. Wenn man sich den österreichischen Kapitalmarkt anschaut, dann haben wir genauso wie auch andere Märkte hier Höhen und Tiefen hinter uns. Wir hatten einmal ganz tolle Jahre, wo es wirklich fast ausnahmslos nach oben gegangen ist, so die Jahre bis 2007 oder bis knapp vor Lehman, danach haben wir ganz starke Korrekturen gesehen, deutlich stärker als an anderen Märkten, auch deutlich stärker als in Deutschland und im Unterschied zu Deutschland haben wir es in Österreich bis heute nicht geschafft die alten Höchststände wieder zu erreichen. Wir sind da ganz, ganz klar noch drunter. Wenn man sich den ATX anschaut, sind wir auf 50% unter dem wir einmal gewesen sind, aber das hängt ein bisserl auch mit der steuerlichen Thematik in Österreich zusammen, mit dieser KESt auf Kursgewinne, die schlicht und einfach nicht sehr geschickt umgesetzt worden ist. Also Österreich hat es wirklich über Jahre hindurch verstanden, Kunden vom Kapitalmarkt zu vertreiben. Ich hoffe halt schon, dass hier eine Optimierung oder ein Umdenken stattfindet. Ohne einen guten Kapitalmarkt wird es für die Volkswirtschaft auch nicht ganz einfach sein und drum habe ich da schon bissl Hoffnung jetzt auch, das ein bissl Bewegung reinkommt und das Thema Wertpapier oder Aktie nicht nur als Gift gesehen wird sondern als ganz wichtiges Instrument auch zur Vermögenbildung, zur Vermögensvorsorge, gerade in Zeiten wie diesen, in turbulenten, volatilen Zeiten, ist es einfach wichtig, dass man seinem Vermögen auch Kapitalmarktpapiere beimischt, dass man auch Aktiensachwerte wie Aktien mit beimengt, mit beimischt und darum: die Hoffnung stirbt zuletzt.
 
25 Jahre ATX, an welches Highlight erinnern Sie sich eigentlich noch recht gut?
 
Die Highlights waren de facto so die Jahre 2004 bis 2007, wo einfach der österreichische Aktienmarkt wirklich eine richtig gute Rally hinlegte, wo man wirklcih stolz war auf den österreichischen Kapitalmarkt, wo auch seitens der Politik wirklich der Wille da war, den Kapitalmarkt attraktiv zu machen, nicht nur, was Großinvestoren betrifft, sondern auch für den Kleinanleger und das waren so die Hightlights der letzten 25 Jahre. Die letzten Jahre sind leider ein bissl in die andere Richtung gegangen wie ich bereits vorhin erwähnt habn, aber das waren so die positiven Jahre bis 2007, 2008 und danach ist es eh ein bissl stark nach unten gegangen. Man hat es auch gesehen auf der einen Seite durch die Kursrückgänge an der Börse ,weil einfach zu wenig Boost dabei war, aber natürlich auch wenn man sich Umsatzentwicklung anschaut an der Wiener Börse, die dann wirklich Jahr für Jahr schwächer geworden ist. Wir haben dann im Vergleich zu 2007 haben wir 4, 5 Jahre später nur nur ein Viertel, ein Fünftel des Umsatzes gesehen wie ein paar Jahre vorher und da sieht man schon, dass da einiges nicht ganz gut gelaufen ist, vor allem was die Politik betrifft.
 
Sie sind ja hoffnungsfroh, sie haben einen Marktanteil von 70%. Sie sind ja quasi der einzige Österreichische Broker noch, jetzt wo es Brokerjet ja nicht mehr gibt. Ist der Markt in Österreich trotzdem kleiner geworden? Wenn jetzt jemand geht würde man ja erstmal erwarten, okay, da kann ich jetzt Markt übernehmen aber ist der Markt enger geworden?
 
Dass der Markt enger geworden würde ich nicht sagen, aber der Markt ist zumindest die letzten 4 bis 5 Jahre nicht mehr gewachsen und vor allem wenn man sich die Umsätze auch anschaut auch bei den Onlinebrokern oder auch generelle, wenn man sich die Wiener Börse so anschaut, dann sieht man schon, dass die Umsätze definitiv nach unten gegangen sind, auch die Transaktionen jetzt in der Hello bank! Auch wir haben 4 Jahre hinter uns, wo die Transaktionen nicht mehr an das Niveau von 2010, 2011 herangekommen sind, das hängt aber zusammen mit einer KESt auf Kursgewinne, die eingeführt wurde im Jahr 2012, die nicht sehr geschickt umgesetzt wurde und das hat schlicht und einfach die Umsätze oder die Transaktionen auch bei Banken, was Einzeltitel jetzt betrifft um 20, 25 Prozent einbrechen lassen. Wir haben es geschafft, dass wir nicht ganz so stark zurückgegangen sind und wir haben ehrlicherweise gebraucht bis 2014 bzw. 2015, dass man wieder die Transaktionen für unsere Kunden abwickeln durfte wie es eben 4,5 Jahre vorher der Fall gewesen ist. Summa summarum, wir müssen alles unternehmen, dass wir die Kunden begeistern auch für den Kapitalmarkt, für Wertpapiere, wir tun das auch, sei es durch Seminare, sei es durch Investmentveranstaltungen, die wir kostenfrei anbieten, sei es auch durch Webinare, dass man einfach die Möglichkeiten der Börse aufzeigen und auch aufzeigen wie wichtig es ist, nicht nur auf ein Pferd, auf ein Sparbuch oder auf ein Sparkonto zu setzen, sondern wirklich breiter  zu diversifizieren.
 
Sie haben jetzt rund 70.000 Kunden, fast 150 Mitarbeiter und ein Volumen 4,5 Mrd. Euro. Wohin wollen Sie denn wachsen?
 
Wir wollen deutlich wachsen, Punkt 1. Das Ziel für mich ist definitiv in den nächsten 5 Jahren mindestens eine Verdoppelung unserer Kundenanzahl, auch das Volumen muss ordentlich nach oben gehen und natürlich auch genauso die Anzahl der Wertpapiertransaktionen.  Ich glaube, wir haben dafür das Potenzial hier als Hello bank! in Österreich. Wir haben auch die notwendigen Mittel, um hier in Österreich zu investieren, vor allem auch durch den neuen Aktionär, den wir haben, die BNP Paribas Gruppe, die auch einen ganz klaren Wachstumskurs auch für Österreich ausgerufen hat und deswegen sind wir da auch sehr positiv und optimistisch gestimmt und man sieht auch schon diese Neuausrichtung, diese Werbekampagnen auch, die wir hier fahren, die tragen Früchte. Wir werden heuer bereits deutlich stärker wachsen als die letzten Jahre und diesen Kurs wollen wir einfach fortsetzen für die nächsten 4 bis 5 Jahre.

Siehe auch:

(25.02.2016)



ATX
Akt. Indikation:  1967.80 / 1968.00
Uhrzeit:  23:44:12
Veränderung zu letztem SK:  -1.50%
Letzter SK:  1997.80 ( -2.85%)

BNP Paribas
Akt. Indikation:  29.48 / 29.65
Uhrzeit:  22:30:31
Veränderung zu letztem SK:  -1.05%
Letzter SK:  29.88 ( -3.57%)

Wienerberger
Akt. Indikation:  14.36 / 14.50
Uhrzeit:  22:58:40
Veränderung zu letztem SK:  -1.03%
Letzter SK:  14.58 ( 0.41%)



 

Bildnachweis

1. Ernst Huber, Hello bank!, © Franz Neumayr , (© Aussender)   >> Öffnen auf photaq.com

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Ernst Huber, Hello bank!, © Franz Neumayr, (© Aussender)


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    Hat sich die Anlagewelt eigentlich wirklich verändert oder ist im Prinzip alles gleich geblieben? Abstürze gab es ja schon immer, Volatilität, Boomphasen, nur die Akteure sind anders und beliebte Aktien sind auch andere ...
     
    Sich eine Aktie zu kaufen, ist nach wie vor eine Beteiligung an einem Unternehmen, an das man hoffentlich auch glaubt und das Zukunftspotenzial oder gute Zukunftsperspektive hat. Summa summarum hat sich natürlich das Ganze schon geändert, vor allem auch für den Privatanleger, wenn man jetzt 20 Jahre zurückschaut und das war auch das Gründungsjahr der jetzigen Hello bank! Österreich, dann ist alles noch sehr manuell vonstatten gegangen. Der Kunde hat eine Wertpapierorder über Telefon oder Telefax aufgegeben, eine Wertpapierorder ist an die Börse gegangen, da hat es auch manuelle Schritte dazwischen gegeben und am nächsten Tag in der Früh hat es dann die Wertpapierausführung oder die Orderausführung dazu gegeben. Das sind Dinge, die sind heute unvorstellbar. Heute muss das Ganze innerhalb weniger Sekunden oder Bruchteilen einer Sekunde funktionieren, das ganze Verhalten hat sich deutlich verändert und wenn man 20 Jahre zurückschaut, 20, 25 Jahre, dann hat es auch nicht diese Masse an Emissionen, an Zertifikaten, auch Hebelzertifikaten gegeben, also hat sich schon verändert, absolut. Auch die Auswahl an Investmentfonds war eine sehr überschaubare, heutzutage haben wir tausende an Investmentfonds, die zur Anlage für Kunden zur Verfügung stehen, aus denen der Kunde auswählen kann und damals hat es halt einige wenige gegeben.
     
    Ich habe ein Interview von Ihnen gelesen, dass Sie jetzt mit Hello bank! ein neues Kapitel im Banking aufschlagen wollen. Wie meinen Sie das?
     
    Die Hello bank! war ja bis vor einem Jahr, zwei Jahren, rein fokussiert, oder fast ausnahmslos fokussiert auf das Thema Online Brokerage. Was auch immer ganz, ganz wichtig war, in diesem Marktsegment sind wir auch nach wie vor ganz, ganz klarer Marktführer. In Österreich haben wir einen Marktanteil, der sich irgendwo zwischen 70 und 80 Prozent auch bewegt, hier waren wir auch der erste Anbieter am Markt, hier haben wir auch die Innovationen getrieben am österreichischen Markt und wir haben dann begonnen eben vor rund zwei Jahren, ähnlich wie wir es auch in München gemacht haben, das Geschäftsmodell zu erweitern, sich breiter aufzustellen, nicht nur noch auf das Online Brokerage zu setzen, was immer ganz wichtig bleiben wird, sondern einfach auch Basisinstrumente oder Bankprodukte den Kunden anzubieten. Ganz wichtig dabei natürlich das Thema Girokonto, wir haben einfach uns zum Ziel gesetzt, Erstbankverbindung für unsere Kunden zu werden, das ist auch ein tolles Akquisitionsinstrument, um da natürlich den Kunden das gesamte Portfolio, das wir haben, anzubieten. Ob das das Online Brokerage ist, ob das aber auch das Thema Sparen ist oder auch genauso das Thema Kredit, wir wollen einfach eine vollwertige Retailbank sein und unser Ziel ist schlicht und einfach, wir wollen für unsere Kunden auch mehr und mehr die Erstbankverbindung sein.
     
    Sind österreichische Anleger anders als die Deutschen? Gibt’s da Unterschiede bei Produkten oder Anlageverhalten?
     
    Ich würde sagen, der Österreicher ist dem deutschen Anleger sehr, sehr ähnlich, vielleicht noch ein bisschen konservativer. 
     
    Wie sehen Sie denn den österreichischen Kapitalmarkt? Die Wiener Börse kann ja jetzt mit dem ATX 25 Jahre jubilieren. Der ATX wird ja immer so als der kleine Bruder vom DAX bezeichnet. Ist das nicht zu simpel betrachtet oder stimmt sowas doch ein bisschen?
     
    Ich würde sagen, das ist ein bisschen schwer diese Frage zu beantworten. Wenn man sich den österreichischen Kapitalmarkt anschaut, dann haben wir genauso wie auch andere Märkte hier Höhen und Tiefen hinter uns. Wir hatten einmal ganz tolle Jahre, wo es wirklich fast ausnahmslos nach oben gegangen ist, so die Jahre bis 2007 oder bis knapp vor Lehman, danach haben wir ganz starke Korrekturen gesehen, deutlich stärker als an anderen Märkten, auch deutlich stärker als in Deutschland und im Unterschied zu Deutschland haben wir es in Österreich bis heute nicht geschafft die alten Höchststände wieder zu erreichen. Wir sind da ganz, ganz klar noch drunter. Wenn man sich den ATX anschaut, sind wir auf 50% unter dem wir einmal gewesen sind, aber das hängt ein bisserl auch mit der steuerlichen Thematik in Österreich zusammen, mit dieser KESt auf Kursgewinne, die schlicht und einfach nicht sehr geschickt umgesetzt worden ist. Also Österreich hat es wirklich über Jahre hindurch verstanden, Kunden vom Kapitalmarkt zu vertreiben. Ich hoffe halt schon, dass hier eine Optimierung oder ein Umdenken stattfindet. Ohne einen guten Kapitalmarkt wird es für die Volkswirtschaft auch nicht ganz einfach sein und drum habe ich da schon bissl Hoffnung jetzt auch, das ein bissl Bewegung reinkommt und das Thema Wertpapier oder Aktie nicht nur als Gift gesehen wird sondern als ganz wichtiges Instrument auch zur Vermögenbildung, zur Vermögensvorsorge, gerade in Zeiten wie diesen, in turbulenten, volatilen Zeiten, ist es einfach wichtig, dass man seinem Vermögen auch Kapitalmarktpapiere beimischt, dass man auch Aktiensachwerte wie Aktien mit beimengt, mit beimischt und darum: die Hoffnung stirbt zuletzt.
     
    25 Jahre ATX, an welches Highlight erinnern Sie sich eigentlich noch recht gut?
     
    Die Highlights waren de facto so die Jahre 2004 bis 2007, wo einfach der österreichische Aktienmarkt wirklich eine richtig gute Rally hinlegte, wo man wirklcih stolz war auf den österreichischen Kapitalmarkt, wo auch seitens der Politik wirklich der Wille da war, den Kapitalmarkt attraktiv zu machen, nicht nur, was Großinvestoren betrifft, sondern auch für den Kleinanleger und das waren so die Hightlights der letzten 25 Jahre. Die letzten Jahre sind leider ein bissl in die andere Richtung gegangen wie ich bereits vorhin erwähnt habn, aber das waren so die positiven Jahre bis 2007, 2008 und danach ist es eh ein bissl stark nach unten gegangen. Man hat es auch gesehen auf der einen Seite durch die Kursrückgänge an der Börse ,weil einfach zu wenig Boost dabei war, aber natürlich auch wenn man sich Umsatzentwicklung anschaut an der Wiener Börse, die dann wirklich Jahr für Jahr schwächer geworden ist. Wir haben dann im Vergleich zu 2007 haben wir 4, 5 Jahre später nur nur ein Viertel, ein Fünftel des Umsatzes gesehen wie ein paar Jahre vorher und da sieht man schon, dass da einiges nicht ganz gut gelaufen ist, vor allem was die Politik betrifft.
     
    Sie sind ja hoffnungsfroh, sie haben einen Marktanteil von 70%. Sie sind ja quasi der einzige Österreichische Broker noch, jetzt wo es Brokerjet ja nicht mehr gibt. Ist der Markt in Österreich trotzdem kleiner geworden? Wenn jetzt jemand geht würde man ja erstmal erwarten, okay, da kann ich jetzt Markt übernehmen aber ist der Markt enger geworden?
     
    Dass der Markt enger geworden würde ich nicht sagen, aber der Markt ist zumindest die letzten 4 bis 5 Jahre nicht mehr gewachsen und vor allem wenn man sich die Umsätze auch anschaut auch bei den Onlinebrokern oder auch generelle, wenn man sich die Wiener Börse so anschaut, dann sieht man schon, dass die Umsätze definitiv nach unten gegangen sind, auch die Transaktionen jetzt in der Hello bank! Auch wir haben 4 Jahre hinter uns, wo die Transaktionen nicht mehr an das Niveau von 2010, 2011 herangekommen sind, das hängt aber zusammen mit einer KESt auf Kursgewinne, die eingeführt wurde im Jahr 2012, die nicht sehr geschickt umgesetzt wurde und das hat schlicht und einfach die Umsätze oder die Transaktionen auch bei Banken, was Einzeltitel jetzt betrifft um 20, 25 Prozent einbrechen lassen. Wir haben es geschafft, dass wir nicht ganz so stark zurückgegangen sind und wir haben ehrlicherweise gebraucht bis 2014 bzw. 2015, dass man wieder die Transaktionen für unsere Kunden abwickeln durfte wie es eben 4,5 Jahre vorher der Fall gewesen ist. Summa summarum, wir müssen alles unternehmen, dass wir die Kunden begeistern auch für den Kapitalmarkt, für Wertpapiere, wir tun das auch, sei es durch Seminare, sei es durch Investmentveranstaltungen, die wir kostenfrei anbieten, sei es auch durch Webinare, dass man einfach die Möglichkeiten der Börse aufzeigen und auch aufzeigen wie wichtig es ist, nicht nur auf ein Pferd, auf ein Sparbuch oder auf ein Sparkonto zu setzen, sondern wirklich breiter  zu diversifizieren.
     
    Sie haben jetzt rund 70.000 Kunden, fast 150 Mitarbeiter und ein Volumen 4,5 Mrd. Euro. Wohin wollen Sie denn wachsen?
     
    Wir wollen deutlich wachsen, Punkt 1. Das Ziel für mich ist definitiv in den nächsten 5 Jahren mindestens eine Verdoppelung unserer Kundenanzahl, auch das Volumen muss ordentlich nach oben gehen und natürlich auch genauso die Anzahl der Wertpapiertransaktionen.  Ich glaube, wir haben dafür das Potenzial hier als Hello bank! in Österreich. Wir haben auch die notwendigen Mittel, um hier in Österreich zu investieren, vor allem auch durch den neuen Aktionär, den wir haben, die BNP Paribas Gruppe, die auch einen ganz klaren Wachstumskurs auch für Österreich ausgerufen hat und deswegen sind wir da auch sehr positiv und optimistisch gestimmt und man sieht auch schon diese Neuausrichtung, diese Werbekampagnen auch, die wir hier fahren, die tragen Früchte. Wir werden heuer bereits deutlich stärker wachsen als die letzten Jahre und diesen Kurs wollen wir einfach fortsetzen für die nächsten 4 bis 5 Jahre.

    Siehe auch:

    (25.02.2016)



    ATX
    Akt. Indikation:  1967.80 / 1968.00
    Uhrzeit:  23:44:12
    Veränderung zu letztem SK:  -1.50%
    Letzter SK:  1997.80 ( -2.85%)

    BNP Paribas
    Akt. Indikation:  29.48 / 29.65
    Uhrzeit:  22:30:31
    Veränderung zu letztem SK:  -1.05%
    Letzter SK:  29.88 ( -3.57%)

    Wienerberger
    Akt. Indikation:  14.36 / 14.50
    Uhrzeit:  22:58:40
    Veränderung zu letztem SK:  -1.03%
    Letzter SK:  14.58 ( 0.41%)



     

    Bildnachweis

    1. Ernst Huber, Hello bank!, © Franz Neumayr , (© Aussender)   >> Öffnen auf photaq.com

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      wikifolio-Trades Austro-Aktien 22-23: Polytec(1), S&T(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 21-22: DO&CO(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: OMV(1), Wolford(1), Lenzing(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: OMV(1), Österreichische Post(1), Rosenbauer(1), Zumtobel(1), Semperit(1), Mayr-Melnhof(1)
      Star der Stunde: VIG 1.17%, Rutsch der Stunde: Rosenbauer -2.41%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: S&T(3), OMV(3), S Immo(2), Kapsch TrafficCom(2), Bawag(2), CA Immo(1), Erste Group(1), EVN(1)
      Star der Stunde: Bawag 1.91%, Rutsch der Stunde: Polytec -2.46%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: Flughafen Wien(4), Wienerberger(2), Kapsch TrafficCom(2), AT&S(2), voestalpine(1), Erste Group(1), AMS(1), Immofinanz(1)
      Star der Stunde: Marinomed Biotech 1.67%, Rutsch der Stunde: Flughafen Wien -5.02%

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      SmallCap-Investor Interview mit Derrick Weyrauch, President & CEO von Palladium One (WKN A2PJND)

      - Derrick aufgrund eures Names gehe ich davon aus, dass ihr im Bereich Palladium arbeitet, stimmt das? - Warum läuft Palladium schon seit Jahren? - Aber kann Palladium nicht durch Platin erset...