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Wienerberger-CEO Heimo Scheuch über die Wiener Börse, das Urgestein Wienerberger und Visibilität (25 Jahre ATX)

Bild: © Martina Draper, Heimo Scheuch (Wienerberger)

Autor:
25 Jahre ATX

Rund um "25 Jahre ATX" haben wir im Dezember 2015 und Jänner 2016 eine grossangelegte Audioproduktion mit dem Ziel einer Fest-CD gemacht. Infos unter http://www.boerse-social.com/25jahreatx . Hier täglich ein Interview transkribiert. Wichtig: Diese Interviews wurden nicht für Print gemacht.

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About: Für die CD-Produktion http://www.boerse-social.com/25jahreatx wurden 33 Telefon-Interviews geführt. Hier täglich ein Interview transkribiert. Heute: Wienerberger-CEO Heimo Scheuch. Wichtig: Diese Interviews wurden nicht für Print gemacht, die Transkripte sind ein Versuch. Die Audio-Version des Buhl-Interviews findet man unter http://goo.gl/I7DIXU , das CD-Set samt Shirt in der "Ich war dabei!"-Version hatte am 23.2. bereits 53 Besteller (HIER die Namen der Besteller und die Details des Angebots). 

Frage ( Peter Heinrich): Bitte um kurze Vorstellung.

Heimo Scheuch: Heimo Scheuch, Vorsitzender des Vorstandes der Wienerberger AG  Wien.
 
Sie sind Vorstand eines ATX-Unternehmens und außerdem stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Wiener Börse. Sie haben also einen ganz speziellen Bezug zum ATX, über den wir uns jetzt unterhalten wollen. Was bedeutet denn der ATX für Sie?
 
Der ATX ist natürlich als der Leitindex der Wiener Börse für uns sehr wichtig. Und natürlich auch, was die Bedeutung für Investoren in aller Welt betrifft. Er ist  somit für uns ein wesentlicher Kennwert, den wir tagtäglich verfolgen.
 
Und ein Vierteljahrhundert wird er alt, 25 Jahre Jubiläum, das ist auch der Anlass unseres Interviews. Wie haben Sie denn die vergangenen 25 Jahre ATX beobachtet?
 
Natürlich ist der ATX so wie viele Leitindizes dieser Welt durch Höhen und Tiefen gegangen, ich verweise auf die uns alle noch bekannte Krise aus dem Jahr 2009/2010, aber natürlich hat der ATX auch wunderbare Jahre gehabt. Die 25 Jahre des ATX waren sicherlich sehr, sehr abwechslungsreich. Sie können sich erinnern, die Ostöffnung war natürlich für Österreich und die Unternehmen, die hier an der Wiener Börse notieren - wie auch die Wienerberger AG, eine sehr bedeutende Zeit. Investitionen, Markeintritte in verschiedenen Ländern Zentral-, Osteuropas, damit war natürlich auch die Notwendigkeit, Kapital zu beschaffen verbunden. Über die Börse war das der ideale Weg mit Kapitalerhöhungen. Das hat auch die ATX-Entwicklung geprägt - starke Anstiege, er war einer der bestperformenden Indizes dieser Zeit, vor allem am Beginn dieses Jahrtausends und natürlich kam dann auch eine gewisse Ernüchterung mit dieser Krise, die ich angesprochen habe 2009 und 2010, es folgte eine leichte Seitwärtsbewegung aber in letzter Zeit bewegt er sich wieder sehr gut und auch die österreichischen Unternehmen, die international tätig sind, haben  sehr, sehr gute Entwicklungen gesehen in den letzten zwei Jahren.
 
Gibt’s da irgendwelche Geschichten oder Anekdoten, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind oder ist das eben genau die Krise, die Sie angesprochen haben?
 
Anekdoten vielleicht über den ATX hinaus, vielleicht auch ein Wort zur Wiener Börse, die ja auch schon auf eine langjährige Geschichte zurückblickt, nämlich weit in das 19. Jahrhundert. Damals, wenn ich kurz ein bisschen nostalgisch anklingen lassen darf, war ja Wien eine der Wirtschaftsmetropolen dieser Welt, gehörte zu den vier größten Städten der Welt und war somit auch ein wesentliches Finanzzentrum. Wie Sie vielleicht auch wussten, gab es damals in Wien Ende des 19. Jahrhunderts mehr Milliardäre als in London, also die Rothschilds waren hier, es waren viele  Bierbarone oder Stahlbarone aus dem damaligen Zentraleuropa hier sesshaft und hatten auch ihre Unternehmen an der Wiener Börse notiert und somit war der Börseplatz Wien eine sehr bedeutende Stelle, um sich hier Kapital zu beschaffen, zu investieren und auch seine Unternehmen zu entwickeln. Damit hatte der kapitalistische Ansatz eine große Tradition in der Habsburger Monarchie. Natürlich mit der ganzen Veränderungen; Weltkriege, Wirtschaftskrisen und Österreich als kleinerem Land, hat die Börse an Bedeutung verloren, hat sich aber wie schon gesagt, wieder gut erfangen und ist somit eine sehr spezialisierte, gute Börse für Zentral-, Osteuropa geworden. Mit starken Unternehmen aus dem Bankbereich, dem Versicherungsbereich, aber auch aus dem Industrie- oder Immobilienbereich. Die Wienerberger, vielleicht noch ein Wort dazu auch als Anekdote, ist ja eines der Unternehmen, die am längsten notieren.an der Börse. Nämlich seit 1869, also schon eine sehr lange Notiz.
 
Wie wichtig ist es denn für Sie, an der Wiener Börse gelistet zu sein? In der Vergangenheit habe ich schon ein paar Gespräche geführt mit verschiedenen Vorständen und Wiener Börseunternehmen und da wurde mir auch oft gesagt, naja, der ATX, der ist ja doch immerhin die Creme de la Creme der Österreichischen Wirtschaft und Sie gehören ja dazu.
 
Das ist auch so und das ist auch gut so, wenn man als international tätiges Unternehmen im Leitindex verankert ist. Natürlich darf man das nicht vergleichen mit dem CAC in Paris oder einem DAX in Frankfurt oder dem FTSE in London, weil natürlich die Größe eine andere ist, aber es wichtig für ein Land wie Österreich, auch hier einen Leitindex zu haben und dass hier die größten Unternehmen vertreten sind. Das hat zweierlei Bedeutung, erstens die Visibilität nach außen und andererseits gibt es ja auch in zunehmendem Maße Investoren, die nur in Indizes investieren und somit natürlich auch uns als kleinen Teil davon entsprechend mitnehmen und die Visibilität damit erhöhen.
 
Jetzt hatten Sie die Zusammensetzung des Index schon so ein bisschen angesprochen, was die Branchen betrifft. Sie sind eines der größten börsennotierten Unternehmen Österreichs und kommen ausnahmsweise kann man ja fast sagen, nicht aus der Finanz- und der Immobilienbranche. Ist denn die Gewichtung auf einzelne Branchen im Index zu stark?

Die Übergewichtung des Banken-, Versicherungssektors und natürlich auch des Immobilienbereiches im Bereich des ATX ist stark ausgeprägt. Es kommt die industrielle Schiene mit einer Andritz, einer voestalpine und einer Wienerberger etwas zu kurz im Vergleich mit anderen Indizes, aber das hat auch damit zu tun, dass die Österreichische Wirtschaft sehr stark durch Klein- und Mittelbetriebe und vor allem durch Familienbetriebe geprägt ist, die den Gang zur Börse nicht gewagt haben oder  auch nicht gemacht haben, weil sie durch ihre Eigenkapitalisierung sehr stark aufgestellt sind und somit keinen zusätzlichen Finanzbedarf hatten. Das ist sicherlich ein Unterschied, wenn man es mit Deutschland oder mit England vergleicht.
 
Welche Zukunft sehen Sie denn für die Wiener Börse?
 
Die Wiener Börse hat sich von den Investitionen in Budapest und in Laibach verabschiedet. Sie hat sich hier in einem Know How Transfer aufgestellt, das heißt, dass diese Börsen jetzt nicht mehr in der Kapitalstruktur an die Wiener Börse gebunden sind, sondern eher im Austausch von Daten, Fakten und Unterstützung und somit wird die Wiener Börse (CEESEG) gemeinsam mit ihrer 100%igen Beteiligung in Prag eine sehr starke regionale zentraleuropäische Börse sein, sehr spezialisiert und natürlich auch als Finanzgrückgrat für österreichische Unternehmen zu sehen sein. Hier hat und wird die Wiener Börse eine sehr starke Rolle spielen, sie ist eine eigenständige Börse, sie ist es ja auch aus der Kapitalstruktur heraus, es sind die Emittenten und die Banken an dieser Börse beteiligt als Aktionäre.
 
Was wünschen Sie sich denn für den ATX?
 
Für den ATX wünsche ich mir einfach vielleicht auch mal eine zusätzliche Ergänzung im Industriebereich, dass wir das eine oder andere Großindustrieunternehmen dazu bekommen, um endlich eine Gewichtung ins Industrielle ein bisschen stärker sehen können und andererseits eine stetige Nach-oben-Entwicklung, das heißt eher in dem Sinne, dass es Schritt für Schritt nach oben geht, wir brauchen keine Hockey Sticks, aber durchaus eine gute positive Entwicklung nach oben, weil das würde auch natürlich der österreichischen Wirtschaft und dem Finanzmarkt Österreich zugute kommen.
 
Zum Schluss möchte ich natürlich noch die Gelegenheit geben, auch zu gratulieren. Damit können Sie dem ATX und seinen Unternehmen und der Wiener Börse und alle Beteiligten Ihre Glückwünsche aussprechen.
 
Das möchte ich gerne in diesem Sinne auch tun, 25 Jahre sind in der heutigen Finanzwelt eine Ewigkeit. Der ATX hat sich bewährt. Die im ATX beinhaltenden Unternehmen haben hier gezeigt, dass sie eine starke Finanzkraft haben. Ich wünsche dem ATX auch in den nächsten 25 Jahren ebenso viel Erfolg und entsprechend eine starke Perfomance.

Siehe auch: Börsevorstand Michael Buhl über ATX, ÖTOB, Osteuropa, Banken, FinTechs (25 Jahre ATX)

(23.02.2016)



ATX
Akt. Indikation:  1920.80 / 1921.00
Uhrzeit:  07:47:12
Veränderung zu letztem SK:  -4.03%
Letzter SK:  2001.60 ( 0.60%)

DAX
Akt. Indikation:  9554.00 / 9554.00
Uhrzeit:  07:47:12
Veränderung zu letztem SK:  -3.84%
Letzter SK:  9935.84 ( 1.22%)

voestalpine
Akt. Indikation:  17.00 / 17.86
Uhrzeit:  07:50:26
Veränderung zu letztem SK:  -5.99%
Letzter SK:  18.54 ( 2.97%)

Wienerberger
Akt. Indikation:  13.88 / 14.61
Uhrzeit:  07:50:26
Veränderung zu letztem SK:  -1.01%
Letzter SK:  14.39 ( -0.14%)



 

Bildnachweis

1. Heimo Scheuch (Wienerberger) , (© Martina Draper)   >> Öffnen auf photaq.com

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Heimo Scheuch (Wienerberger), (© Martina Draper)


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    Der ATX ist natürlich als der Leitindex der Wiener Börse für uns sehr wichtig. Und natürlich auch, was die Bedeutung für Investoren in aller Welt betrifft. Er ist  somit für uns ein wesentlicher Kennwert, den wir tagtäglich verfolgen.
     
    Und ein Vierteljahrhundert wird er alt, 25 Jahre Jubiläum, das ist auch der Anlass unseres Interviews. Wie haben Sie denn die vergangenen 25 Jahre ATX beobachtet?
     
    Natürlich ist der ATX so wie viele Leitindizes dieser Welt durch Höhen und Tiefen gegangen, ich verweise auf die uns alle noch bekannte Krise aus dem Jahr 2009/2010, aber natürlich hat der ATX auch wunderbare Jahre gehabt. Die 25 Jahre des ATX waren sicherlich sehr, sehr abwechslungsreich. Sie können sich erinnern, die Ostöffnung war natürlich für Österreich und die Unternehmen, die hier an der Wiener Börse notieren - wie auch die Wienerberger AG, eine sehr bedeutende Zeit. Investitionen, Markeintritte in verschiedenen Ländern Zentral-, Osteuropas, damit war natürlich auch die Notwendigkeit, Kapital zu beschaffen verbunden. Über die Börse war das der ideale Weg mit Kapitalerhöhungen. Das hat auch die ATX-Entwicklung geprägt - starke Anstiege, er war einer der bestperformenden Indizes dieser Zeit, vor allem am Beginn dieses Jahrtausends und natürlich kam dann auch eine gewisse Ernüchterung mit dieser Krise, die ich angesprochen habe 2009 und 2010, es folgte eine leichte Seitwärtsbewegung aber in letzter Zeit bewegt er sich wieder sehr gut und auch die österreichischen Unternehmen, die international tätig sind, haben  sehr, sehr gute Entwicklungen gesehen in den letzten zwei Jahren.
     
    Gibt’s da irgendwelche Geschichten oder Anekdoten, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind oder ist das eben genau die Krise, die Sie angesprochen haben?
     
    Anekdoten vielleicht über den ATX hinaus, vielleicht auch ein Wort zur Wiener Börse, die ja auch schon auf eine langjährige Geschichte zurückblickt, nämlich weit in das 19. Jahrhundert. Damals, wenn ich kurz ein bisschen nostalgisch anklingen lassen darf, war ja Wien eine der Wirtschaftsmetropolen dieser Welt, gehörte zu den vier größten Städten der Welt und war somit auch ein wesentliches Finanzzentrum. Wie Sie vielleicht auch wussten, gab es damals in Wien Ende des 19. Jahrhunderts mehr Milliardäre als in London, also die Rothschilds waren hier, es waren viele  Bierbarone oder Stahlbarone aus dem damaligen Zentraleuropa hier sesshaft und hatten auch ihre Unternehmen an der Wiener Börse notiert und somit war der Börseplatz Wien eine sehr bedeutende Stelle, um sich hier Kapital zu beschaffen, zu investieren und auch seine Unternehmen zu entwickeln. Damit hatte der kapitalistische Ansatz eine große Tradition in der Habsburger Monarchie. Natürlich mit der ganzen Veränderungen; Weltkriege, Wirtschaftskrisen und Österreich als kleinerem Land, hat die Börse an Bedeutung verloren, hat sich aber wie schon gesagt, wieder gut erfangen und ist somit eine sehr spezialisierte, gute Börse für Zentral-, Osteuropa geworden. Mit starken Unternehmen aus dem Bankbereich, dem Versicherungsbereich, aber auch aus dem Industrie- oder Immobilienbereich. Die Wienerberger, vielleicht noch ein Wort dazu auch als Anekdote, ist ja eines der Unternehmen, die am längsten notieren.an der Börse. Nämlich seit 1869, also schon eine sehr lange Notiz.
     
    Wie wichtig ist es denn für Sie, an der Wiener Börse gelistet zu sein? In der Vergangenheit habe ich schon ein paar Gespräche geführt mit verschiedenen Vorständen und Wiener Börseunternehmen und da wurde mir auch oft gesagt, naja, der ATX, der ist ja doch immerhin die Creme de la Creme der Österreichischen Wirtschaft und Sie gehören ja dazu.
     
    Das ist auch so und das ist auch gut so, wenn man als international tätiges Unternehmen im Leitindex verankert ist. Natürlich darf man das nicht vergleichen mit dem CAC in Paris oder einem DAX in Frankfurt oder dem FTSE in London, weil natürlich die Größe eine andere ist, aber es wichtig für ein Land wie Österreich, auch hier einen Leitindex zu haben und dass hier die größten Unternehmen vertreten sind. Das hat zweierlei Bedeutung, erstens die Visibilität nach außen und andererseits gibt es ja auch in zunehmendem Maße Investoren, die nur in Indizes investieren und somit natürlich auch uns als kleinen Teil davon entsprechend mitnehmen und die Visibilität damit erhöhen.
     
    Jetzt hatten Sie die Zusammensetzung des Index schon so ein bisschen angesprochen, was die Branchen betrifft. Sie sind eines der größten börsennotierten Unternehmen Österreichs und kommen ausnahmsweise kann man ja fast sagen, nicht aus der Finanz- und der Immobilienbranche. Ist denn die Gewichtung auf einzelne Branchen im Index zu stark?

    Die Übergewichtung des Banken-, Versicherungssektors und natürlich auch des Immobilienbereiches im Bereich des ATX ist stark ausgeprägt. Es kommt die industrielle Schiene mit einer Andritz, einer voestalpine und einer Wienerberger etwas zu kurz im Vergleich mit anderen Indizes, aber das hat auch damit zu tun, dass die Österreichische Wirtschaft sehr stark durch Klein- und Mittelbetriebe und vor allem durch Familienbetriebe geprägt ist, die den Gang zur Börse nicht gewagt haben oder  auch nicht gemacht haben, weil sie durch ihre Eigenkapitalisierung sehr stark aufgestellt sind und somit keinen zusätzlichen Finanzbedarf hatten. Das ist sicherlich ein Unterschied, wenn man es mit Deutschland oder mit England vergleicht.
     
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    Für den ATX wünsche ich mir einfach vielleicht auch mal eine zusätzliche Ergänzung im Industriebereich, dass wir das eine oder andere Großindustrieunternehmen dazu bekommen, um endlich eine Gewichtung ins Industrielle ein bisschen stärker sehen können und andererseits eine stetige Nach-oben-Entwicklung, das heißt eher in dem Sinne, dass es Schritt für Schritt nach oben geht, wir brauchen keine Hockey Sticks, aber durchaus eine gute positive Entwicklung nach oben, weil das würde auch natürlich der österreichischen Wirtschaft und dem Finanzmarkt Österreich zugute kommen.
     
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    Das möchte ich gerne in diesem Sinne auch tun, 25 Jahre sind in der heutigen Finanzwelt eine Ewigkeit. Der ATX hat sich bewährt. Die im ATX beinhaltenden Unternehmen haben hier gezeigt, dass sie eine starke Finanzkraft haben. Ich wünsche dem ATX auch in den nächsten 25 Jahren ebenso viel Erfolg und entsprechend eine starke Perfomance.

    Siehe auch: Börsevorstand Michael Buhl über ATX, ÖTOB, Osteuropa, Banken, FinTechs (25 Jahre ATX)

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    ATX
    Akt. Indikation:  1920.80 / 1921.00
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    Letzter SK:  2001.60 ( 0.60%)

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    Veränderung zu letztem SK:  -3.84%
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